Mormonen - Das Evangelium in aller Welt

Pioniere an der Elfenbeinküste

Die Geschichte der Pioniere der Kirche an der Elfenbeinküste berichtet von Opferbereitschaft und Ausdauer. Vor allem aber handelt sie vom Glauben an Jesus Christus.

Der Geist des Herrn schwebt über Afrika", sagte Elder James E. Faust vom Kollegium der Zwölf Apostel, als er 1992 in Afrika war.' Tatsächlich konnten die Missionare, die damals an der Elfenbeinküste tätig waren, den Einfluß des Geistes sehen, als die Menschen begannen, in immer größerer Zahl die Botschaft von der Wiederherstellung anzunehmen.

Die Offenbarung von 1978, die jedem glaubenstreuen männlichen Mitglied den Zugang zum Priestertum eröffnete, hatte an der Elfenbeinküste nicht sofort die gleiche Auswirkung wie in manchen anderen englischsprachigen afrikanischen Ländern. Englische Literatur der Kirche war beispielsweise nach Ghana und Nigeria gelangt, und einige Menschen hatten die Kirche um Missionare gebeten. Aber an der französischsprachigen Elfenbeinküste, zwischen Liberia und Ghana an der Westküste Afrikas gelegen, kam das Evangelium durch eine andere Tür ins Land.
Die Geschichte der Pioniere an der Elfenbeinküste handelt von Mühen und Opferbereitschaft, von Eifer und Ausdauer. Vor allem aber handelt sie vom Glauben an den Erretter und von der Liebe zu ihm.

