Mormonen - Das Evangelium in aller Welt

Bahamas

Die Bahamas sind eine Kette aus 700 wunderschönen Inseln, von denen 30 bewohnt sind. Sie liegen 95 Kilometer vor der Südostküste der Vereinigten Staaten im Atlantischen Ozean. Wenn das Land eine Nationalfarbe hätte, wäre es rosa. Warum rosa? Rosafarbener Verputz ist die Farbe der Wahl bei den Regierungsgebäuden in Nassau, der Hauptstadt auf New Providence Island. Mit weißer Farbe abgesetzt und vom intensiven Fuchsienrot und den übrigen Rottönen der Bougainvillea akzentuiert bieten die Gebäude in den Straßen von Nassau vor dem Hintergrund des leuchtend-blauen Ozeans und des Himmels ein herrliches Bild.
Rosa ist auch die Farbe im Innern der Conch-Muscheln. Das Fleisch der großen Muscheln gehörte früher zu den Hauptnahrungsmitteln auf den Bahamas. Heute kommt es häufig kleingehackt in Chowder oder fritiert auf den Tisch.
Die Bevölkerung der Bahamas stammt zum großen Teil aus England, Amerika und Afrika, aber in letzter Zeit sind auch viele Haitianer hierher gezogen. Die Amtssprache ist Englisch, aber die haitianische Bevölkerung spricht haitianisches Kreolisch.
Die ersten Missionare der Heiligen der Letzten Tage kamen 1979 auf die Bahamas. Leider erhielten sie kein Visum. Erst 1985 konnten Vollzeitmissionare hier ihren Dienst antreten. Am 20. November 1997 weihte Elder Neal A. Maxwell die Bahamas für die Verkündigung des Evangeliums.
Derzeit hat die Kirche in dem Land zwei Zweige — den englischsprachigen Zweig in Nassau und den Zweig Soldier Road, in dem französisch und haitianisches Kreolisch gesprochen werden.
Wenn Besucher in das hübsche Gemeindehaus an der Soldier Road auf der Insel New Providence kommen, bewegen sie sich unter lebenden Pionieren. Jedes Jahr gibt es hier neue Meilensteine in der Geschichte der Kirche zu feiern. Und diese treuen Mitglieder — die ersten Bewohner der Bahamas, die sich haben taufen lassen, der erste Zweigpräsident von den Bahamas, der erste Vollzeitmissionar von den Bahamas, das erste Ehepaar von den Bahamas, das im Tempel geheiratet hat, die erste Familie, die sich hat siegeln lassen — sie sind alle jeden Sonntag dort und festigen ihren Glauben an Jesus Christus und bauen in ihrem schönen Land das Reich Gottes auf.

