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Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft

 So da bin ich nun... Ich bin endlich wieder in der Heimat angekommen. Ich möchte euch allen fürs fleißige Lesen danken und für eure Kommentare natürlich auch. Ich habe meine Zeit in Paris richtig genossen und mir fehtl es schon jeden Tag einfach in die Metro zu spazieren und einfach irgendwohin zu fahren. Meine Kinder fehlen mir natürlich auch schon und ich hoffe, dass ich sie bald besuchen kann. ich habe mich hier in Deutschland aber auch wieder eingelebt, finde mich wieder ohne nachzudenken überall zurecht. Probleme hatte ich anfangs beim Spülmaschine ausräumen und Autofahren. Die gewohnten Wege waren einfach nicht mehr drin. 

Zur Zeit mache ich ein betriebswirtschaftliches Praktikum bei Isover in LU, was mir echt Spaß macht, aber was auch verpflichtend ist für mein Studium. Ich werde ab Oktober in Karlsruhe Internationales Managment studieren, was im Prinzip nichts anderes als BWL mit Fremdsprachen ist. Meine Fremdsprachen sind dann natürlich Französisch und Englisch. :-) 

Soviel also zu Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Wie gesagt, danke für eure Begleitung, ich hoffe es hat euch Spaß gemacht,

auf bald (nicht mehr nur virtuell)!

Bisous,

Judith


Geschrieben: 11:05, 22.08.2010
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Der Sand läuft aus..

 Salut mes amis!

Meine Zeit in Paris läuft langsam ab. Ich mache meine letzten Sightseeing-Ausflüge und Shopping-Tage und in einer Woche sitze ich schon im Zug nach Hause. Die letzten Wochen liefen wieder gut für mich, nachdem ich einige Probleme mit der Familie hatte. Ich denke gegen Ende bekommt man einfach einen Koller, aber das ging auch vorbei. Ich habe dabei mal wieder gelernt, dass man gleich über Probleme reden sollte und nicht ewig alles in sich rein fressen darf. Ich habe aber ein Gespräch mit der Madame geführt und seitdem läuft es wieder besser, jedoch nicht so gut, dass ich mich nicht auf zu Hause freue! J Zur Zeit habe ich eine Woche frei, weil die Familie in Urlaub gefahren ist und ich darf Haus und Blumen hüten. In den letzten Tagen war ich also in Versailles, im Centre Pompidou und in Giverny, wo Monet gelebt und gearbeitet hat. Ich geniesse also voll und ganz meine letzte Zeit und freue mich aber jeden Tag mehr auf den Baggerweiher bei mir vor der Haustür. Die Hitze hier ist mittags nicht auszuhalten! Da kann man nichts tun ausser dreimal am Tag duschen zu gehen (das bringt aber leider auch nicht viel!)

Ich habe natürlich auch fleißig die Fußball- WM verfolgt. Man kann hier ganz toll mit Eiffelturm im Hintergrund zum Public-Viewing gehen. Da trifft man auf viele deutsche Fans. Man kann es kaum glauben, wie viele deutsche tatsächlich in Paris sind. Aber man hört bei diesem Kigge-gugge viel deutsch und eindeutig deutsche Anfeuerungsrufe. Die Franzosen haben sich größtenteils auf unsere Seite geschlagen, nachdem ihr Team raus war und beim letzten Spiel gegen Spanien waren dann auch viele Franzosen anwesend. Die haben aber ab der Halbzeit ihre Meinung geändert und haben sich für und mit Spanien gefreut… L

Es war auf jeden Fall echt was los, ich würde schätzen, dass es an die 50 000 Menschen zu diesem Halbfinalespiel gezogen hat. Man stand also auch sehr eng mit den Spaniern zusammen. Ich hatte da ja etwas Angst, aber es stellte sich heraus, dass das unbegründet war.

Vom WM-Fieber wieder zurück zum Sightseeing. Ich habe mit der Jugendgruppe aus der deutschen Gemeinde einen Ausflug in die Normandie, also nach Nordfrankreich gemacht. Wir waren in einem kleinen Ort in der Nähe von Caen, direkt am Meer untergebracht. Es war eines der kälteren Wochenenden im Juni und es war natürlich extrem windig. Wir waren 2 volle Tage da und haben uns Caen angeschaut und waren am Strand. Der Strand ist an dieser Stelle aber nicht nur Strand sondern kulturell wertvoll. Hier sind die Engländer am 6.Juni 1944 gelandet und haben ihre Invasion begonnen. Der Strand war aber natürlich auch sehr schön am Abend und wir haben trotz Wind Frisbee gespielt und jeden letzten Sonnenstrahl genutzt. An einem Nachmittag war ich dann sogar mit einer anderen im Wasser. Brrrr….Das war echt eisig kalt. Wir sind dann aber auch nicht lange drin geblieben, sondern sind dann schnell wieder zur Jugendherberge geflitzt und haben warm geduscht! Aber wir waren im Wasser! :-D

Soweit erstmal für heute, ich nehme mir fest vor noch einen Eintrag zu schreiben, aber so wie ich mich kenne melde ich mich erst wieder aus Deutschland. Ich hoffe euch alle wohlbehalten wieder zu sehen, bis ganz bald!

Bisous

Judy


Geschrieben: 20:10, 8.07.2010
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Besucher im April

Salut!

Nach zahlreichen Beschwerden, hier mal wieder ein neuer Eintrag:

Ersteinmal für alle besorgten "Erwachsenen": In der Schule läuft alles ganz ok, erst heute hatte ich ein Referat, das echt gut gelaufen ist. Ich durfte mir ein Thema aussuchen und musste darüber 10min referieren. Ich habe das Thema Salsa gewählt und habe dadurch relativ frei sprechen können, da ich mich da ja ein wenig auskenne. ;)  

In diesem Trimester besuche ich außerdem noch einen Kunstgeschichte Kurs im Rahmen der Sprachschule. Ich dachte ich probiere mal etwas Neues, obwohl mich Kunst ja noch nie sonderlich interessiert hat und Geschichte war nach meinem verunglückten Abi auch erstmal aus meinem Kopf gelöscht. Es stellte sich aber heraus, dass der Lehrer des Kurses echt flott drauf ist und er weniger auf Daten wert legt, als auf die Geschichte an sich. Wir schauen uns dort also Bilder und Skulpturen an (alles mit Beamer und PC) und er erzählt uns die Lebensgeschichten der einzelnen Künstler und warum sie bewegt wurden ein solches Werk zu erschaffen. Ich verstehe nicht immer alles, aber ich gehe gerne hin und eigne mir etwas künstlerische Allgemeinbildung an.

Mein Wissen konnte ich gleich ein bisschen anwenden, denn Mitte April bekam ich Besuch von Caro, Franz und Tam. An ihrem letzten Tag waren wir zusammen im Musée d'Orsay, wo die Impressionisten ausgestellt sind. Einen Monat vorher hätte ich mich dadrin noch gelangweilt und jetzt vielen mir Kleinigkeiten an Bildern auf, die ich sonst übersehen hätte. Nach 2 Kunstgeschichte Kursen war ich schon so auf Zack mit der Kunst, dass ich mich gefühlt habe wie die große Fremdenführerin. So durfte ich mich auch die übrige Zeit mit den dreien fühlen, weil wir uns seh viel angeschaut haben. Wir hatten super Wetter und haben an einem Tag eine Seine Rundfahrt gemacht, wo man ein Ticket für den ganzen Tag hatte und immer wieder ein und aussteigen konnte (auf ein Boot!!). Wir haben somit am ersten Tag ganz bequem vom Boot aus die Stadt betrachtet, sind ab und an ausgestiegen und haben dabei zB Notre Dame, den Louvre, das Centre Georges Pompidou (das hauptsächlich für Franz als zukünftiger Architekt interessant war), das Quartier St Germain des Près und den Eiffelturm von nahem gesehen. Andere Monumente haben wir an uns vorbei ziehen lassen und haben Wissensfetzen ausgetauscht, die jedem zu dem jeweiligen Platz/Gebäude/etc eingefallen sind. Natürlich haben wir auch das Nachtleben von Paris erkundet (das ich ja schon kannte), und waren dabei sogar auf einer echten Pariser Hausparty eingeladen! Ein Freund von mir hatte Geburtstag und in Paris feiert man da schon mal in der eigenen Wohnung, auch wenn sie noch so winzig ist. Es war ein Erlebnis! Mit Champagner und Rotwein, Baguette und Käse, der ja auf einer echten französischen Party nicht missen darf, und mit guter Musik. Alles in allem waren die drei Tage meine bisher touristischsten und amüsantesten Tage hier in Paris. Wir haben viel gelacht und geschwelgt. Ich danke euch Dreien für diese Zeit und freue mich auf gute Gespräche und Abende mit euch in good old Germany!

