Mormonen - Das Evangelium in aller Welt

Die Heiligen in Indonesien


Es ist Sonntagmorgen, 9.45 Uhr in Solo, 585 Kilometer südöstlich der indonesischen Hauptstadt Djakarta. Bruder Suwarno geht aus dem Haus und setzt sich aufs Fahrrad. Drei seiner sieben Kinder sitzen mit ihm auf dem Fahrrad. Drei andere Kinder versuchen sich auf dem zweiten Fahrrad zu halten, mit dem ihr großer Bruder Andi fährt. Sie gehen zur Sonntagsschule. Nachdem Bruder Suwarno die Evangeliumslehreklasse unterrichtet hat, wird er für etwa zehn Minuten die Priestertumsversammlung besuchen und dann nach Hause fahren, um seine Frau mit dem Fahrrad zur Abendmahlsversammlung zu fahren.
Ungefähr 600 Kilometer westlich, in Bandung, haben sich Bruder und Schwester Dapalangga mit ihren vier Kindern in ein kleines Taxi gesetzt, um zur Kirche zu kommen. Bruder Dapalangga ist der Präsident des Zweiges Bandung.
In Djakarta fahren Schwester Hermin und ihre beiden jüngeren Söhne mit dem Bus zur Kirche. Ihr ältester Sohn fährt mit dem Fahrrad und kommt dank einiger Abkürzungen als erster in der Kirche an.
Die Suwarnos, die Dapalanggas und die Hermins, die sich der Kirche angeschlossen haben, sind typische Beispiele für die gerade viertausend Heiligen der Letzten Tage in einem Land mit einer Bevölkerung von 187 Millionen.
Die Kirche ist relativ neu in Indonesien, das aus dreizehntausend Inseln besteht, die entlang des Äquators zwischen dem asiatischen Festland und Australien liegen. Drei Distrikte mit siebzehn Zweigen bilden die Heimat der Heiligen auf der Hauptinsel Java, die zu den dichtbesiedeltsten Gebieten der Welt gehört.
Der erste Zweig wurde im Februar 1970 in Djakarta gegründet, einen Monat nachdem Missionare aus der Mission Singapur in dem vorwiegend islamischen Land angekommen waren. Die Kirche wurde im August 1970 offiziell anerkannt. In den folgenden Jahren nahm die Zahl der Mitglieder zu, mehr Zweige wurden gegründet, das Buch Mormon wurde auf indonesisch veröffentlicht und einheimische Missionare wurden berufen. Dann stieß die Missionsarbeit auf Schwierigkeiten, das Missionieren wurde von der Regierung eingeschränkt und die Mission wurde im Januar 1981 aufgelöst. Einheimische Missionare setzten ihre Bemühungen jedoch in aller Stille fort. 1985 wurde eine neue Mission unter der Leitung von Präsident Effian Kadarusman eröffnet, einem Indonesier. Das neue Missionsheim wurde im Juli 1988 geweiht, doch seit November 1988 wurden keine ausländischen Missionare mehr in das Land gelassen.
Im Juli 1989 wurde das indonesische Missionsbüro wiederum geschlossen. Jetzt untersteht die Missionsarbeit wieder der Leitung der Mission Singapur. Derzeit verkündigen etwa sechzig einheimische Missionare die Evangeliumsbotschaft unter der Leitung von Präsident Piet Hien Tandiman, einem Ratgeber in der Präsidentschaft der Mission Singapur, der in Djakarta lebt.
Präsident Tandiman, ein pensionierter Regierungsbeamter, arbeitete als Justizbeamter, als er 1970 mit Rechtsanwälten der Kirche zusammenkam, die die Regierung um die Anerkennung der Kirche ersuchten. Auf ihre Einladung hin willigte er ein, sich die Missionarslektionen anzuhören. Das Auftreten der Missionare, ihre Lehren und die Freundschaft, die ihm entgegengebracht wurde, beeindruckten ihn. „Sie hinterließen einen tiefen Eindruck, der mich nicht mehr verließ und mir half, in den frühen Jahren meiner Mitgliedschaft in der Kirche aktiv zu bleiben”, erzählt er. Präsident Tandimans Frau und seine sechs Kinder nahmen das Evangelium ebenfalls an, und er taufte sie. Seine Tochter ist inzwischen verheiratet und hat selbst eine Tochter. Vier Söhne haben in Indonesien eine Mission erfüllt, und der fünfte Sohn freut sich schon auf seine Missionsberufung.