Er wollte gern nach Utah
Clarence E. Newry jun. war der erste Bewohner der Bahamas, der sich taufen ließ. Er schloß sich der Kirche vor 19 Jahren an, während er in Utah studierte. Jetzt leitet er die technische Abteilung an einer staatlichen Highschool. Jeden Morgen vor Sonnenaufgang fährt er dreimal oder noch öfter mit dem Auto los und holt die meisten der Jugendlichen aus den beiden Zweigen ab und bringt sie zum Seminar zum Gemeindehaus. Dann wartet er, bis das Seminar vorüber ist, und bringt sie wieder nach Hause, ehe er zur Arbeit fährt. Wenn er das nicht täte, könnten die meisten Jugendlichen nicht am Seminar teilnehmen. Bruder Newrys Spezialität ist das Tischlerhandwerk. Vor zwanzig Jahren wurde ihm ein staatliches Stipendium für das Studium an einem technischen College an einem beliebigen Ort in den Vereinigten Staaten angeboten. Er erzählt: „Ich sah mir all die Kataloge an. Dann betete ich und entschied mich für das Utah Technical College. Die Behördenvertreter fragten mich, warum ich mich für Utah entschieden hatte. Sie erklärten mir, die Mormonen mögen keine Schwarzen. Aber ich wollte unbedingt in Utah studieren.”
Am Utah Technical College (dem heutigen Utah Valley State College) lernte er ein paar Mitglieder der Kirche kennen, mit denen er sich anfreundete. Außerdem erfuhr er, daß sein Zimmergenosse ein weniger aktives Mitglied war. Bruder Newry wollte gern eine Versammlung der Heiligen der Letzten Tage besuchen, deshalb bestand er darauf, daß sein Zimmergenosse aufstand und mir ihm zur Kirche ging. Natürlich wurde er dort den Missionaren vorgestellt.
„Ich erklärte den Missionaren”, so Bruder Newry, „daß ich ein paar Fragen hatte, die sie beantworten mußten, ehe wir über ihre Religion sprechen konnten. Ich wollte folgendes wissen: Woher komme ich? Warum gibt es keine Propheten? Wohin gehe ich? Wohin ist Christus nach seinem Tod gegangen?” Die Vollzeitmissionare strahlten. Als sie seine Fragen beantwortet hatten, sagte er: „Jetzt weiß ich, daß eure Kirche wahr ist.”
Als Bruder Newry dann auf die Bahamas zurückkehrte, fand er einen kleinen Zweig vor, der während seiner Abwesenheit gegründet worden war. Die Mitglieder trafen sich in Wohnungen und gemieteten Räumen, bis sie selbst ein Gemeindehaus bauten. Er blieb all die Jahre über treu und empfing schließlich im Tempel die Begabung. Irgendwann meinte seine Freundin Antoinette Russell, sie wolle gern mal mit ihm zur Kirche gehen. Sie war von der Herzlichkeit der Mitglieder beeindruckt und begann, sich mit den Missionaren zu treffen, ohne Clarence etwas davon zu sagen. Sie sagt: „Ich wußte, daß wir jemand Besonderes sind. Als die Missionare mir erklärten, woher wir kommen, wußte ich, daß das wahr ist. Ich spürte inneren Frieden.”
Antoinette und Clarence Newry heirateten im März 1997 im Orlando-Florida-Tempel. Mehrere andere Ehepaare von den Bahamas hatten sich im Tempel siegeln lassen, aber die Newrys waren die ersten, die im Tempel heirateten.

Als erste gedient
Etwa um die Zeit, als Bruder Newry in Utah vom Evangelium erfuhr, lernten Antoine und Leona Ferrier durch Alexander Paul, den haitianischen Generalkonsul in Nassau, das Evangelium kennen. Die Ferriers ließen sich 1978 taufen. Bruder Ferrier wurde der erste Zweigpräsident, Schwester Ferrier die erste FHV-Leiterin, und sie dienten viele Jahre lang in diesen Berufungen.
Bruder Paul kannte die Kirche selbst noch nicht lange. Während er in Nassau Generalkonsul war, wurde sein Interesse an der Kirche geweckt; er zog Erkundigungen ein und flog Generalkonferenz. Das, was er erfuhr, beeindruckte ihn. Man verwies ihn an zwei Mitgliederfamilien auf den Bahamas – die McCombs und die Ballards. Diese Familien hatten bei sich zu Hause die Versammlungen abgehalten. Alexander Paul und seine Familie wurden im Evangelium unterwiesen und ließen sich taufen. Dann lud er die Ferriers ein, das Evangelium zu untersuchen.
Der erste Vollzeitmissionar von den Bahamas war Keith Dean. Er ließ sich taufen, während er an der Brigham Young University auf Hawaii studierte. „Ich hatte nicht die Absicht, mich der Kirche anzuschließen”, sagt er. „ln den ersten beiden Monaten dort ging ich den Missionaren immer aus dem Weg.“ Aber nachdem er sich die Missionarslektionen angehört und durch den Geist die Bestätigung erhalten hatte, daß das Evangelium wahr ist, ließ er sich am 5. Dezember 1981 taufen. Drei Jahre später diente Elder Dean in der Kalifornien, Mission Fresno, Jetzt haben Bruder Dean und seine Frau Winnie drei Kinder, und er ist im Zweig Nassau Ältestenkollegiumspräsident.
Ein weiteres eifriges Mitglied ist Talma „John" Bastian. Bruder Bastian, der in Haiti geboren ist, lernte das Evangelium durch seinen Freund Antoine Ferrier kennen. Nachdem Talma zwei Broschüren der Kirche gelesen hatte, bat er seinen Freund um weitere Informationen. Bruder Ferrier gab ihm ein paar Bücher der Kirche, darunter Ein wunderbares Werk ja ein Wunder von Elder LeGrand Richards. Er las die Bücher eifrig und war bereit, als die Missionare zu ihm kamen. Jetzt ist er im Zweig Soldier Road Ältestenkollegiumspräsident