Leider reicht mir die Zeit wahrscheinlich nicht mehr für viele Besucher, wer aber noch kommen will, ich bin noch bis Mitte Juli da, und würde mich freuen mal ein, zwei Tage jemanden durch "mein" Paris zu führen. :) 

Natürlich hatte ich auch noch andere Besucher seit April, aber dazu später mehr.

Ich drück euch alle ganz fest, bisous, 

Judith


Geschrieben: 10:55, 31.05.2010
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Ostern

1.4.2010 

Hier kommen gleich noch mehr Anekdoten, die mir gerade eingefallen sind. :-)

Zu Ostern habe ich mit den Kindern 48 Eier gefärbt! Es war eine größere Aktion aber zu meiner Überraschung ziemlich stressfrei. Am Karsamstag war ich dann auch noch verantwortlich dafür ein Osterlamm und kleinere Osterhasen zu backen. Madame hatte dafür extra beim Lidl (!) Backformen gekauft. Sie war in der Karwoche einige Tage mit den beiden älteren Mädchen in London, was mir die Überwachung der Jungs überließ. Abends war dann wieder der Papa zuständig, aber ich hatte den Tag über alles selbst in der Hand, was für mich sehr entspannend war. Das klingt vielleicht komisch, es war aber wirklich so. Die Jungs mussten auf mich hören und konnten niemand anderen noch um Erlaubnis bitten. Sie spielen uns oft so gegeneinander aus, die sind da gar nicht sooo blöd^^ Ich habe es also geschafft, mit Kompromissen und netten Worten 3 Tage alleine hinter mich zu bringen. Ich wage sogar zu behaupten, es war bisher die stressfreiste Zeit! Also, zurück zu dem Osterlamm. Ich habe also eine Backmischung für Zitronenteig gekauft, da ja meine Backkünste zu wünschen übrig lassen. Ich wollte auf Nummer sicher gehen, sozusagen. Ich hab also nach Anweisung den Teig gebacken und in die Formen gefüllt. Erst einmal nur einen kleinen Hasen zum ausprobieren. Das war auch gut so, denn nach 10min im Backofen quellte der Teig aus der Form. Er tropfte auf das Backblech und die Form sah aus, wie ein chemisches Experiment, das schief gelaufen war. Ich habe also den überstehenden Teig abgeschnitten und die Form wieder rein gestellt. Alle 10min war die gleiche Prozedur wieder notwendig. Bei der nächsten Form war ich dann schon schlauer, ich füllte sie nur zu 3/4 , doch auch das war wohl zu viel. Ich beobachtete jetzt aber schon genauer, verpasste aber dennoch oft den richtigen Moment. Beim fünften und letzten Kuchen, hatte ich den Dreh dann endlich raus, ich füllte die Form nur zur Hälfte und am Ende stand nur ein ganz normaler Hügel über. Es ging dabei nichts daneben. Die Teighaufen, die dann übrige blieben, waren ja auch gebacken, also machte ich etwas Glasur drauf und ein paar bunte Sprenkel und die Kinder waren glücklich, weil sie einen tollen Nachtisch hatten. J Alles in allem ist es also gut gegangen, es hat mich eigentlich keiner in den schlimmen Phasen gestört (die Kinder waren zu ungeduldig und hatten nur beim Teig geholfen) und das wichtigste ist: Ich habe keinen schlechten Eindruck bei der Madame hinterlassen. Sie sieht nur das tolle Ergebnis und den Weg dorthin, der ja wirklich nicht ruhmreich war, den behalte ich für mich. ;-)

 

Die Osternacht habe ich in zwei Kirchen gefeiert. Ich konnte mich anfangs nicht entscheiden, ob ich eher einen touristischen Abend oder einen feierlich-heimischen verbringen wollte. Mir stand also zur Auswahl: Notre Dame oder die deutsche Gemeinde. Ich entschied mich also, den Anfang in Notre Dame mit zu machen und später dann zu den deutschen zu fahren. Das war auch eine gute Entscheidung, denn in Notre Dame waren etwa 80% Touristen und der Gottesdienst wurde auf 20 Flachbildschirmen in der ganzen Kirche übertragen. Ich hätte das Ganze also genauso gut über den Livestream im Internet anschauen können. Ich bin dann bald nach Beginn zur Metrostation gesprintet (es hat auch noch geregnet) und zur Gemeinde gefahren. Dort war es dann wunderschön feierlich und genau wie ich es mir vorgestellt hatte. Später gab es dann noch ein Mitternachtsmahl mit Lamm und tollem Salat und Baguette und gefülltem Brot und Eiern undundund. Ein richtiges Festessen also. Heute ist Ostersonntag und den verbringe ich leider allein in meinem Zimmer, da alle anderen beschäftigt sind. Viele haben Besuch aus Deutschland oder sind bei ihrer Gastfamilie. Im Großen und Ganzen geht es mir aber gut, auch wenn heute ein einsamer Tag war, ich bin aber froh, dass das kein permanenter Zustand ist. J Ich denke ganz fest an euch daheim und wünsche euch allen noch schönen Ostertage,

eure Judith


Geschrieben: 18:06, 4.04.2010
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Diverses aus Februar und März

 Hallo ihr Lieben alle!

Es ist mittlerweile schon wieder so lange her, dass ich einen Eintrag geschrieben habe, dass ich gleich wieder damit anfangen kann, dass ich 2 Wochen in Deutschland war! J Über die Winterferien war meine Gastfamilie Skifahren und somit hatte ich 2 Wochen frei, von denen ich eine in Saarbrücken und die andere in meinem geliebten Speyer verbracht habe. Es waren schöne Tage, doch ich war auch wieder recht froh die Kinder zu sehen und in meinen alten Tross zu kommen. Die erste unschöne Überraschung kam dann aber auch gleich als ich zur Tür rein wollte. Das ging nämlich nicht! Ich hatte vor den Ferien meinen Schlüssel bei der Familie abgegeben, damit ich ihn nicht in Deutschland verliere oder liegen lasse (seit der Aktion mit dem verlorenen Schlüssel im Aufzugsschacht hält meine Madame das für eine gute Idee^^). Die Gastfamilie wollte sowieso einen Tag vor mir wieder zurückkommen, also war das alles kein Problem. Weil es aber an diesem Wochenende Anfang März noch mal geschneit hat entschied sich die Familie kurzfristig noch einen Tag anzuhängen und schickten mir eine Sms…die ich nicht bekam. Nun denn, ich stand also an der Tür und keiner machte auf, und ans Handy ging erstmal keiner. Als ich dann endlich jemanden erreicht hab, sagten die mir, sie sind unterwegs und kommen in etwa einer Stunde an. Also bin ich zu meiner spanischen Nachbarin gegangen, mit der ich mir das Internet teile und die hat mich netterweise aufgenommen. An diesem Beispiel sieht man, wie wenig diese Leute planen können. Leider geht daran oft meine Planung kaputt bzw auch meine Spontanität. Weil, wenn die spontan sind muss ich einspringen zum Kinder hüten, egal welche Pläne ich habe.

 

Auf zu schöneren Themen: Im Februar war meine Mama zwei Tage da. Wir haben viel geklönt und sie hat es sogar geschafft mich ins Museum zu schleppen. Es ging ins Musée Rodin. Rodin war ein Künstler, der hauptsächlich für seine Skulpturen „Der Denker“, „die Höllenpforte“ und „der Kuss“ bekannt ist. Ihr könnt’s ja mal bei Wikipedia nachschlagen. Es war auf jeden Fall ein schöner Tag, mit auch etwas Zeit zum shoppen. Am ersten Tag habe ich Mama etwas von meiner Umgebung gezeigt. Meine üblichen Wege, meine Stammkneipe, der Markt um die Ecke und diverse Sträßchen. Wir hatten im Großen und Ganzen viel Spaß miteinander und es war wirklich schade, als sie wieder abgefahren ist. Der nächste Besucher wird dann mein Bruder Pascal sein. Ich bin gespannt, was wir erleben werden und was anders ist im Gegensatz zu dem Besuch meiner Mutter.

