Mormonen - Das Evangelium in aller Welt

Samoa

Für mich war Opapo immer nur mein Großvater — ein Mann von großem Glauben — gewesen, ein sehr fleißiger und beliebter Mensch. Erst als ich erwachsen war, wurde mir klar, daß er nicht nur mein Großvater gewesen ist, sondern auch in einer historisch bedeutenden Zeit eine wichtige Stellung eingenommen hat.
Über seine Jugend in Fogatuli auf Savaii (Samoa), wo er 1859 geboren wurde, wissen wir nicht viel. Fogatuli war sogar nach den Maßstäben eines armen Landes ein armes Dorf, und Opapos Familie hatte es dazu noch besonders schwer. Seine Mutter, Malia Toa, stammte aus einer angesehenen Familie in Fogatuli, doch der Vater — man nannte ihn nur Fonoimoana — war ein Fremder aus Uvea (das heutige Wallis Island, ca. 800 km weiter westlich gelegen), der in einen Sturm geraten und an Land getrieben worden war. Weil Fonoimoana aus Tonga stammte, wollte ihm im Dorf keiner so recht trauen, so lang er lebte.
Das erste bedeutende Ereignis im Leben Opapos war ein Traum, den er als junger Mann hatte. Er sah zwei ausländische Missionare in sein Dorf kommen, direkt auf sein „fale” (Hütte) zugehen und sich setzen. Dann endete der Traum. Als aber zwei Jahre danach zwei Missionare der Kirche sein Haus betraten, erkannte er sie als die Männer in seinem Traum, und der Geist gab ihm mit Nachdruck Zeugnis, daß ihre Botschaft wahr sei.
Nun war der Weg frei für ein großes Werk, das dieser Mann unter seinem samoanischen Volk vollbringen sollte. Aufzeichnungen besagen, daß er und seine Frau Toai 1890 getauft wurden — zwei Jahre nach der Eröffnung der Samoanischen Mission. 1890 waren die Samoaner bereits mit der christlichen Lehre vertraut. Die Londoner Missionsgesellschaft hatte 1830 mit dem Missionieren begonnen, bald darauf gefolgt von den Katholiken und Methodisten. Die Bevölkerung war mit tiefem Glauben an den Erretter gesegnet und wußte bereits von Geistesgaben und Wundern. Als aber mein Großvater das Evangelium annahm und sich dieser kleinen Kirche anschloß, die schwer zu kämpfen hatte, folgten ihm die Zeichen nach, die den Gläubigen verheißen sind, und zwar in einem sogar für jenes gläubige Volk außergewöhnlichen Maße.
Ironischerweise herrschte zwischen den Gruppen, die vorgaben, den Erretter zu verehren und ihn zu lieben, bittere Feindschaft. Die Mormonen wurden verfolgt und verhöhnt und sogar als „Cowboys” verspottet, weil Joseph Smith auf einer Farm aufgewachsen war. Opapo blieb aber immer furchtlos und treu und war als Führer bei den Heiligen der Letzten Tage anerkannt.
1904 gründeten er und einige andere eine kleine Siedlung namens Sauniatu („Vorbereitung aufs Vorangehen"). Es war ein kleiner Zufluchtsort für die Heiligen in den Bergen von Upolu. Kurz nach dem Bau des ersten Gemeindehauses brach in der angebauten Küche ein Brand aus und breitete sich rasch aus, obwohl die Leute Wasser vom Fluß holten. Das Gemeindehaus selbst war bereits in Gefahr, da sahen die Leute, wie Opapo auf das Dach kletterte und sich rittlings auf den First setzte. Er hob den rechten Arm, blickte zum Himmel und sagte: „Vater, wir können das kleine Haus entbehren, aber das große nicht. Im Namen Jesu Christi und mit der Macht des heiligen Priestertums gebiete ich dem Wind, daß er umschlägt.”