Die Wolken teilten sich
Eine der Stützen des Zweigs Nassau ist Willamae Kemp, die vor 18 Jahren zur Kirche kam, als Antoine und Leona Ferrier sie zu einer Versammlung einluden. „Leona erklärte mir, sie könnte sich gut vorstellen, daß ich in diese Kirche paßte”, erzählt Schwester Kemp.
Sie wird jene erste Versammlung nie vergessen. Der Lehrer sprach über die Gottheit, und das war ein Thema, mit dem Schwester Kemp sich schon lange beschäftigte. Als erklärt wurde, daß die Mitglieder der Kirche daran glauben, daß Gott der Vater, sein Sohn Jesus Christus und der Heilige Geist drei eigenständige Wesen sind, die aber in der Absicht eins sind, schienen sich, so Willamae, die Wolken zu teilen: „Seit dem Tag lerne ich immer mehr dazu.”
Zu den denkwürdigsten Erinnerungen von Schwester Kemp aus der Geschichte des Zweiges zählt die Zeit von 1986 bis 1988, als die Mitglieder zusammenarbeiteten, um ein Gemeindehaus zu bauen. „Wir taten alles, was uns nur einfiel”, erklärt sie. „Wir haben Trödel verkauft, Kuchen verkauft, Autos gewaschen. Jeden Samstag haben wir etwas unternommen, um Geld zusammenzubekommen. Außerdem haben wir auf dem Grundstück gearbeitet und es vom Gestrüpp befreit. Wir sind miteinander geistig gewachsen, und wir haben einander lieben gelernt.”
Schwester Kemp, die zur Zeit JD-Leiterin ist, sagt: „Die jungen Menschen, die in letzter Zeit zur Kirche kommen, sind wirklich stark. Ich freue mich darauf, daß die Kirche sich über dieses ganze Land ausbreiten wird.”

Ein Polizist als Untersucher
Der derzeitige Präsident des Zweiges Nassau, Edward Smith, weiß noch genau, wie er anfing, sich für die Kirche zu interessieren. Bruder Ferrier bot kostenlosen Unterricht in haitianischem Kreolisch an. Als Polizist wollte Präsident Smith haitianisches Kreolisch lernen, um mit den vielen Menschen aus Haiti reden zu können.
Aus Dankbarkeit für den Sprachunterricht beschloß Präsident Smith, eine Versammlung der Kirche zu besuchen. Er hatte sich allerdings in der Zeit geirrt, und es war niemand da, als er am Gemeindehaus ankam. Er fuhr fast eine Stunde lang immer wieder um den Block, bis jemand das Gebäude aufschloß und anfing, die Stühle aufzustellen.
„Die Menschen waren so herzlich", sagt Präsident Smith. "Ich habe mich sofort zu Hause gefühlt.” An jenem ersten Sonntag besuchte er den Unterricht in der Evangeliumsaufbauklasse. Ihm fiel auf, daß die Mitglieder außer der Bibel noch eine weitere heilige Schrift, das Buch Mormon, benutzten. Er fragte, wo er ein solches Buch bekommen könne, und die Missionare schenkten ihm gern eins.
Er befaßte sich weiter mit der Kirche und verteidigte sie bald auch gegenüber seinen Kollegen. „Aber ich war mir nicht sicher, wie tief mein Zeugnis ging”, sagt er. „Ich beschloß, das wirklich herauszufinden.”
Eine Zeitlang betete Präsident Smith; er besuchte die Kirche und studierte das Evangelium. Eines Tages, so erzählt er, las er in den heiligen Schriften: „Ich weiß bis heute nicht, was ich da las. Ich hatte ein warmes Gefühl. Dies war die Kirche, nach der ich gesucht hatte. In dieser Kirche möchte ich sein, was auch immer mit mir geschieht.”
Nach seiner Taufe lud Bruder Smith Claudina, eine Freundin, zur Kirche ein. Sie wurde von den Missionaren unterwiesen und entschloß sich zur Taufe. Sie heirateten und waren vier Jahre darauf das erste Ehepaar von den Bahamas, das sich im Tempel siegeln ließ.
Die Geschichten gehen weiter. Die Mitglieder des Zweiges Nassau und des Zweiges Soldier Road, in dem haitianisches Kreolisch und französisch gesprochen werden, können faszinierende Geschichten darüber erzählen, wie sie im Evangelium unterwiesen wurden und wie sie ein Zeugnis bekommen haben. Die jungen Menschen treten für ihren Glauben ein, wenn sie von ihren Freunden unter Druck gesetzt werden (siehe „Wir haben das Paradies gefunden.“ Seite 36 in dieser Ausgabe). Die Kinder nehmen das, was sie lernen, mit nach Hause in ihre Nachbarschaft, wo ihr guter Einfluß auffällt. Es ist unmöglich, auf den Bahamas ein aktives Mitglied der Kirche zu sein und anonym zu bleiben.
Die Mitglieder wünschen sich sehr, daß die Kirche sich auf ihren Inseln ausbreitet. Als wahre Pioniere haben sie ihrem Herrn und Erretter, Jesus Christus, ihr Leben geweiht. Das Licht des Evangeliums auf ihrem Gesicht spiegelt alle Schönheit der Bahamas wider.
Jane' Thomas, August 1998