 

In der Schule läuft es ganz gut. Letzte Woche haben wir die Abschlussarbeit geschrieben und Zeugnisse bekommen. Ich bin im Gegensatz zu meinem ehemaligen Kurs nicht mehr im 1er Bereich, das find ich aber nicht schlimm. In diesem Niveau lerne ich wenigstens etwas. Die Arbeit war umgerechnet wohl eine 2- und im Zeugnis habe ich überall „bien“ (gut) ausser in Anwesenheit. Da sind’s 75%-100%, also die best mögliche Angabe. Seid also stolz auf mich! *g* Unter meinem Zeugnis steht drunter: « Etudiante sympathique et motivée, Judith a une grande facilité pour le français. Cependant elle ne doit pas relâcher ses efforts car le prochain trimestre s’annonce plus difficile. » (Sympathische und motivierte Schülerin. Judith fällt das Französische leicht. Dennoch darf sie mit ihren Bemühungen nicht locker lassen, da das nächste Trimester schwieriger sein wird.)

 

Das Wetter kann sich im Moment noch nicht ganz entscheiden. Letzte Woche war es strahlend schön. Jeden Tag Sonnenschein, diese heute ist es aber schon wieder bewölkt und es ist Regen angesagt! Ich will wieder die Sonne!! Es ist einfach toll, wenn man wieder in den Park gehen kann, um sich die Sonne ins Gesicht scheinen zu lassen. Alles ist schöner, wenn die Sonne scheint. Das morgendliche Aufstehen, das Einkaufen, das Kinder abholen und irgendwo hin bringen, sowie die Freizeit, in der man/frau einfach nur flanieren kann. J

 

Also, diesen Eintrag bunkere ich schon eine Weile auf meinem PC, ich stell ihn jetzt mal ein, damit ihr wieder was zu lesen habt. Natürlich gibt es noch mehr zu erzählen, aber das kommt dann beim nächsten Mal. Bis Bald (Für alle Steins bis sehr bald in Meisenheim!)

Bises


Geschrieben: 17:18, 4.04.2010
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Neues Jahr, neues Glück

 Hallo ihr Lieben!

Dachte es wird mal wieder Zeit... 

Das Pariser Leben hat mich wieder. Ich habe die 2 Wochen zu Hause sehr genossen, aber leider ging diese Zeit auch vorbei. Ich bin hier wieder angekommen mit Antibiotikum in der Tasche (ist das illegal??) und natürlich vielen schönen neuen Erinnerungen. In meiner ersten Woche hier habe ich dann gleich mal eine echt französische Tradition mitbekommen. In der Zeit um den 6. Januar (Fest der Heiligen drei Könige) gibt es einen speziellen Kuchen zu kaufen: Galette des Rois. Dieser Kuchen besteht aus Blätterteig gefüllt mit einer Marzipancreme (mmmmm leckerschmecker). In den Kuchen ist ein sogenanntes Fève, eine Porzellanfigur, eingebacken. Wer in seinem Kuchenstück die Fève findet, darf sich eine Krone aufsetzen und ist König für einen Tag. Er soll sich eine Königin raussuchen, die auch eine Krone tragen darf. Laut Wikipedia müssen alle Familienmitglieder, sobald der König etwas trinkt laut "Le roi boit!" (Der König trinkt) rufen, was für Franzosen schwierig auszusprechen ist (für mich übrigens auch). Bei uns wurde Maxi, der 6jährige, König und wählte sich eine Königin: Seinen Papa. =) Der hat seine Rolle den Rest vom Tag wirklich schön gespielt! 

Diese Tradition hat mich stark an die Amerikanische King Cake- Tradition erinnert, bei der auch ein Figürchen, hier ein gold-farbenes plastik Baby, in den Teig eingebacken ist. Als ich recherchiert habe, habe ich festgestellt, dass es da sogar einen Zusammenhang gibt! Die Franzosen haben ihre Tradition mit in die süd-östlichen Staaten gebracht, als sie das Gebiet besetzt hielten. Ich hab jetzt beim Schreiben richtig Lust auf bapp-süßen Kuchen bekommen....Hm...mal sehen ob ich da Rezepte finde.

Diese Woche wird bei der Familie renoviert. Im Eingangsbereich, Wohnzimmer und Esszimmer werden die Wände abgeschmirgelt und neu gestrichen. Das heißt, das ganze Familienleben findet im hinteren Teil des Appartements statt, wo die Schlafzimmer der Kinder sind. Am Dienstag wurde aber im Eingangsbereich die Wand abgeschmirgelt, was ja nicht gesund ist, wenn man es einatmet. Besonders für unseren 7jährigen Heinrich-Leopold, der Asthmatiker ist. Wir haben uns also entschlossen, dass die Kinder am Dienstag den ganzen Tag bei mir sind. Unter anderem auch deshalb, weil alle (ausser dem Kleinsten) Aktivitäten hatten und dauernd hin und her gelaufen werden musste. Das ganze lief auch ganz gut. Um halb 7 saßen die drei Jungs bei mir aufm Bett und schauten sich Ice Age 2 an. Die waren glücklich und zufrieden. Platz zum Toben hätten sie auf 10m² ja eh nicht gehabt. Um 7 kam dann der Monsieur und brachte 8 Pizzen von Pizza Hut vorbei. Wir waren dann also zu 5. und haben erstmal gegessen. Um halb 8 kamen dann die beiden großen Mädels mit Bärenhunger und um viertel vor 8 die Madame, die bisher auf die Handwerker aufgepasst hatte. Wir saßen dann also bei mir im Zimmer (immernoch 10m²!!!) zu 8 auf Bett und Boden und haben Pizza geschmaust. So ein Chaos und so ein Spaß hatte ich noch nie in diesem Zimmer! Es war ein richtiges Fest und die Kinder waren natürlich begeistert! Ich stelle demnächst mal das Einzige Bild von diesem Abend ein. Ich muss sagen, für mich wars einmalig!

 

Weg von der Familie und rein ins Pariser Leben: Die Metro. In der Metro könnte ich den ganzen Tag verbringen. Man kann super Leute beobachten und es ist wirklich faszinierend, wieviele verschiedene Menschen da unterwegs sind. Ausländer wie Franzosen, Touristen, Büro-fritzen, Bettler, Musikanten, extrem große Menschen, die kaum durch die Tür passen und Erwachsene, die mir bis zum Oberschenkel reichen, Pärchen, Jugendliche in Feierlaune, alte Männer, die über gute alte Zeiten und aktuelle Politik diskutieren... etc! Auch interessant zu beobachten ist, wie sich die Art der Mensch, ihre Kleidung, ihre Accesoires, verändern, auf dem Weg durch die Stadt. Je nachdem durch welches Arrondissement man gerade fährt, begegnen einem andere Menschen. Im 16. und 17. Arrondissement (bei mir *hehe*) trifft man auf viele Leute, die "très chic" sind. Sie spielen mit ihren Ipods und Blackberrys herum und wedeln mit ihren Louis Vuitton Taschen herum. Fährt man mit der selben Linie weiter nach Norden und noch weiter nach Osten, werden Kleidung und Taschen billiger. Hier komme ich mir nicht mehr minderwertig vor, weil man Handy nicht ins Internet gehen kann. Auch Interessant ist, die Hautfarbe der Menschen verändert sich. Im Nord-Osten (also in Ärmeren Vierteln) sieht man viel mehr Schwarze. Das ist eine Tatsache und soll in keinster Weise rassistisch klingen, denn es ist nunmal so! Ausserhalb der eigentlichen Metro-Bahnen tut sich auch einiges in den Gängen. Diese Woche kam ich aus dem strömenden Regen in eine Station herein und fand unten eine Gruppe von drei Jungs die richtig gute Musik gemacht haben. Ein Mix aus Jazz/ Pop, viel Improvisation. Die hatten richtig was drauf und haben nen regelrechten Auflauf verursacht. Ein Zuschauer hat sogar angefangen zu tanzen und viele andere (wie ich) wippten im Takt mit. Auch das war ein einmaliges Erlebnis. Bei solchen Ereignissen, bin ich richtig froh hier zu leben. Sowas findet man in klein-Speyer eher selten^^

 

Von tollen Ereignissen komme ich jetzt noch auf die Schule zu sprechen. Kein sooo tolles Ereignis, aber es läuft gut. Ich habe 2 Niveaus, also Klassen, übersprungen und hatte Angst, nicht mehr mitzukommen, aber alles läuft prima, ich fühle mich jetzt viel mehr gefordert, aber keinesfalls überfordert. Ich komme mit meinem französisch gut vorran und habe mitlerweile auch einige Kontakte mit Franzosen geknüpft, mit denen ich richtig französisch reden muss. Mein Vokabular erweitert sich also täglich. Es ist ein gutes Gefühl, zu merken, dass etwas vorran geht, dass diese Zeit hier mir jetzt schon nützt. Ich bin ja nun immerhin fast auf der Hälfte angelangt... Mit diesem Gedanken und damit einem lachenden und einem weinenden Auge, mach ich mal Schluss für heute. In 10min fange ich an zu arbeiten und heute Abend wartet ein Ausgeh-Programm auf mich. =) 

Viele liebe Grüße und noch allen ein gutes neues Jahr!