Ein Jahr nach seiner Taufe wurde Bruder Tandiman als Präsident des Zweiges Djakarta berufen, später dann als Präsident des Distrikts West Java.

Alle erreichen
Präsident Tandiman, der die Missionsarbeit leitet, hält es für notwendig, daß die Missionare und die Mitglieder sich mehr bemühen, alle Gesellschaftsschichten in Indonesien zu erreichen. „Die meisten unserer Mitglieder kommen aus den unteren Einkommensschichten”, sagt er. „Wir müssen die Basis der Kirche dadurch stärken, daß wir Mitglieder aus ganz unterschiedlichen Schichten gewinnen.”
Wie in jedem Gebiet, in dem die Kirche wächst, ist es auch in Indonesien notwendig, sich besser um neue Mitglieder zu kümmern, will man sie behalten. „Manchmal kann es schon ein Problem sein, überhaupt zu den Versammlungen zu kommen. Viele Mitglieder leben weit entfernt vom Gemeindehaus, und öffentliche Verkehrsmittel sind für eine große Familie mit niederem Einkommen oft zu teuer", berichtet Präsident Tandiman. „Ich denke aber, wenn jemand zur Kirche kommen will, dann findet er auch einen Weg, hinzukommen. Hier wird der Glaube geprüft.”

Unterstützug und Stärke
Glaube an Jesus Christus und gute Werke sind kennzeichnend für die indonesischen Heiligen. Bruder Suwarnos neuer Glaube wurde sogleich geprüft, als er seine siebenjährige Tochter durch einen tragischen Unfall verlor – gerade zwei Wochen, nachdem er sich der Kirche im Dezember 1977 angeschlossen hatte.
„Damals war ich Schneider. Ich war immer sehr beschäftigt und hatte keine Zeit für meine Familie. An dem Tag, als der Unfall passierte, mußte ich unbedingt etwas für einen Kunden fertigstellen und konnte nicht auf meine Tochter aufpassen. Irgendwie kippte sie eine kleine Petroleumlampe um, die auf dem Tisch brannte. Das verschüttete Petroleum fing an zu brennen und die Flammen breiteten sich über ihr Haar und ihr Kleid aus. Ich verbrannte mir die Hände, als ich versuchte, ihr schnell das Kleid auszuziehen. Ich brachte sie ins Krankenhaus, wo sie acht Tage später starb.
Die Missionare und die Mitglieder des Zweiges kamen ins Krankenhaus und zu uns nach Hause, um ihre Hilfe anzubieten. Ein Mitglied verbrachte jede Nacht viele Stunden mit mir im Krankenhaus. Ich konnte nicht vergessen und auch nicht ignorieren, was er und die anderen Mitglieder für mich getan hatten. Ihre Unterstützung und ihre Stärke halfen mir in dieser ersten Zeit meiner Mitgliedschaft.
Die Freundschaft und das aufrichtige Interesse der Mitglieder brachten schließlich meine Frau dazu, sich der Kirche anzuschließen. Sie wurde 1979 getauft. Unsere Kinder wurden getauft, sobald sie alt genug waren.
Als ich zur Kirche kam, versuchte ich herauszufinden, wie ich mich selbst und das Leben meiner Familie verbessern konnte. Ich begann, an dem Englischunterricht teilzunehmen, den die Missionare anboten, und schließlich bestand ich eine staatliche Prüfung. Jetzt habe ich eine bessere Arbeit als Fremdenführer.” Bruder Suwarno fährt fort: „Manchmal ist es nicht leicht, in einer islamischen Gesellschaft Heiliger der Letzten Tage zu sein. Als mein Sohn zur Schule ging, hatte er einen sehr strengen Lehrer, der ihn anwies, sich nicht an die Lehren der Kirche zu halten. Doch mein Sohn verhielt sich so, wie er sollte, und alles war in Ordnung. Ich sage meiner Familie ,Was auch immer geschieht, vergeßt nie, wer ihr seid und lebt gemäß den Grundsätzen der Kirche.' "

Die Grundsätze hochhalten
Um besser nach diesen Grundsätzen leben zu können, besuchen zwei von Bruder und Schwester Suwarnos Kindern morgens eine Seminarklasse, die von Schwester Endang Prihatini unterrichtet wird. Schwester Endang, heute fünfunddreißig, war eine der Missionarinnen, die die Suwarnos besuchten, als sie ihre Tochter verloren hatten. Sie hat die Kirche durch Freunde kennengelernt, die Heilige der Letzten Tage waren. Als Schwester Endang sie um etwas zu lesen bat, „gaben sie mir eine Broschüre, die den Plan der Errettung beschrieb. Mein Interesse wurde geweckt. Ich fragte meine Freunde, ob ich mich der Kirche anschließen könne. Natürlich freuten sie sich sehr darüber. Sie sagten, wenn ich mehr über die Kirche erfahren wolle, würden sie mir die Missionare schicken. Nachdem ich von meinem Vater die Erlaubnis erhalten hatte, kamen die Missionare und lehrten uns das Evangelium.