WIir haben das Paradies gefunden
Die meisten Jugendlichen in der Kirche sind sehr beschäftigt mit dem Seminar, der Schule, den Berufungen in der Kirche, den Aktivitäten der Familie, den Hausaufgaben, ihren Freizeitbeschäftigungen und ehrenamtlicher Arbeit. Wäre es da nicht nett, dem allen mal zu entkommen?
Stellt euch eine tropische Insel mit warmem weißem Sand, einer leichten Brise und Palmen vor, die sich leicht im Hintergrund wiegen. Sonnenschein im Gesicht spüren? Während ihr so unter der tropischen Sonne eindöst, denkt ihr vielleicht: Hier würde ich gern leben.
Manche Menschen leben dort. Nassau auf den Bahamas ist ein Paradies, in dem manche Menschen zu Hause sind. Dort wird es niemals kalt. Es gibt reichlich frische Meeresfrüchte. Delphine spielen fröhlich in dem kristallklaren Wasser. Pflanzen, die an den meisten anderen Orten eingehen würden, blühen hier in prächtigem Rosa, Violett und Orange und erfüllen die Luft mit ihrem herrlichen Duft. Fast immer hört man irgendwo im Hintergrund Musik.
Die Jugendlichen auf den Bahamas genießen das herrliche Klima und die Umgehung, aber sie sind gegenüber dem Druck des täglichen Lebens nicht immun. Sie wissen, daß wahrer Friede nicht durch Musik oder Essen oder auch den Sonnenschein kommt, sondern daß man ihn nur findet, wenn man nach den Grundsätzen des Evangeliums lebt. Sie lieben das Evangelium aber nicht nur, sondern sie wollen auch gern ihren Mitmenschen davon erzählen.
Weil das Evangelium erst seit etwa 20 Jahren auf ihrer Insel zu Hause ist, sind diese Jugendlichen auf den Bahamas wahre Pioniere. Manche sind die ersten und einzigen Mitglieder der Kirche in ihrer Familie.