Bisous,

Eure Judy

 

 


Geschrieben: 12:51, 21.01.2010
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Es schneit!...

 ...und Paris vversinkt im Chaos. Die Metro ist voll mit gestressten Pendlern (noch voller als sonst), weil man auf den Straßen nicht mehr vorwärts kommt. Da ist es ein einziges Hupen und Ärgern. Die Straßen sind matschig und eklig schwarz. Richtig unschön ist es auch sich zu Fuß fort zu bewegen, da bei jedem Schritt ein lautes Schmatzgeräusch ertönt. Auch auf den Gehwegen ist der Schnee sofort zu Matsch geworden.

Als ich heute morgen aufstand, war es draussen noch dunkel, also habe ich, wie immer, meine Vorhänge zu gelassen. Umso überraschter war ich, als ich ins freie trat und von oben fielen weiße Flocken auf mich herab. Da hat der Tag doch einen guten Anfang gehabt, trotz dem frühen Aufstehen und dem gestrigen Tag.

Gestern hatte ich nämlich gleich mehrere Probleme auf einmal. Zuerst einmal war es ein Mittwoch, was normalerweise schon viel Stress heißt, weil die Kinder nur bis 13Uhr in die Schule gehen und danach zu diversen Aktivitäten gebracht werden müssen. So bin ich auch an diesem Mittwoch mit zwei von meinen Jungs und einem Freund zum Fußballtraining gefahren. Wir nehmen da immer den Bus, weil der Weg etwas weiter ist. Ich habe die Fahrkarten der Jungs an mich genommen und zu meiner Monatskarte gesteckt damit sie nicht verloren gehen und wir wieder geregelt nach Hause kommen. Blöderweise musste ich feststellen, dass ich meine Monatskarte (mitsamt den Einzeltickets der Jungs) wohl nicht in meine Tasche sondern daneben gesteckt hatte. Ich merkte es aber erst als wir schon aus dem Bus ausgestiegen waren. Ich habe also, nachdem die Jungs im Training waren, mich eine Stunde lang in die Kälte an die Bushaltestelle gestellt und gehofft unser Bus kommt irgendwann vorbei. Derweil bin ich in jeden Bus nummer 94 eingestiegen und habe den Fahrer gefragt, ob er was gefunden hat. ich konnte mich nämlich nicht mehr an den Fahrer unseres Busses erinnern. Irgendwann bin ich dann wieder beim ersten angelangt, den ich gefragt hatte, und es war sowieso Zeit die Jungs abzuholen. Ich habs dann auf der Rückfahrt hinbekommen, dass nur ich die Fahrt zahlen musste und nicht nochmal für die drei kleinen ein Ticket lösen musste. Zu Hause angekommen, war noch soviel Mittwochs-stress, dass ich erst abends um 21.30Uhr in meinen Unterlagen schauen konnte, was zu tun war. Ich hatte es ja eigentlich nicht eilig nur wegen der Monatskarte. Das war zwar ärgerlich, aber nicht weiter schlimm. Was viel schlimmer war, war: Ich habe mit der selben Karte eine carte vélib. Damit kann ich mir an jedem x-beliebigen Ort in ganz Paris ein Fahrrad von einer Station nehmen und eine halbe Stunde kostenlos damit herumfahren. Das ist im Grunde recht praktisch für kurze Strecken bzw in der Nacht, wenn die Metro nicht mehr fährt. Das einzige Problem ist aber, wenn man nach einer halben Stunde das Fahrrad nicht wieder an einer Station (muss nicht die erste sein) abstellt, wird das richtig teuer. Wenn also ein Fahrrad innerhalb 24h nicht zurückgebracht wird, kostet das den Inhaber der Karte 150Euro. Wenn jemand das genutzt hat mit meiner Karte, werde ich Ende des Monats arm sein.. ^^

Ich habe dann abends angerufen und hatte Glück, dass noch jemand an die Hotline-Nummer ging. Meine Karte wurde gesperrt und ich habe heute eine neue bekommen. Das hat mich natürlich auch wieder Geld gekostet, aber wenigstens ist das erledigt. Ich war gestern n ganz schönes Nervenbündel. Dazu kamen noch Probleme mit meiner Handyrechnung, was auch teuer wird. Also alles in allem nur Geldprobleme. Den Satz "Geld allein macht nicht glücklich, man muss es auch besitzen." finde ich seit ich hier bin sehr treffend. Natürlich bin ich hier auch glücklich, da darf man mich nicht falsch verstehen, aber es ist schon schwer mit Geldsorgen umzugehen. Ich finde das aber eine gute Lektion. Muss ich echt sagen. Man muss lernen damit umzugehen, es ist nicht einfach und nicht schön, aber es klappt schon irgendwie. :-)

Ich freu mich auf jeden Fall riesig auf nächste Woche, da wohne ich im weihnachtlichen Luxus in Speyer. Hab ein doppelt so großes Bett und Zimmer und keine Probleme mehr! ;-)

O du fröhliche! 

Viele vor-weihnachtliche Grüße und bis ganz ganz bald!

Judy


Geschrieben: 15:52, 17.12.2009
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Weihnachtliche Grüße

 6.12.

Langsam beginnt es auch hier zu weihnachten. Die Champs-Elysées ist  schon richtig kitschig-festlich geschmückt und auch der Weihnachtsmarkt sie aus, wie aus der Schachtel. Beides hat mich bislang nicht festlich gestimmt.

Heute ist aber der Nikolaus gekommen! Ein Freund von mir aus der Gemeinde hatte sich verkleidet und die Kindern standen ganz ehrfürchtig da und wurden sowohl gelobt, als auch getadelt. Es war ein richtig herzergreifender Anblick, vor allem der kleinste, der so weit den Kopf zurücklegen musste um den "groooßen" Nikolaus anzuschauen. (Der Nikolaus war ca 1,70m ^^) Auch ich wurde vom Nikolaus beschenkt, weil ich in diesem Jahr so brav war. Und das, was der heilige Nikolaus sagt, das muss ja stimmen. (Ich hoffe, ich bekomme da jetzt keine Einwände zu hören) 

Ich muss aber auch sagen, heute war das erste Mal, an dem der Adventskranz angezündet wurde. Vorher war auch keinerlei Dekoration im Haus zu sehen. Das, Lebkuchen, Plätzchen backen und echt gemütlicher Weihnachtsmarkt, sowie kaltes Wetter oder vielleicht sogar Schnee haben mir bisher aber doch gefehlt um richtig in Stimmung zu kommen. In 2,5 Wochen ist schon Weihnachten!! Es ist kaum zu glauben. 

Die Franzosen haben oft die gleichen Traditionen wie wir, ich habe nur das Gefühl, dass sie insgesamt später anfangen damit. Gut, gerade in den Familien, von denen ich das mitbekomme, ist oft die Zeit zu knapp um sich auf Weihnachten vorzubereiten, weil die Kinder von einer Aktion zur nächsten müssen und manchmal noch nicht mal mehr Zeit zum Hausaufgaben machen bleibt. Aber, man höre und staune, die Franzosen kennen durchaus Adventskränze, auch wenn nicht unbedingt jeder Haushalt einen hat. Die Christbäume sind entweder klassisch oder seeehr absurd. Ich habe, hier in Paris, jetzt schon an mehreren Stellen geschäfte gesehen, die lebensgroße Stoff-Weihnachtsbäume in allen Farben verkaufen. Alle Farben heißt dann auch mal pink oder neon-grün... Die Franzosen..ich werde sie nie verstehn :-)

Soviel zur weihnachtlichen Stimmung. Ich bin auf jeden Fall schon ganz aufgeregt und freu mich riesig auf zu Hause! Bis ganz bald!

Jüüüdiiiithe


Geschrieben: 21:45, 5.12.2009
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Hexenhäuschen und Gesundheit

 Hi!