PHILIPPE UND ANNELIES ASSARD
Bürger der Elfenbeinküste, die es sich leisten können, studieren häufig an europäischen Universitäten. In den siebziger und achtziger Jahren lernten einige solche Studenten in Europa auch das Evangelium kennen. Nach der Rückkehr in ihre Heimat halfen diese Heiligen der Letzten Tage mit, daß das Evangelium Wurzeln schlagen und sich ausbreiten konnte.
Einer von ihnen war Phillipe Assard. Phillipe studierte ah 1971 in Köln an einer Ingenieurschule. Dort lernte er beim Tanzen Annelies Margitta in ihrer Heimatstadt Remscheid kennen. Bald darauf heirateten sie, Phillipe fand eine Anstellung, und die beiden bekamen Kinder.
1980 standen zwei Vollzeitmissionare vor ihrer Tür und erzählten ihnen von der Wiederherstellung des Evangeliums. Die Assards nahmen das Evangelium rasch an. Bald ließen sie sich taufen, und waren, mit Bruder Assards Worten, „von den Segnungen überwältigt”.
Phillipe und Annelies ließen sich im Tempel in der Schweiz siegeln, und Phillipe fand einen neuen Arbeitsplatz, der es ihm ermöglichte, besser für seine wachsende Familie zu sorgen. Sie hatten inzwischen einen Sohn, Alexandre Joseph, und eine Tochter, Dorothée Anne
Es ging der Familie zwar wirtschaftlich besser, und das Leben in Deutschland wurde immer angenehmer, aber Bruder Assard fühlte sich immer mehr zu seiner Heimat, der Elfenbeinküste, hingezogen. Ihm war klar, daß die Entwicklung, die sein Land am meisten brauchte, nur durch das Evangelium Jesu Christi kommen konnte, und er war fest entschlossen, mit dazu beizutragen, daß sein Land das Evangelium kennenlernte. Eine Bewerbung bei einer Firma an der Elfenbeinküste, die Ingenieure suchte, wurde abgelehnt, aber 1984 beschloß Bruder Assard, in seiner Heimat Urlaub zu machen und dort selbst nach Arbeit zu suchen. Zu seiner Enttäuschung erfuhr er, daß die Firma, bei der er sich beworben hatte, finanzielle Schwierigkeiten hatte. Es ergaben sich auch keine anderen Arbeitsmöglichkeiten.
„Ich kehrte nach Köln zurück, aber ich glaubte fest an den Herrn, denn ich hatte den Traum, daß das Evangelium an der Elfenbeinküste etabliert werden sollte”, sagt Bruder Assard. „Und so beschloß ich 1986, nachdem ich zusammen mit meiner Frau gefastet und gebetet hatte, an die Elfenbeinküste zurückzukehren und zu geben, was ich erhalten hatte, um meiner Familie und meinem Volk ein besseres Leben zu ermöglichen.”
Ehe die Assards Deutschland verließen, erhielten sie noch ihren Patriarchalischen Segen. Sie fuhren noch einmal zum Tempel in der Schweiz und reisten nach Frankfurt, wo sie sich mit Mitgliedern der Präsidentschaft des Gebiets Europa trafen – mit Elder Joseph B. Wirthlin, der jetzt dem Kollegium der Zwölf Apostel angehört, und mit Elder Russell C. Taylor, der inzwischen emeritiert ist und damals Mitglied der Siebziger war. Die Familie erklärte, daß sie an die Elfenbeinküste ziehen wollte und wurde von den Brüdern gesegnet, wie Bruder Assard erzählt. „Elder Wirthlin gab mir eine Liste aller Mitglieder im Land mit, von denen man wußte, aber es war nur etwa ein halbes Dutzend.”
Bruder Assard kündigte seinen Arbeitsplatz, und die Familie verkaufte ihr Haus und ihre Habe. Am 10. April 1986 reisten sie zur Elfenbeinküste. Sie zogen zu seinen Eltern in ein kleines Dorf bei Abidjan – der größten Stadt des Landes und Industriezentrum. Weder Schwester Assard noch ihre Kinder sprachen französisch. Aber Alexandre und Dorothée gingen zur Schule, während Schwester Assard hei ihren angeheirateten Verwandten Französisch lernte und Bruder Assard Arbeit suchte.
Ein ganzes Jahr lang suchte Bruder Assard vergeblich nach Arbeit. Er wünschte sich sehr, für seine Familie sorgen zu können, und stand unter großem Druck. Das hielt ihn allerdings nicht davon ab, sich für das Werk des Herrn zu engagieren. Er und seine Frau schickten Briefe an die Mitglieder auf der Liste, die sie in Deutschland erhalten hatten. Die Familie von Lucien Affoué, die in Abidjan wohnte, antwortete als erste. Beide Familien freuten sich sehr, daß sie jetzt nicht mehr allein waren. Auch andere Mitglieder an der Elfenbeinküste antworteten, aber sie wohnten zu weit entfernt, als daß man sich hätte treffen können.
Bruder Assard leitete den wachsenden Zweig, bis Elder Marvin J. Ashton vom Kollegium der Zwölf Apostel und Elder Alexander B. Morrison von den Siebzigern 1987 das Land besuchten. Jetzt wurde Terry Broadhead, der hei der US-Botschaft tätig war, als erster Zweigpräsident eingesetzt, und Bruder Assard wurde sein Erster Ratgeber. Als Elder Ashton das Land im September 1987 für die Verkündigung des Evangeliums weihte, gab es dort 16 Mitglieder der Kirche.
Bruder Assard wurde später der erste einheimische Zweigpräsident der Elfenbeinküste. Er diente auch als Distriktspräsident. Schwester Assard war Zweig-FHV-Leiterin und JD-Leiterin sowie Distrikts-FHV-Leiterin. Ihre musikalische Begabung hilft den Mitgliedern sehr, die Kirchenlieder zu lernen.
Nach den geistigen Segnungen kamen auch die materiellen Segnungen. Nach einem Jahr Arbeitslosigkeit wurde Bruder Assard von einem europäischen Autohersteller in Abidjan eingestellt. Da er französisch und deutsch spricht und von Beruf Ingenieur ist, war er der ideale Mitarbeiter. Heute ist er der stellvertretende technische Leiter der Firma.
Die Assards werden in Ewigkeit für ihre Segnungen und für den Einfluß, der sie an die Elfenbeinküste geführt hat, dankbar sein. Dank diesem Einfluß hat Präsident Assard erlebt, daß sein Traum, daß das Evangelium bei seinem Volk etabliert wird, in Erfüllung gegangen ist. Teilweise ging er in Erfüllung, als am 17. August 1997 der Pfahl Abidjan, Elfenbeinküste, gegründet wurde. Phillipe Assard wurde Pfahlpräsident. Unter Tränen und Lächeln sagt Schwester Assard über die Gründung dieses ersten Pfahls in ihrer neuen Heimat: „Seit elf Jahren haben wir auf diesen Tag hingearbeitet und dafür gebetet.”