Ihr Herzenswunsch
Angela Vildor ist vor ein paar Jahren mit ihrer Familie von Haiti auf die Bahamas gezogen. Mit dem Umzug gingen etliche Veränderungen einher. Dazu gehörte, daß sie Englisch lernen mußte — was eine echte Herausforderung war, da sie ihr Leben lang haitianisches Kreolisch gesprochen hatte. Eines Nachmittags lud eine Freundin sie zu einem kostenlosen Englischkurs ein, den die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage anbot. Angela nahm die Einladung gern an.
„Im Englischkurs lernte ich die Missionare kennen”, sagt sie. „Sie gaben mir das Buch Mormonen und erzählten mir später davon. Ich erzählte ihnen, ich hätte mich beim Lesen im Buch Mormon sehr stark gefühlt; es war ein ganz neues Gefühl gewesen. Sie erklärten mir, das sei der Geist.”
Bald nachdem Angela den Missionaren von ihren Gefühlen erzählt hatte, nahm sie die Missionarslektionen durch und ließ sich taufen. Ein paar Wochen später ließ auch Annette, Angelas jüngere Schwester, sich taufen. Gemeinsam helfen die beiden jedem in ihrer Familie, mehr über das Evangelium zu erfahren. Sie erzählen auch ihren übrigen Verwandten und ihren Freunden davon.
„Einige meiner Freunde sind verwirrt”, meint Annette. „Wenn sie das Buch Mormon aufschlagen und 1. Nephi sehen, sagen sie: ,Ach, das ist bei euch Genesis?' Dann erkläre ich ihnen immer, daß Genesis Genesis ist und Nephi Nephi und daß ich an beide glaube.”
Mißverständnisse in bezug auf das Buch Mormon sind nicht die einzigen Herausforderungen, vor denen Angela und Annette stehen.
Leider gibt es auf den Bahamas viele Mißverständnisse in bezug auf die Glaubensvorstellungen und religiösen Bräuche der Kirche, weil die Kirche dort noch so klein ist. Aufgrund des gesellschaftlichen Drucks, der durch diese Mißverständnisse zustande kommt, war Annette auch erst nicht so sicher, ob es für ihre Schwester überhaupt gut war, sich taufen zu lassen. Aber Angela überredete sie, das Buch Mormon zu lesen und es selbst herauszufinden.
„Im Buch Mosia steht, daß man allezeit und an allen Orten ein Zeuge Gottes sein soll. Das mag ich”, sagt Annette. „Dann steht da etwas über Wünsche, und ich wußte tief im Innersten, daß es mein Herzenswunsch war, mich der Kirche anzuschließen. Da wußte ich, daß ich mich der Kirche anschließen mußte.”

Spaß mit der Familie
Ähnlich wie Angela und Annette erzählt auch Marco Dauphin gern jedem, der es hören will, vom Evangelium. Marco ist wie jeder Junge in seinem Alter. Er spielt leidenschaftlich gern Basketball und lächelt viel. Aber etwas an ihm ist anders. Er ist ein Führer. Er bemüht sich, seine Freunde und seine Familie mit Dingen bekannt zu machen, die seiner Meinung nach gut und aufbauend sind. Er versteht es, alle einzubeziehen, und erreicht es, daß jeder sich wohlfühlt. Als er vor ein paar Jahren die Missionare kennenlernte, wußte er sofort, daß sie etwas Besonderes hatten — etwas, was auch er haben wollte.
„Ich weiß noch, wie die Missionare mir vom Zweiten Kommen erzählt haben”, sagt er. „Das war toll.”
Bald war er zur Taufe bereit und mit ihm sein jüngerer Bruder Derek. Seine jüngere Schwester Sandra folgte den beiden bald nach. Tina, seine jüngste Schwester, war damals noch zu jung, aber sie hat sich inzwischen auch taufen lassen. Aber Marcos ältere Schwester, Rosenelle, hielt es nicht für eine gute Idee, sich der Kirche anzuschließen.
„Ich war fest davon überzeugt, daß die Kirche nicht wahr ist”, sagt Rosenelle.
Aber auf Marcos Drängen hin traf Rosenelle sich weiterhin mit den Missionaren; sie verpflichtete sich nicht zur Taufe, lehnte den Gedanken aber auch nicht völlig ab. „Ich habe nie aufgegeben”, sagt Marco. „Ich wußte, daß es geschehen würde.”
Und so war es auch. Während Rosenelle eines Nachmnittags im Buch Mormon las, stieß sie auf Alma den Jüngeren. Bald dachte sie über ihr Leben und darüber nach, in welche Richtung sie sich bewegte. Sie betete an dem Tag lange und hatte Gefühle, die sie nicht recht beschreiben konnte.
„Marco erklärte mir, das sei der Geist”, sagt Rosenelle. „Ich wußte, daß er recht hatte. Ich bekehrte mich und ließ mich taufen. Ich habe es nie bereut.”
Die Mutter der Dauphins ist kein Mitglied der Kirche; sie muß am Montagabend häufig arbeiten. Deshalb halten Marco und Rosenelle den Familienabend mit einem Spiel, Liedern, Gebeten und einer Lektion. Manchmal laden sie auch die Vollzeitmissionare ein.
Es ist nicht so einfach, die Aktivitäten in der Kirche miteinander zu koordinieren, aber die Dauphins sagen, daß die Mühe sich lohnt. „Die Taufe war für uns eine richtige Erleichterung”, sagt Marco. „Wenn wir bei uns zu Hause den Geist haben, fühlen wir uns einander näher. Wir fühlen uns einfach besser.”