Der Wind schlug um. Das kleine Gebäude stürzte ein, doch das Gemeindehaus blieb verschont. So wurde der Glaube der Heiligen in Sauniatu in dieser kritischen Zeit sehr gestärkt.
Opapo war auch mit der Gabe der Prophezeiung gesegnet und beeinflußte das Leben vieler Menschen. Einmal kehrte er von einer dreimonatigen Reise auf eine andere Insel zurück und sah, wie gerade Vorbereitungen für ein „fiafia” (Fest) getroffen wurden, um die Hochzeit zweier junger Leute zu feiern. Als er mit der jungen Frau sprach, sagte er ihr plötzlich ohne weitere Erklärung, sie würde bald traurig werden, wenn sie diesen Mann heiratete.
Persönliche Prüfungen blieben auch Opapo und Toai nicht erspart. Von ihren vierzehn Kindern starben elf, bevor sie erwachsen wurden. Trotzdem nahmen die beiden an Demut und Fleiß zu und hatten ein gebeterfülltes Herz. Opapo betete um 5 Uhr morgens und um 5 Uhr abends, aber auch oft zu anderen Zeiten. Und er sorgte nicht nur für seine eigene Familie, sondern auch für andere — besonders für Witwen und Waisen.
Er erfüllte überdies mehrere Missionsaufträge und begleitete die amerikanischen Missionare in andere Gebiete. Auf einer dieser Reisen besuchten Opapo, sein alter Freund Elisala und einer von zwei amerikanischen Missionaren die Insel Manu'a. Bei ihrer Ankunft mußten sie feststellen, daß der dortige König Tuimanu'a der Bevölkerung verboten hatte, den Heiligen der Letzten Tage in irgendeiner Weise zu helfen oder sie aufzunehmen. Wer es dennoch tat, sollte gesteinigt werden. Die Missionare waren jedoch fest entschlossen, ihren Auftrag auszuführen, und blieben zwei Monate. Sie ernährten sich von Kokosnüssen und schliefen in Höhlen. Den Kopf bedeckten sie mit Blättern, um sich vor den Moskitos zu schützen. Nachts half einer dem anderen, die Blätter richtig zu legen, wodurch immer einer ohne Hilfe blieb und die ganze Nacht gestochen wurde.
Als sie diese Strapaze einige Wochen durchgemacht hatten, erwachte Opapo einmal vom Duft frischgebackener Speisen, die in der Nähe in einem Korb lagen. Die Missionare wußten zuerst nicht, ob ihnen menschliche oder göttliche Hilfe zuteil geworden war. Jedenfalls waren sie sehr dankbar für das Essen, da sie seit Wochen nur Kokosnüsse verzehrt hatten. Gegen Ende ihres Aufenthalts wiederholte sich dieser Vorfall. Eine ältere Frau hatte ihnen die Speisen gebracht. Sie sagte, wenn sie für ihre Gastfreundlichkeit sterben müsse, so würde sie eben sterben; sie fürchte sich vor Tuimanu'a nicht.
Als die Missionare einige Wochen darauf jede erdenkliche Möglichkeit ausgeschöpft hatten, machten sie sich zur Abreise bereit. Opapo und Elisala sprachen in aller Form direkt zu Tuimanu'a und seinem Volk und warnten sie, daß sie den Zorn Gottes verspüren würden, wenn sie nicht umkehrten. Bevor Opapo ins Boot stieg, blieb er am Dorfrand stehen und schüttelte zum Zeugnis gegen sie den Staub von seinen Füßen. Ein paar Wochen darauf wurde die Insel von einem schweren Wirbelsturm heimgesucht. Viele Menschen kamen um, die gesamte Ernte wurde vernichtet, und alle Häuser wurden weggefegt – außer einem einzigen: Es war die Hütte der alten Frau, die den Missionaren geholfen hatte.
Es ist gewiß zutreffend, daß Wunder den Glauben der Gläubigen, nicht aber der Ungläubigen stärken. In Manu'a wurde erst 1974 ein Zweig gegründet. Andererseits erfuhren jedoch die Heiligen, zu denen Opapo zurückkehrte, von dem Ereignis, und wurden in ihrer Glaubenstreue gestärkt.