Ich habe tatsächlich Lebkuchenhäuschen mit den Kids gebastelt. Das war ein ganz schön schwieriges Unterfangen, weil zuerst die Wände der Häuser und das Dach zusammengeklebt werden mussten. Dazu haben wir eine Art essbaren Heißkleber benutzt, nämlich karamelisierenden Zucker. Nein, ich habe mich nicht vertippt. Ich habe Zucker in einer Pfanne erhitzt bis er flüssig wurde, also begann zu karamelisieren. Diese heiße Maße hielt dann die Wände zusammen als sie sich abgekühlt hatte. Man musste gleichzeitig aufpassen, dass der Zucker nicht verbrennt. Wir brauchten drei Anläufe. Am nächsten Tag konnten wir dann endlich anfangen zu dekorieren. Dieses Mal haben wir einfach einen Zuckerguss-Kleber verwendet. Das einzige Problem, das sich stellte, war, dass der Lebkuchen über Nacht Feuchtigkeit aufgnommen hatte und die Häuschen langsam zusammen sackten. Erst dachten wir, dann sehen sie eben mir wie echte Hexenhäuschen aus, aber sie zerfielen dann ganz. Von 4 Häuschen lebt also noch eins. Die anderen sind in ihre Bestandteile zerfallen. Schmecken werden die bestimmt aber auch prima. 

Mittlerweile war ich auch beim Arzt. Das ist eine Geschichte für sich. Ich musste feststellen, und das hat mir Madame auch bestätigt, dass französische Ärzt dazu neigen voreilig viel aufzuschreiben und den Patienten nicht über eine eventuelle Diagnose zu unterrichten. Im Klartext heißt das, der Herr Doktor, oder soll ich sagen Monsieur le Docteur, hat mir fragen zu meiner Gesundheit gestellt, mich anschließend untersucht (Abtasten der Lymphknoten, Abhören der Atmung, etc) und mir daraufhin ein Rezept ausgestellt. Das Rezept war im Grunde ein großes weißes Blatt mit Durchschlag, auf dem der Arzt handschriftlich vier Medikamente notierte! Es kamen noch Datum und Unterschrift dazu und das wars. Ich bekam einen Zettel für die Krankenkasse, die die Kosten (40€) erstattet und schon war ich entlassen. Weil es schon spät war, bin ich am Tag darauf zur Apotheke gelaufen. Dort habe ich mir dann erstmal sagen lassen, wofür welches Medikament gut ist, da ich fand, es war viel auf einmal. Es stellte sich heraus, dass er mir gegen den Husten und gegen Halsweh etwas verschrieben hatte, aber dann auch noch Nasenspray und etwas um den Magen zu beruhigen. Bei dem Gespräch hatte er mich gefragt, ob meine Nase verstopft sei, was ich verneinte. Ich hatte auf seine Frage hin auch erwähnt, dass mir am Tag etwas schlecht gewesen war, das aber nicht weiter schlimm und der Rede wert wäre. Meiner Meinung nach war da also kein Medikament nötig. Ich habe mir dann auch nur die beiden ersten geben lassen und ich fühle mich nach 2 Tagen schon sehr viel besser. 

Soweit erstmal zu meiner Gesundheit, ich muss aufhören, da ich gleich anfange zu arbeiten.

Bald mehr!

Bizz,

Judy


Geschrieben: 15:58, 23.11.2009
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Nachtrag

Ich stelle gerade fest, wie viele Einträge noch aus September stammen und dann nur drei im Oktober! Daran sieht man ja, dass ich mich gut eingelebt habe. Ich hoffe ihr nehmt mir das nicht krumm. Der November ist ja jetzt auch schon zur Hälfte vergangen. Da weiß man gar nicht was man sagen soll ausser: Die Zeit fliegt nur so an mir vorbei. 

Bizz, Judy


Geschrieben: 12:44, 17.11.2009
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Interneeeeet!!

 17.11. 

Hallo ihr Blog-LeserInnen!

Ich habe tatsächlich nach 2Monaten Durststrecke Internet in meinem Zimmer! Das heißt jetzt nicht, dass ich öfter hier Einträge hinterlasse, sondern nur, dass ich keine gute Ausrede mehr habe, warum ein neuer Eintrag auf sich warten lässt! :-) 

In den letzten Wochen ist alles relativ glatt gelaufen. Die Kids hatten Ende Oktober Herbstferien, was für mich eine 42 statt eine 30 Stunden Woche hieß, aber wir hatten in dieser Zeit auch viel Spaß zusammen. Während der Schulzeit muss ich die Kinder oft durch die Gegend schicken, sie müssen sich beeilen. Da bleibt selten mal Zeit zum spielen. In den Ferien aber, waren wir fast jeden Tag Innliner fahren, auf einem nahe gelegenen Platz. Außerdem hat die Madame Monopoly gekauft. Mit den großen Kindern war das auch ein Spaß. In Paris kauft man dann natürlich eine Pariser Version von Monopoly, in der dann die Park Avenue beispielsweise Champs Elysee heißt! Ganz interessant. 

Ich hatte dann auch Gelegenheit übers Wochenende nach Deutschland zu fahren, da es aber dann doch ein kurzer Besuch war, bin ich nur bis Saarbrücken gekommen. Für alle Speyrer: Haltet durch bis Weihnachten, ich komme am 22.!! :-) Ich hab also Peter besucht, was total schön war. Wir haben viel gegessen und waren in der Stadt, wo ich ganz begeistert war, dass ich alle Passanten verstanden habe! ^^ Am Sonntag abend hatte ich dann sogar noch Zeit ein Schwätzchen mit meinem Bruder zu halten, was mich auch sehr gefreut hat. Man denkt sich gar nicht, wie schnell man so ne Nervensäge vermisst *g*

Mittlerweile hat sich die Krankheit, die die ganze Familie schon hatte auch auf mich ausgebreitet. Ich habe fürchterlich Husten, mein Atem rasselt richtig, weshalb ich ab und zu ganz gerne Darth Vader spiele. ^^ Ich habe kein Fieber und mir ist auch nicht schlecht, weshalb ich hoffe, dass es keine Schweinegrippe ist. Beim Arzt war ich noch nicht und das versuche ich auch zu vermeiden, weil ein Arztbesuch hier sehr teuer ist und der Schweinegrippen-Test auch noch einmal extra kostet. Aber wie gesagt, ich denke nicht dass es mit einem Schwein zusammen hängt. Ansonsten habe ich auch bei meinen Touristenbesichtigungen am WE Pause gemacht, da ich mich nicht wohl fühlte und sowieso nicht so schönes Wetter war.

Langsam fängt es auch in Paris zu weihnachten an. Ich habe ja gehört, zu Hause sind schon einige Weihnachtsmärkte eröffnet! Peu à peu werden hier Lichter aufgehängt. Für diesen Freitag habe ich mit den Kindern geplant Hexenhäuschen zu bauen, da es ein schulfreier Tag ist. Bald ist schon der 1. Advent und Weihnachten ist nur noch ein paar Türchen entfernt. Das hieß für mich früher in den Freistunden auf den Weihnachtsmarkt gehen. Eine Sache, die mir hier sicher fehlen wird. Angeblich soll es auch in Paris Weihnachtsmärkte geben, die jedoch nicht der Rede wert sind. Ich werde mich überraschen lassen. Einen Becher Glühwein werde ich dann hoffentlich in Deutschland noch bekommen.

Ah! Eine weitere Anekdote fällt mir gerade ein! Am Sonntag war ich (wie fast jedes Wochenende) im Gottesdienst in der deutschen Gemeinde. Da aber Volkstrauertag war, war unser Pfarrer auf dem Militärfriedhof und hatte uns eine Vertretung geschickt. Der Pfarrer, der den Gottesdienst hielt, war Franzose, hielt den Gottesdienst aber auf Deutsch, was ihm einige Schwierigkeiten einbrachte. Zum Friedensgruß ging er durch die GESAMTE Gemeinde, reichte jedem die Hand und sagte voll Inbrunst: „Der Leib Christi“! Für alle nicht- Kirchengänger: Er hatte die Phrasen verwechselt. Zum Friedensgruß sagt man: „Der Friede sei mit dir“, was auch alle schön laut geantwortet haben. Der gute Mann hat es aber erst gemerkt, als er die Kommunion austeilte und feststellen musste, dass er die Mahnung „Der Leib Christi“ schon einmal gesagt hatte. Am Ende des Gottesdienstes entschuldigte er sich dafür und erklärte, dass sein Deutsch „etwas eingerostet“ sei. Nunja, die Predigt war kurz und es gab Kommunikationsprobleme mit dem Organisten, aber wir hatten hinterher was zu lachen. Alles in allem hatte es sich also gelohnt aufzustehen.