„Weiße” Weihnachten
Als die Familie Rabasto sich vor etwa vier Jahren der Kirche anschloß, tat sie das von ganzem Herzen. Nachdem die Rabastos dann von den Philippinen nach den Bahamas gezogen waren, wurde der Vater, Adolfo, in die Zweigpräsidentschaft berufen. Sie halten regelmäßig den Familienabend. Archie und Roselle, die beide die Highschool besuchen, gehen jeden Tag zum Seminar. Die Familie liest jeden Tag gemeinsam in den heiligen Schriften. Rinna, die älteste Tochter, studiert an der Brigham Young University.
Das Wichtigste am Evangelium ist der Familie das Weihnachtsgeschenk vom letzten Jahr. Da ist die Familie nämlich in den Ferien nach Orlando, Florida, gereist, um sich im Tempel siegeln zu lassen.
„Ich war sehr aufgeregt, weil wir zum Tempel fuhren”, sagt Archie. „Ich weiß noch, wie meine Schwestern geweint haben; ich hatte ein glückliches, friedliches Gefühl.”
In Orlando verabschiedete die Familie sich von Rinna, da sie ihr Studium beginnen wollte. Sie vermissen sie natürlich, aber sie machen sich keine Sorgen um sie, obwohl sie so weit entfernt in Utah ist, da sie wissen, daß sie immer eine Familie sein werden, wohin sie auch gehen.
„Jeder im Tempel sagte uns immer wieder, wie gut wir in den weißen Kleidern mit dem pechschwarzen Haar aussähen”, sagt Roselle. „Es war ein tolles Gefühl. Trotz der Klimaanlage im Tempel hatte ich ein warmes Gefühl im Herzen. Die Gefühle, die ich dort hatte, sind unbeschreiblich.”

Ein starkes Zeugnis
Die Jugendlichen auf den Bahamas sind zwar klein an Zahl, aber groß in der Stärke und im Engagement. Sie haben alle etwas darüber zu berichten, wie das Evangelium ihr Leben verändert hat. Zum Beispiel Nancy Bowe, das freundliche Rosenmädchen, das Präsidentin der Seminarklasse ist. Oder Kelford Gean, der seine Mutter jeden Abend daran erinnert, mit ihm die heiligen Schriften zu studieren. Older D. D. Wilson, die ihre heiligen Schriften und ihr Tagebuch auf die Klassenfahrt nach Florida mitgenommen hat, weil sie keinen Tag auslassen wollte.
Es kann auf den Bahamas schwierig sein, nach dem Evangelium zu leben, weil es nur so wenig Mitglieder gibt und sie so weit von einander entfernt wohnen, aber die Jugendlichen stellen sich mit der Hilfe ihrer Führer und ihrer Freunde allen Herausforderungen. Sie hoffen, daß sie eines Tages statt der beiden kleinen Zweige überall auf der Insel große, aktive Gemeinden haben werden. Sehr wahrscheinlich werden, wenn die Geschichte der Kirche auf den Bahamas geschrieben wird, alle ihre Namen darin verzeichnet sein — als Pioniere, die eine Grundlage gelegt haben, auf der andere aufbauen konnten. Und jetzt sind sie glücklich, wo sie sind; sie lieben einander und das Evangelium.
Und während sie ihr schönes Land auch lieben, so wissen sie, daß es nicht darauf ankommt, wo man lebt, sondern darauf, wie man lebt, damit man inneren Frieden haben und glücklich sein kann. Sie wissen, daß überall das Paradies sein kann, wenn man das Evangelium hat.
Lisa M. Grover, August 1998

19:49 - 27.03.2008


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