LUCIEN UND AGATHE AFFOUÉ
Als Lucien Affoué mit seiner Familie nach Lyon in Frankreich reiste, um Industriedesign zu studieren, hatte er keine Ahnung, daß die wichtigste Bildung, die er dort erhalten sollte, geistiger Natur war. Lucien, seine Frau Agathe und ihre beiden Töchter nahmen bald, nachdem die Vollzeitmissionare sie 1980 zum ersten Mal besucht hatten, das Evangelium an. Der Zweig Bordeaux hieß die Familie in der Kirche willkommen, und nachdem sich die Familie als glaubenstreu erwiesen hatte, wurden die Affoués und ihre beiden Töchter im Tempel in der Schweiz aneinander gesiegelt.
Als die Affoués, die inzwischen auch noch einen kleinen Sohn hatten, 1984 an die Elfenbeinküste zurückkehrten, waren sie enttäuscht, als sie keine anderen Mitglieder der Kirche vorfanden. Trotzdem hielten sie eifrig zu Hause die Versammlungen ab und beteten darum, eine Mitgliederfamilie zu finden.
Die Zeiten waren schwer. Gutbezahlte Stellen waren an der Elfenbeinküste, die bis 1964 eine französische Kolonie war, rar und sind es auch heute noch. Die meisten Industriebetriebe sind in ausländischer Hand. Die Arbeitslosenrate beträgt in diesem Land rund 80 Prozent. Die meisten Menschen leben in kleinen Dörfern und ernähren sich von der Landwirtschaft.
Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage freute sich die Familie Affoué, als im April 1986 ein Brief von den Assards kam. Die beiden Familien begannen bald darauf, im Hinterhof der Assards die Sonntagsversammlungen abzuhalten. Sie arbeiteten zusammen und verehrten Gott und beteten um Arbeit, und die Familien wurden gute Freunde und stärkten einander in geistiger Hinsicht. Schwester Affoué und Schwester Assard wurden wie leibliche Schwestern.
Die Gebete der Affoués wurden erhört, und Bruder Affoué fand eine Stelle als Lehrer in Bouaké, der zweitgrößten Stadt des Landes, rund 370 Kilometer nordwestlich von Abidjan. Sie mußten die wachsende Gruppe der Kirche in Abidjan verlassen, aber mit einem gefestigten Zeugnis und voll Glauben halfen die Affoués dann 1988 mit, die Kirche in Bouaké zu etablieren. Dort verbreitete die Familie das Evangelium, und bald gesellte sich auch ein Missionarsehepaar zu ihnen, das dem Gebiet zugeteilt wurde, was sie sehr freute.
Bruder Affoué diente vier Jahre lang als Zweigpräsident, dann war er weiter Zweigpräsident, als der Zweig geteilt wurde. Heute ist er Ratgeber des Missionspräsidenten. Schwester Auffoué diente als FHV-Leiterin, während die Kinder unterrichteten und noch anderweitig in dem kleinen Zweig mithalfen.

ADOLPHE MANDE GUEU
Bis im Juli 1992 der erste französischsprachige Missionspräsident ins Land kam und 1993 an der Elfenbeinküste eine neue Mission eingerichtet wurde, unterstand die Missionsarbeit im Land dem englischsprachigen Missionspräsidenten in Accra in Ghana. Trotz dieser Anfangsschwierigkeiten wuchs die Zahl der Mitglieder auf beeindruckende Weise.
1989 wurden Robert M. und Lola Walker, ein Missionarsehepaar in Ghana, an die Elfenbeinküste versetzt. Sie sprachen kein Französisch, deshalb erhielten sie die Anweisung, einen Dolmetscher zu engagieren und amerikanische Familien, die im Land lebten, um Hilfe zu bitten.
Die Walkers gingen mit Zittern und Zagen an ihre neue Aufgabe heran, aber sie glaubten fest daran, daß der Herr ihnen helfen würde, ihrer neuen Verantwortung gerecht zu werden. In den Versammlungen der Kirche in Abidjan verstanden sie anfangs nur das, was der Geist ihnen übermittelte. In einer Versammlung kam ein junger Mann auf sie zu und fragte sie in fließendem Englisch, oh er ihnen helfen könne. Dieser junge Mann, Adolphe Mande Gueu, war der erste der vier Dolmetscher, die die Walkers in den 14 Monaten, die sie an der Elfenbeinküste verbrachten, einstellten, unterwiesen und tauften.
Vor seiner Taufe lernte Adolphe das Evangelium rasch kennen, indem er im Unterricht und bei Ansprachen dolmetschte. Seine Dolmetschtätigkeit für die Walkers bereitete ihn darauf vor, das Buch Mormon zu verstehen und ein Zeugnis davon zu bekommen. Er las es in drei Tagen durch. Er sagt, der Heilige Geist habe ihm so stark bezeugt, daß es wahr ist, daß er gar nicht aufhören konnte, zu lesen.
„Dieses Buch bezeugt mir, daß Ihre Botschaft von Gott kommt”, erklärte Bruder Gueu den Walkers. „Meine Familie und ich müssen Teil des Evangeliums werden.”
Bruder und Schwester Gueu sind seit ihrer Taufe im Jahre 1988 treue Mitglieder der Kirche. Er war Zweigpräsident und wurde später der erste Lehrer im Bildungswesen der Kirche, CES, an der Elfenbeinküste. Heute ist er der Regionsdirektor für CES. Auch Schwester Gueu hat schon in vielen Berufungen gedient; sie war unter anderem Distrikts-JD-Leiterin.