Bald darauf übersiedelten Opapo und Toai mit ihrer Familie von Sauniatu auf die Insel Tutuila, um sich auf die Auswanderung nach Hawaii vorzubereiten, wo sie sich den Heiligen anschließen wollten. Die Mitglieder der Kirche wurden in Tutuila besonders schwer verfolgt, und dies verursachte Opapo viel Leid, obwohl sein Glaube nie erschüttert wurde. Einmal waren er und sein Freund Pinemua Soliai nach Pago Pago unterwegs und wollten einen vorbeifahrenden Bus anhalten. Der Bus blieb stehen, doch als sie näherkamen, erkannte der Fahrer sie als Mormonenmissionare, trat auf das Gaspedal und ließ sie in einer Staubwolke stehen. Bruder Soliai sagte bedauernd zu Opapo: „Jetzt werden wir wohl einige Zeit brauchen, bis wir in die Stadt kommen.” Opapo erwiderte traurig: „Nein, wir sind vor ihm dort.” Anderthalb Kilometer später sahen sie, daß ein Unfall passiert war. Der Bus war mit einem Lastwagen frontal zusammengestoßen und der Fahrer war ums Leben gekommen.
Bruder Soliai und seine Familie waren die einzigen Heiligen der Letzten Tage in dem kleinen Dorf Nuuuli auf Tutuila. Einmal bat er Opapo, seine Kinder, sein Haus, seinen Besitz und seine Freunde zu segnen. Dabei war eine reiche Witwe anwesend, die nicht der Kirche angehörte. Sie hieß Salataim Puailoa und war sehr besorgt, weil die Angehörigen ihres Mannes ihr das Erbe, das sie von ihm erhalten hatte, streitig machen wollten. Sie war beeindruckt von den Segnungen und wollte selbst einen Segen haben, doch Opapo zögerte, weil sie nicht der Kirche angehörte.
Sie befaßte sich mit der Kirche und ließ sich taufen. Dann ging sie erneut zu ihm und bat ihn um einen Segen. Opapo verhieß ihr in dem Segen, daß sie den Grund und Boden ohne irgendein Hindernis von den Angehörigen ihres Mannes erhalten würde. Wenn sie glaubenstreu bliebe, würde sie ein Werkzeug in der Hand des Herrn sein und das Werk der Kirche in Amerikanisch-Samoa vorantreiben.
Anfang der 50er Jahre ging dieser Segen in Erfüllung. Die Kirche kaufte ihr einen Teil ihres Besitzes ab und baute darauf eine Schule, Lehrerwohnungen, eine große Wohlfahrtsfarm und ein Pfahlzentrum.
1926 sandten Opapo und Toai meinen Vater Teila nach Hawaii, um ihre Einreise vorzubereiten. Zwei Jahre später berief die Kirche meine Großeltern als Tempelarbeiter für die Samoaner in den Tempel von Hawaii. 1935 starb meine Großmutter im Alter von 70 Jahren an einer Lungenentzündung.
Ihr Leben lang hatte sie die Kirche und ihren Mann großzügig und getreu unterstützt. Sie wurde in Laie (Hawaii) begraben.
Opapo starb wie Toai an einer Lungenentzündung. Er war fast 81 Jahre alt geworden und wurde neben seiner Frau begraben.
Ich kannte meinen Großvater nicht sehr gut, doch ich bin in zunehmendem Maße dankbar dafür, daß ich sein Enkel bin. Wegen seines Glaubens ist der meinige stärker. In einer kritischen Zeit in der Geschichte der Kirche auf jenen Inseln waren seine Gaben den Samoanern ein Zeugnis, daß das Evangelium wahr ist, daß das Priestertum die Macht Gottes ist und daß der Plan der Errettung in der Tat den Weg vorzeichnet, den wir gehen müssen.
Nicht nur seine Angehörigen, sondern alle Heiligen in der Kirche können in den Genuß der Segnungen kommen, die sein Vermächtnis darstellen.
Carl Fonnimoana, Januar 1982
der Apia Samoa Tempel

