Mormonen - Das Evangelium in aller Welt

Das Evangelium faßt Fuß in Kambodscha

Die Kirche hat hier eine große Zukunft", sagte Präsident Gordon B. Hinckley, als er in Kambodscha auf einer Fireside sprach, zu der 439 Heilige der Letzten Tage und Gäste gekommen waren.
Am darauffolgenden Tag, dem 29. Mai 1996, weihte Präsident Hinckley in der Hauptstadt Phnom Penh am Ufer des Mekong dieses asiatische Land mit etwa 9,6 Millionen Bewohnern für die Verkündigung des Evangeliums.
„Mögen die wenigen Mitglieder, die es heute hier gibt, im Lauf der Jahre zu einem großen Heer von Menschen anwachsen, die sich zu deiner Kirche bekehren – zu Hunderten und dann zu Tausenden und dann weiter zu Zehntausenden”, betete er.
Zu diesen wenigen Mitgliedern gehören auch Pioniere wie \/ichit Ith, der sich zur Kirche bekehrte und dann maßgeblich daran beteiligt war, daß die Kirche offiziell in Kamhodscha anerkannt.
„Die Kirche zeigt uns Kambodschanern, wie wir nach einer geistigen Gesinnung streben können, was in den vergangenen zwanzig Jahren für viele Menschen hier nicht möglich war”, erklärt Bruder Ith. „Die Lehren der Kirche helfen mir mehr als alles andere. Ich konzentriere mich mehr auf mein Familienleben, und ich bemühe mich, die Gebote zu halten.”
Obwohl sich seit den siebziger Jahren dieses Jahrhunderts viele kambodschanische Flüchtlinge überall auf der Welt der Kirche angeschlossen haben und es sogar in mehreren Städten Einheiten der Kirche gibt, in denen Kambodschanisch gesprochen wird, hielt das Evangelium erst im Januar 1993 offiziell Einzug in Kambodscha. Larry R. White, der damals Präsident der Mission Bangkok war, hörte einen positiv klingenden Bericht über den religiösen Fortschritt in Kambodscha. Elder John K. Carmack von den Siebzigern (der damals zur Gebietspräsidentschaft Asien gehörte), Bruder Ith (der zu diesem Zeitpunkt in Thailand wohnte) und Präsident White reisten nach Kambodscha, um mit Regierungsvertretern über die Einrichtung humanitärer Projekte zu sprechen. Sie wurden freundlich aufgenommen.
Der Zeitpunkt für ihren Besuch schien gut gewählt. Seit der Unabhängigkeit von Frankreich im Jahre 1953 war die politische und gesellschaftliche Lage in Kambodscha höchst instabil gewesen und hatte manchmal sogar zu gewalttätigen Auseinandersetzungen geführt. Dennoch wurde 1991 ein von den Vereinten Nationen ausgehandelter Friedensvertrag geschlossen. Die Wahlen, die kurz nach dem ersten Besuch von Vertretern der Kirche stattfanden, verliefen problemlos, und Kambodscha konnte großen Fortschritt hin zu Demokratie und Wiederaufbau machen. Zu diesem Zeitpunkt wurde Bruder Ith als spezieller Berater des neuen Premierministers berufen. (Heute ist er Präsident der kamhodschanischen Fluggesellschaft und Generalsekretär des Investmentausschusses von Kambodscha.) Sein Einfluß hat sehr dazu beigetragen, daß die Führer der Kirche ihr Anliegen vortragen konnten.
Elder Carmack und Präsident White reisten bald wieder nach Kambodscha, um den offiziellen Antrag der Kirche auf öffentliche Anerkennung einzureichen und dafür zu sorgen, daß Missionarsehepaare die Kambodschaner in englischer Sprache unterrichten, ihnen heim Verteilen der von Mitgliedern gespendeten Kleidung helfen, an Projekten der technischen Universität mitarbeiten und das Evangelium verkündigen durften. Im März 1994 wurde die Kirche offiziell anerkannt, und noch vor Ende des Monats wurden Donald C. Dobson und seine Frau Scharlene aus Logan in Utah aus ihrem Arbeitsgebiet in Madras in Indien abgezogen und nach Phnom Penh versetzt. Sie waren die ersten Missionare in Kambodscha. Die erste Versammlung der Kirche, an der sechs Mitglieder und neun Untersucher teilnahmen, fand am 27. März 1994 statt. Am 9. Mai 1994 wurde Schwester Pahl Mao als erstes Mitglied der Kirche in Kambodscha getauft.

Theany Reath, die JD-Leiterin des Zweigs Phnom Penh 1.
Andere Missionarsehepaare, die humanitäre Dienste leisten sollten, folgten bald. Auch vier junge Missionare wurden aus Missionen in den USA, in denen Kamhodschanisch gesprochen wurde, nach Kambodscha versetzt, um dort das Evangelium zu verkündigen.