MAMMADOU UND JOSEPHINE ZADI
Viele Pioniere an der Elfenbeinküste haben ihr Leben auf beispielhafte Weise völlig geändert. Mammadou Zadi, der früher als Grenzposten tätig war, verkörpert diesen Wandel vielleicht am besten. Bevor Bruder Zadi sich der Kirche anschloß, war er nicht besonders gesund, weil er aufgrund seines Alkoholmißbrauchs Leberprobleme hatte; trotzdem beschloß er, mit seinen Ersparnissen eine Bar aufzumachen. Er kaufte ein gutes Lokal und machte bald rasante Geschäfte. Er konnte nicht ahnen, wie sehr sich sein Leben ändern sollte, nachdem seine Frau Josephine die Vollzeitmissionare kennengelernt hatte. Josephine war von ihrer Botschaft beeindruckt, aber nach den Gepflogenheiten ihres Landes brauchte sie die Einwilligung ihres Mannes, um sich die Missionarslektionen anhören zu können. Er erlaubte es ihr, erklärte ihr aber, er wolle nichts mit der Kirche zu tun haben. Das Leben, für das er sich entschieden hatte, war mit den Lehren des Evangeliums unvereinbar, soviel war ihm klar.
Josephine wollte ihrem Mann allerdings gern erzählen, was sie im Lauf der Zeit über das Evangelium erfuhr. Weil sie so eifrig betete, spürte auch ihr Mann den Einfluß des Geistes, wie er heute meint, und so hörte auch er den Missionaren zu. Er war genauso beeindruckt wie sie und begann, nach dem Wort der Weisheit zu leben. Nachdem sein Gesundheitszustand sich drastisch verbessert hatte, war er davon überzeugt, daß das Evangelium wahr ist.
Mit der Taufe der Zadis kamen nicht nur zwei neue Mitglieder zur Kirche, sondern binnen kurzem hatten sich alle 18 Mitglieder der Großfamilie der beiden taufen lassen. Die Familie Zadi erzählte auch in der weitläufigen Verwandtschaft vom Evangelium, und jetzt verkünden ein Sohn und ein Neffe als Vollzeitmissionare an der Elfenbeinküste die Botschaft von der Wiederherstellung, so daß noch mehr Menschen davon hören.
Weil das Evangelium in seinem Leben so wichtig geworden war, schloß Bruder Zadi seine Bar und überließ das Haus der Kirche, damit dort die Versammlungen stattfinden konnten. Bruder Zadi bestreitet seinen Lebensunterhalt mit der Pension, die er erhält, und mit der Miete aus anderem Immobilienbesitz. Er und seine Frau dienen eifrig in der Kirche. Bruder Zadi war bereits Distriktspräsident, und Schwester Zadi war FHV-Leiterin des Zweiges Dokui.

CHRISTOPHE MVOMO
Weil die politische Lage an der Elfenbeinküste mit ihren rund 14 Millionen Einwohnern relativ stabil ist, kommen viele Zuwanderer aus anderen afrikanischen Staaten ins Land. Christophe Mvomo war einer von denen, die kamen, und er fand wirklich ein besseres Leben, auch wenn es nicht das war, wonach er gesucht hatte.
Christophe war in seiner Heimat Kamerun ein hervorragender Student gewesen und hatte ein katholisches Seminar besucht. Nach dem Studienabschluß hatte man ihn gebeten, eine Stelle als Lehrer an einem katholischen Seminar an der Elfenbeinküste zu übernehmen, wo die meisten Menschen noch eine der alten einheimischen Religionen praktizieren.
Rund 30 Prozent der Bewohner des Landes sind Christen.