Ein Riese

Die Hitze war drückend, und es regnete stark. Trotzdem gingen die Missionare die Straße entlang. Schweiß und Regen flossen ihnen über Gesicht und Rücken. Rechts und links standen die einfachen Häuser der Leute von Hongkong.
Wenn Elder Tavita Sagapolu an die Sperrholztüren klopfte, schien er ein Riese zu sein. Der ehemalige Football-Star seiner Universitätsmannschaft – 1,80 Meter groß und 120 Kilo schwer – überragte die meisten Menschen in dieser Stadt. Und jetzt stellte er fest, daß er auch die meisten Häuser überragte. Sie reichten ihm nur bis zum Kinn.
Vor einem Haus wandte sich sein erfahrenerer Mitarbeiter, der schon einige Monate auf Mission war, an den jungen Samoaner und bot ihm den Vortritt an. Es sollte die erste Tür sein, an die Bruder Sagapolu in Hongkong klopfte, und dieses Erlebnis wird er sein Leben lang nicht vergessen.
Als er sich anschickte, an die Tür zu klopfen, zitterte er vor Nervosität. „Mein Mund war trocken und wollte nicht aufgehen”, erinnert er sich. Dennoch brachte er den Mut auf und ging zur Tür. Die Tür war so klein, daß er niederknien mußte, um klopfen zu können.
„Als ich da kniete, vergaß ich ganz, wie stark ich bin. Ich mußte nicht einmal klopfen; meine Hand zitterte so stark, daß ich nur den Arm gegen die Tür ausstrecken brauchte.” Ehe Tavita wußte, wie ihm geschah, fiel die Tür unter dem Gewicht seines Armes um. Entsetzt versuchte er, die Tür wieder in die Angeln zu setzen, bevor jemand kam.
Plötzlich kam eine ältere Frau an die Tür. Als sie die Tür aufmachte, fiel diese auf sie. Schreiend kam die Frau heraus. „Ich schnappte meinen Mitarbeiter und hielt ihn vor mich hin. Dann sagte ich der Frau: ,Hier, sprechen Sie mit ihm!' Das Gesicht, das die kleine alte Frau machte, als die Tür auf sie fiel, steht mir immer noch vor Augen.” Heute lacht Bruder Sagapolu, wenn er sich an diese Episode erinnert.

Ein lebenslanger Traum
Seit Bruder Sagapolu elf Jahre alt war, hat er davon geträumt, auf Mission zu gehen, und nichts sollte ihn davon abhalten. Er hat gern den zurückgekehrten Missionaren zugehört, wenn sie von ihren Erlebnissen erzählten, und jeden Tag wurde der Entschluß stärker, selbst auf Mission zu gehen. Als er dann sein Studium begann und einen Football-Vertrag mit der University of Hawaii in Manoa schloß, sorgte er gleich dafür, daß er zwei Jahre im Dienst des Herrn abwesend sein durfte.
Tavita, in der Mitte, mit seinem Mitarbeiter und der ersten von ihnen getauften Familie

Bruder Sagapolu beendete die Mission ehrenhaft, kehrte in die Mannschaft zurück und war im nächsten Herbst dann wieder einsatzbereit.
Tavita Sagapolu wurde zwar in Amerikanisch-Samoa geboren, aber als er erst vier Jahre alt war, zog die Familie nach Hawaii um. Er ist das vierzehnte von fünfzehn Kindern und sagt dazu: „Ich bin am Ende der Schlange.”
Auf Samoa spielt die Familie eine wichtige Rolle, und große Familien werden sehr geachtet. Die Eltern werden sehr in Ehren gehalten. „In einer großen Familie können die Geschwister sich aufeinander verlassen”, sagt Bruder Sagapolu. „Sie stärken sich gegenseitig und geben einander Halt. Wenn einer von uns die anderen brauchte, waren immer alle zur Stelle. Gleichgültig, wo wir gerade waren, wir kamen zurück, um zu helfen. Und so ist es auch heute noch.”
Als die Geschwister älter wurden, arbeiteten sie und trugen zum Unterhalt der Familie bei. Der Vater ging arbeiten, die Mutter blieb zu Hause und versorgte die Kinder.
Alle fünfzehn Kinder sind in der Kirche groß geworden, und das Evangelium nimmt einen wichtigen Platz in ihrem Leben ein. „Ich bin dankbar dafür, daß meine Eltern mich ständig dazu angehalten haben, das Richtige zu tun”, sagt Bruder Sagapolu. „Bis heute hat es mir niemals Schwierigkeiten bereitet, mich an meine Grundsätze zu halten, ganz gleich, was auch geschehen ist.”

