Mormonen - Das Evangelium in aller Welt

Das Evagelum kommt nach Kapverde

Obwohl fast 640 Kilometer Atlantik zwischen den zehn Hauptinseln Kapverden und der afrikanischen Westküste liegen, schaffen es die trockenen Winde aus der Sahara doch noch immer, den Boden auszutrocknen. Doch jetzt hat auch ein anderer stärkerer, lebensspendender Wind die kapverdischen Inseln erreicht, nämlich das wiederhergestellte Evangelium Jesu Christi.

Die öden kapverdischen Inseln sind vulkanischen Ursprungs und waren bis ins 15. Jahrhundert unbesiedelt. Die ersten Bewohner waren portugiesische Kolonisatoren, die hier eine Zwischenstation für den Handel mit afrikanischen Sklaven errichteten. Heute jedoch bilden die 400 000 Bewohner Kapverder ein eigenes Völkchen, das weder afrikanisch noch europäisch ist. 1975 wurden die Inseln von Portugal unabhängig. Obwohl in der Schule Portugiesisch gelehrt wird, betrachten die Kapverder den Criuolo-Dialekt als ihre Muttersprache. Der größte Teil des Bodens ist für die landwirtschaftliche Nutzung zu trocken, doch heute haben die Jumbojets, die auf der Insel Sal zum Auftanken zwischenlanden, Nahrungsmittel an Bord, damit die Kapverder nicht Hunger leiden müssen.
Mehr als 2600 Kapverder haben sich seit November 1988 der Kirche angeschlossen, als Marion K. Hamblin, der damalige Präsident der Mission Kanarische Inseln, Kapverde besuchte. Kurz danach sandte er zwei Missionare, die das Evangelium verkündigen sollten. Elder Dallin H. Oaks vom Kollegium der Zwölf Apostel suchte führende Politiker auf und weihte die Inseln im Jahre 1994. Dabei betete er unter anderem darum, daß das Land mehr für seine Bewohner hervorbringen möge. Seitdem ist die Kirche nicht nur stark gewachsen, sondern der Kreis der Missionsarbeit hat sich geschlossen: etwa 50 junge Kapverder sind als Missionare ins Ausland gegangen, damit die Kirche anderswo wachsen kann.

Vom Bekehrten zum Führer
„Das Evangelium bringt Einigkeit in die Familie”, sagt Antero Andrade, ein pensionierter Offizier, der sich 1993 an einer der windgepeitschten Küster von Säo Vicente taufen ließ. Bruder Andrade weiß, wovon er spricht: nicht nur seine Frau, Orisa, und seine beiden Söhne haben sich der Kirche angeschlossen, sondern auch seine Eltern und alle seine Geschwister, Neffen und Nichten. Nur seine Tochter ist nicht getauft – weil sie nämlich noch zu jung ist.
Bruder Andrade ist Präsident des Distriktes Mindelo, der nach der zweitgrößten Stadt Kapverdes benannt ist. Die beiden anderen Distrikte – Praia und Fogo – sowie zwölf der sechzehn Zweige werden alle von gebürtigen Kapverdern geführt, von denen sich die meisten erst kürzlich zur Kirche bekehrt haben. Die kapverdischen Inseln gehören zur Mission Lissabon-Süd.
Machelle Semedo hat sich 1981 – wahrscheinlich als erste Kapverderin – während eines Aufenthaltes aufgrund von Komplikationen im Laufe ihrer zweiten Schwangerschaft in Lissabon der Kirche angeschlossen. Von dort brachte sie ein Buch Mormon mit nach Hause, nämlich nach Praia, der Hauptstadt Kapverdes, die auf der Insel Sio Tiago, der größten Insel, liegt.
„Das Buch Mormon bedeutet mir sehr viel”, sagt ihr Mann, Pedro, der sich 1993 taufen ließ. Die Eltern und ihre vier Kinder mögen die Geschichte von den drei Nephiten besonders gern. „Wir finden es so schön, daß sie selbstlos bei den Menschen bleiben und ihnen helfen wollten", sagt Schwester Semedo, die jetzt PV-Leiterin des Distrikts Praia ist.
Bruder Semedo, der über den Zweig Praia 2 präsidiert, erzählt: „Ich nehme das Buch Mormon immer mit, wenn ich eine Geschäftsreise mache” Bruder Semedo und seine Frau haben beide eine gute Ausbildung genossen und arbeiten bei einem staatlichen Lebensmittel- und Bauunternehmen. Während einer Geschäftsreise auf die nördlich gelegene Insel Säo Antato nahm Bruder Semedo einmal einen zweieinhalbstündigen Umweg in Kauf, um mit jemandem, der eine Woche zuvor irrtümlich bei den Semedos angerufen hatte, über das Buch Mormon zu sprechen.