Ich grüße euch über den Rand meiner Teetasse hingweg,

eure Judith


Geschrieben: 12:43, 17.11.2009
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Renovierung und Sightseeing

 24.10.09

 

Ich muss feststellen, ich habe lange keinen neuen Eintrag mehr dagelassen. Ich habe schon Mails gekriegt, ob ich denn noch lebe etc. J Ja, also, ich darf mitteilen: keine Nachrichten sind gute Nachrichten! Ich bin im Moment sehr zufrieden, obwohl es ziemlich kalt geworden ist und es oft regnet. Trotzdem gehe ich aus, treffe mich mit Freunden und arbeite in meinem normalen Rhythmus weiter. Sonntags gehe ich fast immer zur Kirche (in der deutschen Gemeinde, wie ich anfangs erzählt habe) und danach will ich mir nun zur Gewohnheit machen einen touristischen Tag einzulegen. Hier gibt es viel zu sehen. Manche Touristen haben aber in einer Woche mehr gesehen, als ich in fast 2 Monaten und das muss nun geändert werden. Ich willab sofort einmal wöchentlich meinen Horizont erweitern. Letztes Wochenende war ich mit dem Ziwi der Gemeinde auf Montmartre und bei Sacre Coeur. Der Montmartre ist der größte „Berg“ in Paris. Natürlich ist es kein wirklich großer Berg, der höhen Unterschied beträgt vielleicht 100-150m, aber man hat von oben doch einen ganz guten Ausblick über ganz Paris. Außerdem ist der Weg nach oben sehr malerisch. Die Häuser sind nicht mehr so hoch und es gibt viele kleine Gassen und Cafés. In früheren Zeiten, war dieses Viertel von Paris das Malerviertel. Hier haben viele große Maler gelebt und gearbeitet. Ich wage mich jetzt aber nicht, deren Namen zu nennen, da die Kunst nicht gerade mein Fachgebiet ist und ich da bestimmt genau daneben liege. ;-)

Sacre Coeur ist eine im 18. Jahrhundert erbaute Kirche, in der seit jeher 24 Stunden am Tag gebetet wird. Von aussen ist sie schön zu betrachten, interessanter ist aber das Volk, das auf den Stufen davor sitzt und bei gutem Wetter das Gesicht in die Sonne hält.

Bei anderen Gelegenheiten habe ich bereits den Arc de Triumph bestiegen und den Eiffelturm von unten betrachtet. Hinaufsteigen werde ich dann mit einem potenziellen Besucher, der das einmal erleben will. Wer das als die Einladung sieht, als die sie gemeint ist, darf sich gerne bei mir melden!

Bei mir wird es sogar immer schöner. Im Moment wird bei mir auf dem Flur gerade renoviert, was in 1-2 Wochen fertig sein sollte. Bisher war der 7. Stock dieses Gebäudes etwas vernachlässigt, da er ja früher als Wohngelegenheit für die Angestellten des Hauses diente. Da jetzt aber die Wohnungen hier oben größer sind und von ganz „normalen“ Leuten bewohnt werden, wird hier renoviert. Demnächst haben wir wohl Parkettboden im Flur statt kalten Backsteinkacheln. Die Wände sind jetzt schon weiß, statt mit einer Farbe angestrichen, die irgendwas zwischen grün und braun war, und an manch einer Stelle schon abblätterte. Auch die Beleuchtung wurde bereits verändert. Wir haben jetzt richtig moderne Bewegungsmelder an unseren richtig modernen, in die Decke eingelassenen Oberlichter, statt der bisherigen Funzel, bei der Mann erstmal durch den halben, dunklen Flur laufen musste, bis man den Lichtschalter erreichte und dann auch den Schalter zuerst noch suchen musste. Jetzt denkt sich wohl einer: Achja, ist ja nicht so schlimm, das Licht braucht man ja nur nachts, die meiste Zeit entsteht dieses Problem ja gar nicht. Nur denkt da Einer falsch. Die Wohnungen, die von diesem Flur abgehen, sind so gebaut, dass sie alles natürliche Licht von aussen auffangen können, was im Grunde ja nicht schlecht ist. Nur gibt es somit Tag und Nacht keinerlei natürliches Licht im Flur.

Das Obige soll jetzt in keinster Weise abwertend klingen, ich bin mit dem früheren Zustand auch klar gekommen, nur ist es dann so viel bequemer und luxuriöser.

Mein Zimmer an sich könnt ihr euch ja in meinem Fotoalbum anschauen. Ich hab es auf jeden Fall schon ins Herz geschlossen. Andere Au-pairs beneiden mich sogar darum. Ich habe zwar nicht viel Stauraum, aber alles was ich zum leben brauche. Wenn ich Platz zum herumlaufen brauche, kann ich nach draussen gehen oder zu meiner Gastfamilie. So hab ich alles gleich zusammen und griffbereit, was auch nicht schlecht ist. Ihr seht also, bei mir läuft alles glatt und ich bin sehr zufrieden. Mein Französisch ist immer noch „nicht so bon“ aber es wird immer besser, ich lerne täglich dazu.

Soweit von mir, ich freue mich immer über die neusten Berichte von zu Hause per Internet oder aber auch per Post! :-D

 

Judy


Geschrieben: 19:21, 25.10.2009
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Sprachschule

 4.10.2009

Tut mir leid, wenn ich mit meinem letzten Eintrag etwas Furore gemacht habe… Ich wollte es eben darstellen, wie es ist. Ihr braucht euch aber alle keine Sorgen machen, mir geht es gut und ich passe auf. ;-)

Die Sprachschule hat begonnen und ich habe schon wieder neue Leute kennengelernt. Das ist das Schöne am Ausländer sein in Paris, man lernt immer nette neue Leute kennen. Der Kurs in dem ich bin, erscheint mir momentan etwas einfach, aber ich brauche im Moment die Wiederholung der Grammatik. Die Lehrerin hat mir empfohlen in einen höheren Kurs zu wechseln. Ich befürchte aber, dass im nächst höheren Kurs keinerlei Grammatik gemacht wird. Das klingt zwar im ersten Moment gut, ist aber letztendlich doch eher stressig, weil ich eine Wiederholung der Grammatik bitter nötig habe, da ich in der Schule meistens geschlafen habe J Ich ziehe den Wechsel dann im nächsten Trimester in Erwägung, ich will ja immerhin auch vorwärts kommen. Ok heute etwas kürzer, habe viel zu tun ;-)

Beim nächsten Mal, schreibe ich wieder mehr! Viele liebe Grüße!

Judy

P.S. Schaut mal in das Bilderalbum rein! Ich habe neue Bilder hochgeladen


Geschrieben: 20:26, 6.10.2009
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Letzter Tag des 1. Monats

 30.9.2009

So, jetzt habe ich tatsächlich den ersten Monat hinter mich gebracht! Die ersten Wochen gingen schleppend, aber ich denke ab jetzt wird die Zeit immer knapper. Heute ist auch mein erster Zahltag! Endlich werden meine Geldsorgen ein Ende haben. Zumindest vorläufig. Ich mach mir nichts vor, dass an jedem Ende des Monats nicht so arg viel übrig bleiben wird, denn Paris ist nun einmal eine teure Stadt und ich will ja auch was davon haben ;-) Eine Tatsache, die Paris so teuer macht, ist dass sie die Stadt der Mode ist.

Morgen Abend ist beispielsweise Eröffnung der Fashionweek mit einer großen Party. Weil wir Damen da keinen Eintritt zahlen müssen, stürzen wir uns natürlich auf die Gelegenheit in die Pariser Modewelt einzutauchen. Wir werden uns also richtig hübsch aufstylen und versuchen an den Türstehern vorbeizukommen, die Kleidungsmäßig sehr streng sein werden. Die Pariser Mode ist nun Mal eine andere, als die unsere. Ich würde auf eine Party daheim mit einem schönen bunten T-Shirt und Jeans gehen. Hier ist dann schon eher Kleid oder Rock gefragt und das möglichst in langweiligen Farben. Ich werde also in einem schwarzen Kleid enden, das ich mit etwas Schmuck hoffentlich auf Vordermann bringen kann.

Von solchen Parties gehe ich mit meinen Freundinnen immer zusammen heim. Wir übernachten bei einer, da es nicht gerade ungefährlich ist in der Nacht hier alleine herumzulaufen. Trotzdem haben wir letztin ziemliche Angst bekommen. Wir sind zusammen zu mir gelaufen und kurz vor der Eingangstür stand ein alter Penner, der uns gefragt hat ob wir einen Cityroller haben wollen. Wir haben höflich verneint und sind einen Schritt schneller gegangen. Wir mussten dann aber an der Tür stehen bleiben, weil diese über Nacht mit einem Code gesichert ist. In dieser Zeit kam uns der Mann hinterher und lachte furchteinflösend. Sobald die Tür aufging rannten wir rein und drückten sie hinter uns wieder zu. Der Mann stand vor der Tür und sah uns durch die Scheibe an und lachte, was das Zeug hielt. In diesem Moment war ich sehr froh, dass Verena und Thuy bei mir waren und ich den Code auch auf die Schnelle wusste. Am Anfang hatte ich mir den ins Handy eingespeichert und hätte ihn erst noch suchen müssen.