Mein Vater und mein Bruder hörten sich die Lektionen ebenfalls an. Ich wurde im März 1974 getauft. Einen Monat später ließ sich mein Vater taufen, und noch einen Monat später ließen sich zwei meiner Brüder taufen. Später wurde meine Mutter getauft, und meine anderen Geschwister wurden getauft, als sie acht Jahre alt wurden. Von neun Kindern haben bisher fünf von uns eine Mission in Indonesien erfüllt.
Ich war eine der ersten einheimischen Schwestern, die auf Mission berufen wurde. Ich diente achtzehn Monate lang als Wohlfahrtsmissionarin. Eine meiner Mitarbeiterinnen war Mary Ellen Edmunds, die heute Vizedirektorin, zuständig für die Ausbildung, an der Missionarsschule in Provo, Utah, ist. Sie brachte mir jeden Morgen Englisch bei, indem sie Sätze sagte wie ,Das ist eine Wand', ,Laß deinen Stift fallen', ,Heb ihn wieder auf.' "
Schwester Endang arbeitet nun vollzeit für das Bildungswesen der Kirche und unterrichtet drei Seminarklassen mit insgesamt fünfundvierzig Schülern aus vier Zweigen. Dazu unterrichtet sie drei Institutsklassen für Jungverheiratete, zurückgekehrte Missionare und Studenten. Außerdem ist sie Repräsentantin der Alleinstehenden Erwachsenen im Distrikt.
Wie viele junge Frauen in der Kirche mußte sich auch Schwester Endang mit dem Problem auseinandersetzen, alleinstehend zu sein. „Es ist inzwischen für mich kein Problem mehr”, sagt sie. „Vor ein paar Jahren noch, als ich ungefähr dreißig war, war ich sehr unglücklich, daß ich nicht verheiratet war. Eines Tages sagte ich zum himmlischen Vater: ,Herr, ich tue alles, was von mir verlangt wird. Warum hin ich nicht mit einem guten Mann verheiratet, einem Priestertumsträger?' Tief in meinem Herzen spürte ich ihn etwas sagen wie: ,Endang, du hast vieles, wofür du dankbar sein kannst.' Und dann erinnerte er mich an die vielen Segnungen, die ich empfangen habe, vor allem das Wissen um das Evangelium.
Zusätzlich zu diesem Erlebnis habe ich auch durch meinen patriarchalischen Segen Trost erhalten. Darin wird mir gesagt, daß ich den Mann treffen werde, der mich bittet, ihn im Tempel zu heiraten. Ich bin sicher, daß der Herr mir diese Chance geben wird, wenn ich ihm nahebleibe. Deshalb mache ich mir keine Sorgen mehr, daß ich alleinstehend bin.
Ich weiß einfach, daß der Herr über mich wacht, wenn ich gemäß den Grundsätzen der Kirche lebe."

Freude im Kampf
Die Grundsätze der Kirche hochzuhalten ist das tägliche Ziel von Schwester Hermin aus dem Zweig Djakarta Selatan, die ihre drei Jungen allein großziehen mußte. Sie war ein inaktives Mitglied einer protestantischen Kirche, als eine Verwandte, die Heilige der Letzten Tage war, sie fragte, ob sie die Evangeliumsbotschaft hören wollte.