Heute, drei Jahre später, gibt es mehr als vierhundert Mitglieder in Kambodscha, die in vier Zweigen in Phnom Penh organisiert sind – drei kambodschanische und ein vietnamesischer. Die Zweige werden von örtlichen Führern geleitet, denen Missionarsehepare bei Bedarf hilfreich zur Seite stehen. Vier Ehepaare aus den Vereinigten Staaten dienen als Berater an der Royal University of Agriculture – zwei unterrichten Englisch, und zwei arbeiten bei landwirtschaftlichen Projekten der Universität mit. Sie alle gehören zusammen mit fünfzehn Missionaren zur Mission Phnom Penh, die in diesem Jahr gegründet wurde. Darüber hinaus wurde inzwischen auch der erste einheimische Missionar berufen. Elder Leang Chhay Suy dient derzeit in der Mission Pocatello im amerikanischen Idaho.
Vor Gründung der neuen Mission gehörte Kambodscha zur Mission Bangkok. Truy Lee Corriveau, der Missionspräsident, dessen Amtszeit in Thailand im Juli ablief, erzählt, daß die Anzahl der Bekehrten in den Monaten nach dem Besuch von Präsident Präsident HInckley in Kambodscha bemerkenswert zugenommen habe. ,Während der darauffolgenden Monate gab es monatlich etwa vierzig Taufen. Zwar ließen sich viele Alleinstehende taufen, aber es waren auch ganze Familien dabei. Es war so schön, die glücklichen Gesichter der Eltern zu sehen, die mit ihren Kindern zur Kirche kamen.
Die Mitglieder hier sind ganz begeistert vom Evangelium und den Segnungen, die es ihnen schenkt, vor allem von der Verheißung ewiger Segnungen im Tempel. Es ist für die Mitglieder ziemlich teuer, zum Manila-Tempel auf den Philippinen zu fahren, aber wir hoffen doch, daß die ersten Kambodschaner sich noch dieses Jahr auf die Reise machen."
Zu den ersten Bekehrten in der Anfangszeit der Kirche in Kambodscha gehörte die achtcehnjährige gebürtige Vietnamesin Phuong Hong Hanh.. Sie ging im Juli 1994 zum ersten Mal zur Kirche, weil sie gern Englisch lernen wollte. Doch schon bald bekehrte sie sich zum Evangelium. „Ich weiß, daß es richtig ist”, sagt sie dazu.
Auch An Chea Maline, eine Kambodschanerin, bekehrte sich schon früh zum Evangelium. Sie schloß sich im Mai 1995 der Kirche an und diente vor ihrer Auswanderung nach Australien als Zweig-PV-Leiterin. Sie kann sich noch gut daran erinnern, daß sie lange nichts über Gott wußte. „Aber jetzt weiß ich, daß diese Kirche wahr ist”, sagt sie. „Für mich ist sie wie die helle Sonne.”
Seng Suon, der sich vor fast einem Jahr bekehrt hat, studierte an der Universität, als er die Missionare kennenlernte. „Ich habe gebetet, um zu erkennen, ob das Buch Mormon und die Kirche wahr sind und ob Joseph Smith ein Prophet war”, erzählt er. „Die Antwort wurde mir gegen Mitternacht zuteil. Ich wachte auf, und alles schien zu leuchten. Ich spürte, daß alles wahr ist "
Als Theany Reath, eine junge Kambodschanerin, sich vor zwei Jahren mit der Kirche beschäftigte, hatte sie Angst, ihr Familie könne gekränkt sein, wenn sie aufhörte, zu ihren verstorbenen Vorfahren zu beten. Doch zu ihrer großen Erleichterung standen ihre Eltern ihrem neuen Glauben und ihrem veränderten Verhalten tolerant gegenüber. „Ich spüre sehr stark, daß meine Eltern mich lieben”, sagt sie. „Sie respektieren mein neues Verhalten wie zum Beispiel das Fasten, und sie erwarten auch nicht mehr, daß ich gemeinsam mit ihnen Tee trinke." Heute dient sie als Zweig-JD-Leiterin.
Oum Botin, Kambodschas erster einheimischer Zweigpräsident, schloß sich vor mehr als zwei Jahren zusammen mit seiner Frau, Samay, der Kirche an. „Eines Nachts träumte meine Frau von zwei Sternen, die in unser Haus fielen”, erinnert er sich. „Dann kamen zwei Missionare an unsere Tür, und wir spürten, daß die Sterne das Symbol für sie waren. Ich weiß, daß diese Kirche die wahre Kirche Christi ist."
Ha Phuoc Thach und seine Frau, Nguyen Thi Hong, sind Vietnamesen. Sie haben sich vor fast drei Jahren zur Kirche bekehrt. 1990 verloren sie alle drei Kinder im Teenageralter, die sich auf einem vietnamesischen Flüchtlingsboot befunden hatten. Trotz – oder vielleicht gerade wegen – dieses tragischen Ereignisses nahmen sie das Evangelium an, als sie es hörten. Ha Phuoc Thach sagt über ihre Taufe: „Unser Leben hat sich verändert, und diese Veränderung war geistiger Natur.” Und seine Frau fügt noch hinzu: „Ich möchte, daß alle beten, denn Gott erhört unser Beten.” Bruder Thach dient als Ratgeber in der Zweigpräsidentschaft des vietnamesischsprachigen Zweigs; seine Frau ist FHV-Leiterin. Wenn man die beiden fragt, warum sie nach allem, was sie erlitten haben, immer ein Lächeln auf den Lippen tragen, bekommt man zur Antwort: „Weil wir jetzt glücklich sind.”
So ähnlich werden sicher auch die zahllosen weiteren Asiaten empfinden, die das Evangelium in den kommenden Jahren annehmen werden. Präsident Hinckley hat im Weihungsgebet den Segen des Herrn für „dieses Land und die Menschen hier” erfleht, „damit Frieden herrsche, damit Wohlstand erblühe, damit Einigkeit herrsche und damit dein Werk Erfolg habe”.
Leland D. und Joyce B. White, Oktober 1997

19:37 - 23.03.2008


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