An einem anderen Abend sind wir heimgelaufen, als ein Auto angehalten hat und ein paar Jungs uns etwas hinterher gerufen haben. Als wir nicht reagiert haben, sind sie einfach ganz langsam neben uns her gefahren bis es ihnen zu dumm wurde. Gott sei Dank sind sie nicht ausgestiegen sondern weitergefahren. Auch in dieser Situation waren wir froh, nicht alleine zu sein.

Ich denke nach einer Zeit gewöhnt man sich an solche Zwischenfälle und man sollte als Tourist in Paris immer wissen: Niemals nachts alleine herumlaufen! Die meisten von euch werden sich das schon denken können, aber hier ist eben die Bestätigung.

 

Noch eine Geschichte, die viel schöner ist und bei Tageslicht stattgefunden hat: Wir haben zu 4. (Verena, Thuy, Laura und ich) in meinem kleinen 10m² Zimmer gekocht. Vietnamesisch, unter Thuys Anweisung. Es war zwar eng und wir hatten dann doch nicht alles da, was wir gebraucht hätten, beispielsweise ein scharfes Messer oder eine große Schüssel, aber wir haben es geschafft. Es hat viel Spaß gemacht und großen Appetit auf mehr. Ich stelle die Bilder noch in mein Kameraalbum, damit ihr sie alle sehen könnt. J

 

Ansonsten mache ich dann erstmal wieder Schluss, ich muss gleich anfangen zu arbeiten. Mittwoch ist mein längster Tag. Da haben die Kinder um 11 Schule aus, statt um 17Uhr, wie sonst unter der Woche. Also, bis bald! A bientôt!

Judy


Geschrieben: 19:32, 30.09.2009
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Gottesdienst

 Hallo ihr Lieben!

Ihr werdet es nicht glauben, aber ich war tatsächlich den ganzen Sonntag in der Kirche! ^^ Morgens zum Gottesdienst bin ich hingegangen. Dort habe ich andere deutsche Au-pairs getroffen, weil es ein Gottesdienst in der deutschen Gemeinde war. Danach gab es im Kirchengarten gegrilltes und Salat und viele nette Gespräche. Ich bin letztendlich erst um 21 Uhr gegangen. An diesem Ort fühle ich mich aufgehoben. Die Messe war nicht langweilig und altmodisch sondern richtig modern. Es waren auch viele junge Familien da, ganz im Gegenteil zu den Gottesdiensten bei uns, wo überwiegend alte Leute in der Bank sitzen. So war da richtig was los und alle sind super nett und freuen sich neue Leute in ihren Kreis aufnehmen zu können. Es ist wie eine große Familie, auch wenn das kitschig klingt. Da kann man sich einfach wohlfühlen und mal abschalten nach einer stessigen Woche unter den Franzosen (auch wenn meine Familie im Grunde deutsch ist, sprechen wir französisch und auch mein gesamtes Umfeld ist nun Mal französisch).  

So langsam komme ich in den Trott auch rein. Montag morgen bin ich aufgestanden und hab mir sehnlichst das Wochenende herbeigewünscht. :-) Und schon geht meine Arbeit weiter. Neben mir wartet ein riesen Haufen Bügelwäsche, den ich schon viel zu lange vor mir herschiebe. 

A bientôt!


Geschrieben: 13:14, 22.09.2009
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Nightlife

 19.9.2009

 

Hi Ihr Lieben!
Jetzt hab ich ja schon wieder länger nicht geschrieben. Aber es ist auch nicht viel passiert. An meinen Abenden versuche ich mich immer wieder mit meinen Freundinnen im Pariser Nachtleben zu Recht zu finden. Aber das gestaltet sich schwieriger als man denkt. Zuerst einmal heißt Großstadt nicht gleich längere Öffnungszeiten oder Einlasszeiten. Auch die Metro fährt nur bis 2 Uhr nachts. Wir haben mittlerweile herausgefunden, dass die erste Metro dann wieder gegen 5.30 fährt. Aber wenn man dazwischen irgendwo fest steckt ist es gut, wenn man in das Abendhandtäschchen seine Wanderschuhe reingepackt hat. Die meisten Clubs kosten auch ein Vermögen! Der bisher billigste, den wir gefunden haben, hat 15€ Eintritt gekostet! Ansonsten alles ab 20€! Klar, es ist Paris. Aber da müsste man dann eben auch gescheite Anschlüsse haben zu den verschiedenen Ortsteilen, damit sich das dann auch lohnt. Denn nach so einer Ausgabe an einem Abend für Eintritt hat keine von uns noch Geld, ein Taxi zu bezahlen. Also hat alles seine Vor- und Nachteile. Außerdem muss man wissen, wo denn die Clubs und Bars sind, die dem Musikgeschmack des Einzelnen entsprechen. Also wenn man ganz ohne Plan losläuft, endet der Abend mit wehen Füßen, etwas früher als geplant, zu Hause im Bett. Wer dazu Infos brauch: Ich hoffe, dass ich mich in etwa einem Monat auskennen werde^^

 

In der Familie pendelt sich so langsam alles ein. Jeden Abend um 6 dusche ich die drei kleinen Jungs, wobei es bei den zwei Jüngeren immer ein großes Geschrei gibt. Danach gibt es Abendessen, das die Mutter vorbereitet während ich mit den Kindern im Bad bin. Viel Stress und Geschrei gibt es dann erst wieder um 8. Da müssen die Jüngsten ins Bett und wollen natürlich nichts davon wissen. Das raubt mir an manchem Abend den letzten Nerv, aber es geht ja alles vorbei. Ich denke mir oft, wie schön es doch wäre, hätte ich nur 2 Kinder zu betreuen. Dann wäre alles vorbei wenn die im Bett sind. Aber danach habe ich noch mal zwei, die eine halbe Stunde später schlafen sollen und auch keine Lust dazu haben. Das fünfte und älteste Kind geht immer brav alleine ins Bett, da soll ich mich auch gar nich mehr drum kümmern. Sie gehört da dann schon quasi zu den Erwachsenen, darf sich noch ein wenig zu uns setzen und erzählen. Das ist eigentlich meine Lieblingszeit des Tages. Wenn alles ruhig geworden ist und man noch zusammensitzt und redet. Das erinnert mich stark an zu Hause. Diese Zeit nutze ich, um mich wieder zu entspannen und mir zu sagen, dass der Tag, trotz den Problemen am Abend, doch recht schön war.

 

Auch das Wetter ist heute schön. Ich sitze im Park Monceau, der nicht weit von mir entfernt ist, und habe kostenloses Internet. Das wiederum ist ein wunderbarer Vorteil der Großstadt Paris^^ Ich sitze hier also, schreibe euch, und lasse mir die Sonne ins Gesicht strahlen. Vielleicht sind es die letzten warmen Strahlen für eine ganze Weile. Ich hoffe ihr könnt diesen Eintrag auch bei Sonnenschein lesen und euch mit mir an ihr freuen


Geschrieben: 00:42, 19.09.2009
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Ein etwas anderer Tag

 8.9.2009

 

Heute hatte ich zum ersten Mal einen etwas stressigeren Tag. Hab mich beim Essen machen etwas blöd angestellt, was der Madame etwas Stress bereitet hat. *hehe* Bin eben in der Küche nicht gerade die Schnellste. Dafür hab ich sonst im Haushalt alles ganz gut im Griff. Heute hab ich auch zum ersten Mal die Kinder alleine von der Schule abgeholt, das ging auch daneben, weil die Lehrerin mich nicht erkannt hat (obwohl ich mehrfach vorgestellt wurde) und dann eins meiner Kiddies nicht rausgelassen hat. Man muss sich das vorstellen wie auf einem Großmarkt. Wenn die Schule aus ist, versammeln sich alle Mütter, großen Geschwister, Väter oder Au-pairs vor den Toren. Die Lehrerinnen stehen an der Tür mit einer Horde Kinder im Angebot. Es gibt dann ein Geschrei und Gejohle, Mütter winken den Händlern (also den Lehrerinnen) zu und ergattern so ihr ganz persönliches Kleinkind...

Natürlich ist es KEIN Kinderhandel. Aber es ist schon ein riesen Trubel und damit dabei kein Kind verloren geht, müssen die Lehrerinnen eben sehr gut aufpassen. Ich musste mich dann eben mit drei Kindern an der Hand durch die Menge nach vorne drängen, um zu beweisen, dass ich berechtigt bin das 4. auch noch mitzunehmen.