„Ihre Frage erinnerte mich an etwas, was zehn Jahre vorher geschehen war, als ich zwanzig Jahre alt war”, erzählt Schwester Hermin. „Ich hatte damals meine Mutter gefragt, wo ich etwas über das Evangelium Jesu Christi lernen konnte. Meine Mutter hatte mir gesagt, ich solle Geduld haben, denn der Tag werde kommen, an dem ein oder zwei Menschen zu mir nach Hause kommen würden, um mir das Evangelium zu predigen.
Ich wurde im Dezember 1985 getauft, drei Monate nachdem mich die Missionare zum erstenmal besucht hatten. Ich war damals verheiratet und hatte einen Sohn, Mindo. Er und mein Mann schlossen sich später ebenfalls der Kirche an.”
Nach einiger Zeit kam ihr zweiter Sohn, Nando, zur Welt, der sich der Kirche anschloß, als er alt genug dafür war. Ihr drittes Kind, eine Tochter, starb, als sie ein Jahr alt war.
Schwester Hermins Mann, der den Kampf mit dem Alkohol verlor, konnte seine Familie nicht länger ernähren und fiel von der Kirche ab. Schwester Hermin ernährte ihre Kinder, indem sie auf einem Karren Melonen verkaufte – was sie heute noch tut. Ihr Mann starb 1989, während sie ihren dritten Sohn, Martin, erwartete.
Mit ihren drei Jungen lebt sie in einer kleinen Baracke, die aus zwei Zimmern besteht und am Rand einer vielbefahrenen Straße zwischen zwei verfallenen Geschäften liegt. Ihr kleines Haus, das in einer anderen Gegend steht, vermietet sie, um das Einkommen zu vergrößern.
Es ist keine leichte Aufgabe, die Baracke zu einem bewohnbaren Heim und einer Zuflucht vor der lauten Welt draußen zu machen. Einmal fiel ein Teil der Baracke zusammen, doch ihr Zweigpräsident half ihr mit den nötigen Reparaturen.
„Die Mitglieder des Zweiges sind immer bereit zu helfen, wenn ich sie brauche”, sagt sie. „Aber meine größte Hilfe ist, daß ich in der Kirche aktiv bin. Ich freue mich an dem Lehrmaterial und bin dankbar für die geistige Bildung, die meine Söhne erhalten. Meine Jungen haben schwere Zeiten durchgemacht, aber sie haben eine positive Einstellung zum Leben, weil wir in der Kirche aktiv sind. Bei uns gibt es den Familienabend nicht nur einmal in der Woche. Wir sind fast jeden Abend zusammen, um in der Schrift zu lesen und miteinander zu singen.
Ich weiß aus Erfahrung: Wenn ich einmal traurig oder bedrückt bin, und wenn ich dann in der Schrift lese und einige Kirchenlieder singe, dann wird meine Last leicht und ich bin wieder glücklich.”

„Gott hat für mich gesorgt”
Auch Präsident Yohanes Dapalangga und seine Familie, die in Bildung wohnen, freuen sich über das Evangelium und das Glück, das es bringen kann.
Bruder Dapalangga kam in einer christlichen Familie zur Welt. Sein Vater war Geistlicher in einer protestantischen Kirche. Sein Großvater war der erste einheimische Geistliche auf ihrer Heimatinsel Sumba gewesen. Doch die religiösen Anschauungen seiner Familie „entsprachen nicht meinen innersten Gefühlen, meinem Gewissen. Folglich hielten sie mich für einen widerspenstigen Jungen, weil ich ihre Glaubensansichten ständig in Frage stellte. Ich besuchte eine christliche Universität und später eine islamische, doch was die Religion anging, fand ich nichts, was mich zufriedenstellte.” Viele Jahre später, als er in Bandung lebte und schon verheiratet war, sah er zwei Missionare der Kirche die Straße entlanggehen.
„Ich war von ihrer Erscheinung beeindruckt und vor allem von ihren Namensschildern, durch die sie öffentlich bekannten, daß sie einer christlichen Kirche angehörten. Die meisten Christen, die ich kannte, scheuten sich davor, sich öffentlich zu ihrem Glauben zu bekennen.”
Nachdem er den Missionaren einige Fragen gestellt hatte, lud er sie zu sich nach Hause ein. In den folgenden Wochen belehrten die Missionare Bruder Dapalangga und seine Frau.