Eine junge Kirche
In einem Land, in dem der grüßte Teil der Bevölkerung jünger ist als 25 Jahre, stellen die Jugendlichen und die Jungen Erwachsenen einen Großteil der Mitglieder. Der Abendunterricht im Seminar- und Institutsprogramm in den größeren Städten weckt Begeisterung für das Evangelium und macht vielen jungen Menschen Mut, sich auf eine Mission vorzubereiten. Unter der Führung von energiegeladenen Lehrkräften wie Milena Sa Nogueira haben seit Januar 1993, als diese Form des Evangeliumstudiums eingeführt wurde, mehr als 400 Schüler diese Programme durchlaufen.
„Zuerst habe ich meine Kinder im Evangelium unterwiesen”, sagt die verwitwete Milena, die fünf Kinder hat und sich im Mai 1992 taufen ließ. „Jetzt unterweisen meine Kinder mich.” Seit ihrer Taufe hat Milena jede Woche den Familienabend gehalten. Heute dient sie alt Distrikts-JD-Leiterin in Praia. Als auf der Insel Fogo Anfang 1995 ein Vulkan ausbrach und mehr als tausend Menschen evakuiert werden mußten, half sie bei der Versorgung der Flüchtlinge mit Lebensmitteln und Kleidung.

Die Familie stark machen
Weil die Ehe auf Kapverde bisher weder kirchlich noch gesellschaftlich eine wichtige Rolle gespielt hat, müssen viele Eltern, die sich der Kirche anschließen möchten, erst einmal heiraten. Claudimire und Margarida Cardosa beispielsweise, die auf dem Markt von Praia einen Stand betreiben, hatten schon 26 Jahre unverheiratet zusammengelebt, als sich Kaiuka das älteste ihrer acht Kinder, mit 19 Jahren der Kirche anschloß. Drei weitere Kinder hatten das Evangelium bereits angenommen, als sich Claudimire und Margarida Cardosa im Juni 1993 der Kirche anschließen wollten. Doch vor der Taufe mußten sie erst auf dem Standesamt von Praia die Ehe schließen.
Im Juli 1994 reisten Präsident Aníbal Mareira, der bei einer Bank arbeitet und als Präsident des Distrikts Praia dient, und seine Frau, Maria do Rosario (Zézáá), nach Washington D.C., wo sie als erstes kapverdisches Paar im Tempel gesiegelt wurden. Doch auch in anderen Ehen wird deutlich, wie sehr sich die Partner dem Evangelium Jesu Christi verpflichtet fühlen.

Präsident Antonio Mascarenhas, der Präsident der Republik Kapverde, hat die Kirche vor kurzem für die Festigung des Familienlebens geehrt und dabei auf 80 Eheschließungen und Taufen wie die von Bruder und Schwester Cardosa hingewiesen. Andere politische Führer haben öffentlich ihre Bewunderung dafür bekundet, daß die Mitglieder der Kirche so viel Wert auf Unabhängigkeit und Nächstenliebe legen. Präsident Moreira meint: „In den Geschichtsbüchern Kapverdes werden die Heiligen der Letzten Tage einen Ehrenplatz einnehmen.”
Andrew Clark, April 1997

19:27 - 20.03.2008


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