Es hat dann auch geklappt und beim nächsten Mal wird mich die Lehrerin dann hoffentlich erkennen. J

 

Später hab ich mir dann noch ein blaues Auge eingefangen. Ich habe mit dem kleinsten Flugzeug gespielt und es wurde wohl etwas wild. Da sind wir mit den Köpfen zusammen gestoßen. Mann o Mann der hat `nen ganz schönen Dickschädel^^ Ja, er hat natürlich nichts gemerkt (so wie Kinder halt manchmal sind – total Schmerzunempfindlich) und ich war erstmal ausser Gefecht gesetzt. Fertig mit Flugzeug für heute.^^ Bin mal gespannt ob es morgen wirklich blau wird. Im Moment merk ich es nur noch, wenn ich drauf drücke.

 

Manchmal ist es schon komisch auf meinem mini-Zimmer zu sitzen. Ich kann es noch nicht realisieren, dass ich tatsächlich in Paris bin. Bisher hab ich so wenig davon gesehen und durch Internet und Telefon bin ich noch so nah an daheim. Ich merke immer nur morgens, dass ich tatsächlich in der Fremde bin. Da laufen meine Nachbarn auf dem Flur vorbei, schliessen Türen auf und zu oder telefonieren und erzählen miteinander. Diese Wohnungen sind so hellhörig, dass ich jedes Mal denke, da steht jetzt jemand bei mir im Zimmer. Nur dass ich dann merke, dass derjenige, der mich geweckt hat durch eine doppelt verschlossene Tür von mir getrennt ist. Komisches Gefühl so aufzuwachen. Aber ich denke, man gewöhnt sich an alles.

 

A bientôt!

Judy


Geschrieben: 16:01, 9.09.2009
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Die ersten Tage in der Familie

Hi ihr Alle! Ich hatte bisher keine Gelegenheit ins Internet zu kommen, deshalb hab ich meinen Blog offline geschrieben und lade ihn jetzt hoch. Das Datum stimmt  also nicht überein.

 

3.9.2009

 

Ich bin endlich angekommen!!!! Wuhuuu!! Ich bin heute zu meiner Gastfamilie gezogen. Es war mir schon etwas peinlich wie schwer mein Gepäck war und auch wie viele Stücke es waren… Nunja, aber es ist alles da. Ich habe mein Zimmer schon fast fertig eingeräumt. Es fehlt noch die große Tasche^^ Damit warte ich aber bis morgen früh. Aber auch so fühle ich mich schon wie angekommen. Im Foyer Porta war es zwar auch schön, aber da lebte ich noch aus dem Koffer und wusste nie, wie lang mein Aufenthalt noch dauern würde. Hier kann ich mich richtig schön häuslich einrichten! Gut, in 10m² kann man eigentlich nicht von häuslich sprechen. *g* Ich fühle mich aber wohl und das ist das Wichtigste. Dazu beigetragen hat vorhin auch die Begrüßung der Kinder, besonders des kleinen Carl-Ludwig(4), als sie gehört haben, dass ich dieses Mal bleibe und nicht so schnell wieder gehe. J Für mich ist es schwer die Kinder zu verstehen, wenn sie ein Gemisch aus Deutsch und Französisch sprechen. Aber daran werde ich mich wohl gewöhnen.

Diese Woche werde ich wohl noch geschont, es ist die Einführungsphase. Mal sehen, was die so bringt.

Der letzte Tag mit den Au-pair Mädels im Foyer heute war auch wunderschön. Laura, Verena und ich waren nachmittags noch auf der Champs Elysée spazieren und haben viel gelacht. Ich nehme an, und hoffe es auch, dass diese beiden Namen noch öfter in meinen Erzählungen auftauchen werden. ;)

 5.9.2009

Die Schweinegrippe ist auch in Paris angekommen. Jedes Mal wenn man von der Straße ins Haus kommt, weden zuerst die Hände gewaschen. Das ist die oberste Regel des Hauses! Fand ich schon sehr erstaunlich, ist aber bestimmt nicht schlecht und sinnvoll. 

Heute habe ich frei, wie jedes Wochenende und ich werde später mal versuchen die Sehenswürdigkeiten aus der Nähe zu sehen, die ich in diesem Moment vom Fenster aus betrachten kann. Das wären zum Beispiel der Eiffelturm und der Staatspalast. Vielleicht hebe ich mir das auch für morgen auf, bin nämlich nicht ganz auf der Höhe im Moment. Eine kleine Erkältung hat mich erwischt. Aber keine Angst alles ohne Fieber, ich hab also (*puh*) nicht die Schweinegrippe. ^^

So jetzt hattet ihr ja erstmal was zu lesen, hoffe ihr hattet euer Vergnügen daran. 

Viele Grüße aus dem wunderschönen Paris

Judith

 


Geschrieben: 18:20, 5.09.2009
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Ja hier bin ich wieder.

Ich muss sagen, ich hab mich mal wieder zu früh gefreut. Die Familie von der ich erzählt habe war sich nicht sicher, ob wir gut zusammen passen und hat sich noch ein anderes Au-pair angeschaut, was mir die Chance gab auch noch eine weitere Familie zu besuchen. Das war auch gut so, weil ich jetzt tatsächlich dort einziehen werde. *freu* Diese Familie lebt am Innenstadtrand des 17.arrondissements in einer wunderschönen Gegend. Auch die Wohnung an sich ist atemberaubend schön. Ich habe ein eigenes kleines Zimmer im 7. Stock des selben Hauses (unterm Dach). Auch das ist sehr schön eingerichtet. Ich freue mich riesig bei dieser Familie wohnen zu dürfen. Die Eltern sind beide Deutsche, was aber meinem Ziel französisch zu lernen nicht im Wege steht, denn ich spreche nur französisch mit ihnen. Bei den Kindern ist die Sprache noch unsicher. WIr mixen da etwas.^^ (Das alles nur vom Vorstellungsgespräch) Außerdem ist die ganze Familie sehr musikalisch, was natürlich super passt. Ich musste auch schon gleich ein kleines KOnzert geben und habe auch schon von den beiden ältesten Mädels ein Ständchen gespielt bekommen. Es sind insgesamt 5 Kinder. 2 große Mädchen und 3 kleine Jungs.

Oh ich muss aufhören. HAb gleich nen Beratungstermin.

Bis bald!!

Eure Judith


Geschrieben: 09:14, 3.09.2009
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Foyer Porta

So ihr Lieben!

Ich bin daaaaa!! Schon am Bahnhof in Mannheim habe ich ein anderes Au-pair getroffen, die auch nach Paris gefahren ist. Wir dachten dann, ab MA sei es kein Problem mehr, bis nach Paris zu kommen, weil der ICE ja durch fährt. Das tun sie auch normalerweise. Nur unser ICE hatte natürlich technische Probleme. Wir mussten also in Saarbrücken umsteigen. Und das mit jeweils 2 großen Gepäckstücken, die wir nicht tragen konnten und diversem Kleinkram. Gott sei Dank hab ich da ja meine Connections in Saarbücken. ;) Mein Freund hat uns auf dem Bahnsteig geholfen umzuladen. (Riesiges Dankeschön!!!! :-*) In Paris angekommen haben wir uns dann ein Taxi geleistet, das uns und unsre Unmengen an Gepäck ans "Foyer Porta" gebracht hat. Dies ist ein Wohnheim für junge Frauen, besonders Au-pairs und meistens Deutsche. Hier wohnen wir jetzt die ersten Tage. Wenn wir Glück haben, sind wir morgen aber schon wieder unterwegs in unsere Gastfamilien.

Wir haben beide die "direkte" Vermittlung gewählt. Dabei lernt man die Familien vor Ort kennen und entscheidet sich, nachdem man ca 3 Familien besucht hat, für eine davon. Ich habe mich heute gleich nach dem 2. Gespräch entschieden. Ich warte nun auf Antwort von der Familie, ob sie mich auch aufnehmen wollen. Sie waren mir gleich von Anfang an sympathisch, ich hab mich einfach gleich wohl gefühlt. Es wäre wirklich super schön, wenn das klappt. Würde dann direkt in der Innenstadt wohnen, im so genannten "6.arrondissement".

Ich melde mich dann wieder, wenn ich mich in der Familie eingelebt habe. Mal sehen, wann ich wieder ans Internet komm^^

Viele Liebe Grüße aus der Großstadt,

Eure Judy *


Geschrieben: 21:59, 1.09.2009
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