„Manches von dem, was sie uns lehrten, war völlig neu für uns”, erzählt Bruder Dapalangga. „Wir hörten zum erstenmal davon, daß der Erretter auf dem amerikanischen Kontinent erschienen war, wir hörten zum erstenmal vom Plan der Errettung. Eine Zeitlang vermied ich es, die Missionare zu treffen, weil ich Angst hatte, sie verkündeten eine Irrlehre. Doch sie waren beharrlich und warteten stundenlang, bis ich nach Hause kam.
Schließlich entschloß ich mich, alles anzuhören, was die Missionare zu sagen hatten, und dann herauszufinden, ob es die Wahrheit war. Sie gaben mir ein Buch Mormon und ich verbrachte den größten Teil einer ganzen Woche nur damit, darin zu lesen und über den Inhalt nachzudenken.
Als ich zu lesen anfing, schien irgendeine Kraft mir zu sagen, daß es nicht wahr sei. Doch ich kämpfte gegen dieses Gefühl an und betete darum, das Buch zu Ende lesen zu können.
Lange Zeit betete ich oft, um zu wissen, ob das Buch Mormon wahr war und die Missionare die Diener des Herrn waren.
Eines Nachts, als ich schlief, hatte ich das Gefühl, daß der Herr mir sagte, ich solle nicht länger zögern. Er sagte mir, das Buch Mormon sei wahr und die Missionare seien wirklich seine Diener. Er sagte mir, ich solle mit meiner Frau und meinen Kindern in die Kirche gehen, was wir bisher nicht getan hatten, weil wir uns nicht würdig gefühlt hatten.
Das war für mich ein besonderes geistiges Erlebnis. Heute noch möchte ich weinen, wenn ich mich daran erinnere, wie ich die Liebe Gottes gespürt habe. Ich spürte, daß er an mir interessiert war, an einem Mann, der nichts hatte, einem Mann, der keine hoffnungsvolle Zukunft hatte. Aber ich weiß jetzt, daß der Herr schon immer für mich und meine Familie gesorgt hat. Er hat immer über uns gewacht, wie er über alle seine Kinder wacht.
Ich weckte meine Frau und erzählte ihr von meinem Erlebnis. Sie war wie ich davon überzeugt, daß dies die Antwort auf unsere Gebete war.”
Von da an nahm die Familie Dapalangga die Evangeliumslehre begierig auf und besuchte die Kirche — doch es verstrichen noch sechs Monate bis zu ihrer Taufe im Jahr 1984.
„Wir hatten unsere Heiratsurkunde verloren, und die Missionare wollten uns nicht taufen, ohne sicher zu wissen, daß wir 1973 geheiratet hatten. Schließlich bekamen wir eine Kopie vom zuständigen Amt.”
Präsident Dapalanggas Familie in Sumba freute sich, daß er sich in einer christlichen Kirche engagierte. „Mein Vater besuchte mich und stellte mir viele Fragen. Schließlich sagte er mir, er glaube, daß die Kirche wahr sei, bringe es aber nicht fertig, sich von seiner Kirche und seiner Gemeinde loszusagen. Er nahm ein Buch Mormon mit nach Hause, das er benutzt, um die Jugendlichen zu belehren. Er hat schon einige Jungen zu uns geschickt, damit wir sie im Evangelium unterwiesen. Manche der Jungen haben sich taufen lassen.”
Von der Zeit an, als sie das Evangelium angenommen haben, sind die Dapalanggas im Zweig Bandung aktiv gewesen. Innerhalb eines Jahres nach seiner Taufe wurde Bruder Dapalangga als Zweiter Ratgeber in der Zweigpräsidentschaft berufen. 1987 wurde er als Zweigpräsident berufen. Schwester Tini Dapalangga war in der FHV als Leiterin aktiv sowie als Ratgeberin in einer anderen Leitung.
Durch ihre verschiedenen Berufungen haben Präsident und Schwester Dapalangga viel von den Problemen mitbekommen, mit denen Mitglieder des Zweiges zu kämpfen hatten. Sie sind sich einig: „Selbst das schwierigste Problem kann durch das Gebet und die Bereitschaft, das Werk des Herrn zu tun, überwunden werden.”
Präsident Dapalangga gibt nicht nur den Mitgliedern seines Zweiges Rat in geistigen Belangen und läßt sie an seiner Schriftkenntnis teilhaben, sondern auch jedem, der an seinem Arzneimittelstand etwas kauft. Er sagt seinen Kunden, die Medizin könne ihnen zwar helfen, aber der Herr und seine Wege seien die beste „Medizin”.