Nach der Ankunft in Abidjan erfuhr Christophe, daß viele junge Menschen sich mit den Missionaren der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage anfreundeten. Er wurde neugierig, als mehrere junge Männer, von denen er drei kannte, als Vollzeitmissionare der Kirche berufen wurden. Christophe hatte Fragen zu dieser neuen Kirche und beschloß, diejenigen, die ihre Botschaft verbreiteten, auf den richtigen Weg zurückzuführen.
„Ursprünglich wollte er beweisen, daß die Kirche im Irrtum ist”, erzählt Schwester Grade Mackay, die damals gerade mit ihrem Mann Theron in Abidjan auf Mission war. „Aber er hatte von Anfang an auch aufrichtige Fragen und war bereit, zu lernen.”
Bei seinen Gesprächen mit Elder Mackay und seiner Frau hörte Christophe Antworten auf Fragen, die er für unbeantwortbar gehalten hatte. Die Schönheit des Erlösungsplans ließ ihn spüren, daß er wahr ist, und er verstand jetzt auch die Bedeutung des Sühnopfers besser.
„Ich bekehrte mich zur Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, während ich noch Lehrer an einer luxuriösen katholischen Eliteschule war", schrieb Bruder Mvomo in sein Tagebuch. „Um nach meinem neugefundenen Glauben zu leben, beschloß ich ein Jahr nach der ersten Begegnung mit der Kirche, meinen Lehrerposten aufzugeben. Ich verlor alle Privilegien und Vorteile, die ich mir durch meine neunjährige Tätigkeit erworben hatte.”
Die darauffolgenden Schwierigkeiten stellten Bruder Mvomos Glauben und Ausdauer auf eine schwere Probe. „Meine Frau, eine Grundschullehrerin, ließ sich von mir scheiden”, erzählt er. „Dreimal brachen Diebe in meine Wohnung ein und nahmen alles mit, was ich hatte. Ein Freund fuhr mein schönes Auto kaputt. Ich befand mich plötzlich in einer verzweifelten Lage, aber ich war fest entschlossen, dem Herrn treu zu bleiben.”
Im Juli 1993 wurde Bruder Mvomo berufen, als Zweiter Ratgeber in der Missionspräsidentschaft zu dienen. Er hat diese Berufung ausgezeichnet erfüllt und sich weiter seinen Herausforderungen gestellt. Seine Last wurde leichter, als er eine neue Anstellung als Lehrer fand.
„Ich weiß, daß mein Erretter lebt und daß er für mich — für uns alle — gestorben ist”, sagt Bruder Mvomo. Er ist der Meinung, daß die Segnungen des Himmels die Prüfungen der Erde hei weitem wettmachen. Aus Dankbarkeit gegenüber dem Erretter und seinem Evangelium, so sagt er, „muß ich für ihn alles tun, was ich kann”.

LANGE UND GEDULDIG GEWARTET
1992 gab es an der Elfenbeinküste fast 1000 Mitglieder; zwei Jahre später gab es mehr als doppelt so viele, nämlich 2500. Heute hat die Kirche rund 3500 Mitglieder, einen Pfahl mit 11 Gemeinden und 4 Zweigen in Abidjan, Bouaké und Yamoussoukro, der Hauptstadt des Landes. Auch in anderen Städten treffen sich Gruppen von Mitgliedern.
Das erste Gemeindehaus der Kirche an der Elfenbeinküste wurde im April 1997 geweiht, ein Jahrzehnt nachdem das Land für die Verkündigung des Evangeliums geweiht worden war und kurz vor der Gründung des ersten Pfahls. Dieses eigene Gemeindehaus stellt für die Heiligen der Letzten Tage an der Elfenbeinküste einen Meilenstein dar. Zu ihnen zählen auch die Affoués und die Assards, die sich nach einem Gemeindehaus in ihrem Land gesehnt hatten, seit sie sich vor 11 Jahren zum ersten Mal unter einem Baum in ihrem Heimatdorf trafen.
Das Beste, was die Zukunft für dieses afrikanische Land bereithält, ist im wiederhergestellten Evangelium Jesu Christi zu finden. Für die Heiligen der Letzten Tage an der Elfenbeinküste ist eine strahlende Zukunft fast schon Realität.

Robert L. Mercer, März 1999

19:09 - 28.02.2008


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