Zusätzlich zu Arzneimitteln verkauft Präsident Dapalangga auch Schlangen - lebendige. „Ich bekomme die Schlangen von Schlangenfängern oder Farmern im Landesinnern, wo es viele Kobras gibt. Die Leute essen gern das Fleisch und verwenden die Häute. Das Schlangenöl wird als Heilsalbe für alles mögliche gebraucht.”
Die Dapalanggas fassen die Schlangen zwar an, sind aber klug genug, sich von den Giftzähnen fernzuhalten. In derselben Weise, sagt Präsident Dapalangga, „bemühen wir uns, uns vom Übeltun fernzuhalten, indem wir nach dem Evangelium leben und geistige Stärke entwickeln.
Wir müssen mit ganzem Herzen an den Herrn glauben und dürfen uns nicht auf unseren eigenen Verstand verlassen. Wenn wir den Herrn in allen seinen Wegen annehmen, führt er uns auf den Weg, den wir gehen müssen. Ich weiß aus eigener Erfahrung, daß diese Kirche durch Offenbarung geführt wird, und auch wir können in unserem Leben Offenbarung empfangen.”

David Mitchell, August 1992

01:23 - 29.02.2008


Vorherige Seite Nächste Seite
Beschreibung
Hier veröffentliche ich Berichte aus alten Kirchenzeitschriften über das Evangelium in anderen Ländern
Home
Profil
Archiv
Freunde
Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage
Mormonwiki
Fairmormon
FAIR
Jesus
Das Buch Mormon überzeugt
mehr zum Buch Mormon
besondere Erlebnisse
Bekehrungsgeschichten
Berichte der Pioniere
Abenteuer der Mormonen
Geschichte der Mormonen (außer funktion)
Propheten
Joseph Smith
Offenbarungen
Der Geist des Elija
Genealogie
Tempel und Tempelarbeit
Missionsarbeit
Die Gebote
Gedenke des Sabbats
Gesetz der Keuschheit
Der Zehnte
Wort der Weisheit
Fasten
Kontroversen
Der Glaube der Mormonen
Letzte Einträge
- Zwischenfall in einem samoanischen Dorf
- Eine Tasse Tee
- Japan - Das Land des aufgehenden Lichts
- Nächstenliebe auf Hawaiianisch
- Mexiko
- Haiti
- Sowjetunion
- Brooklyn
- Dominikanische Republik
- Singapur
- Tonga
- Mistolar -- eine geistige Oase
- Afrika
- Ghana
- Chile
- Ungarn
- Die Australier -- ein interssantes Volk
- Indien
- Estland
- Tahiti
- Puerto Rico
- Belfast -- Die Mauern fallen
- Frankreich
- Eine gemeinsame Sprache in Papua-Neuguinea
- Samoa
- Bahamas
- Island -- Land aus Feuer und Eis
- Das Evangelium faßt Fuß in Kambodscha
- Das Evangelium in den Anden
- Die Mitglieder in Tschechien
- Das Evagelum kommt nach Kapverde
- Hongkong -- ein Traum wird wahr
- Tudo Bern in Brasilien
- Eine mächtige Wandlung in der Mongolei
- Die verlorene Insel
- Pioniere In Paraguay
- Equador
- die Heiligen in Portugal
- Erde; Meer und Seelen in Dänemark
- Korea -- Land der Morgenfrische
- Fidschi -- Inseln des Glaubens
- Ein Weihnachtsgeschenk für Ungarn
- In Mikronesien wird ein neuer Kurs gesteuert
- Die Heiligen in Indonesien
- Pioniere an der Elfenbeinküste
- Argentiniens heller froher Tag
- Gläubig, gut, tugenhaft, treu -- Pioniere auf den Phillippinen
- Wie das Evangelium in Osteuropa fußfaßt
- Vermächtnis des Glaubens in Rußland
- Sowetos helle Zukunft
- Die Seevögel von Kiribati
- Bolivien -- Segnungen im Überfluss
- Spanien -- Glaubenshorizonte erforschen
- Noch ein Bericht von HLTs aus der Ukraine
- Ukraine
- Honduras
- Taiwan - vier Jahrzahnte des Glaubens
- Neukaledonien