David und Goliath
Wer Tavita Sagapolu zum ersten Mal begegnet, ist von dem großen, muskulösen jungen Mann beeindruckt. Wenn er aber zu sprechen beginnt, spürt man seinen fröhlichen und liebevollen Geist, und niemand kann sich vor ihm fürchten. „Die Menschen sollen sehen, daß Samoaner sanft und freundlich sind. Man bringt uns bei, unsere Mitmenschen zu achten, und, was noch wichtiger ist, sie so zu behandeln, wie wir selbst behandelt werden wollen."
Tavita ist zwar groß, aber er ist nicht wild oder aufbrausend. Sein Name bedeutet David. Körperlich erinnert er zwar eher an Goliat, aber sein Name steht für Mut und Ausdauer, Eigenschaften, die er mit dem biblischen David gemein hat.
Schon als kleiner Junge hat Tavita Sagapolu gelernt, Ausdauer zu entwickeln. Er brauchte ein Ziel, auf das er hinarbeiten konnte. Mit dreizehn Jahren interessierte ihn ein guter Freund für das Gewichtheben. Mit vierzehn konnte Tavita fast das Doppelte seines eigenen Gewichts heben.
„Ich war zwar erst vierzehn, aber nach Verhalten und Aussehen hielten die Leute mich für zwanzig. Ich hatte einen Körper wie ein Erwachsener. Trotzdem habe ich immer noch gern gespielt und im Fernsehen Zeichentrickfilme angeschaut.”
In den folgenden Jahren nahm Tavita an Kraft und Körpergröße zu. Im ganzen Land gewann er Wettbewerbe im Gewichtheben. Mit fünfzehn reiste er nach Little Rock in Arkansas, wo er als stärkster Amerikaner in der Altersgruppe von 14 bis 17 Jahren ausgezeichnet wurde. Fünf Jahre lang gewann er Landesmeisterschaften. Mit achtzehn brachte er im Reißen 412 Kilo zur Hochstrecke.
In der High School tat sich Tavita im Gewichtheben und im Football hervor. In der ersten Saison, in der er Football spielte, wurde er für Mannschaften auf Staats- und Landesebene ausgewählt. Die Liste seiner Auszeichnungen ist schier endlos. „Ich bin gut in Gewichtheben und Football, weil das die beiden Sportarten sind, die ich am liebsten habe”, sagt er.

Disziplin lernen

Bruder Sagapolu ist aber nicht nur gut, weil er gern Sport treibt, sondern weil er sich selbst strikte Disziplin angewöhnt hat. Mit Hilfe dieser Disziplin hat er Kantonesisch gelernt, als er sich auf die Mission in Hongkong vorbereitet hat. „Als ich nach Hongkong berufen wurde, war mein erster Gedanke: Was soll ein 120-Kilo-Samoaner denn da? Aber ich wußte, daß der himmlische Vater mich dort haben wollte.”
Am Anfang hatte er Schwierigkeiten mit der Sprache. Es war enttäuschend, daß er seine starken Gefühle in bezug auf das Evangelium nicht mitteilen konnte. „Mit Geduld und Beten lernte ich durchhalten. Meine Beziehung zum himmlischen Vater wurde enger, enger sogar, als ich es je für möglich gehalten hatte. Ich hatte buchstäblich Schwielen an den Knien.”
Durch Geduld und Langmut hatte er auf Mission Erfolg. Dieselben Eigenschaften halfen ihm auch, im Studium und als Footballspieler Erfolg zu haben. In der Schule glaubte er, daß er den anderen etwas beweisen müsse, aber jetzt muß er nur noch dem himmlischen Vater etwas beweisen, nämlich daß er würdig ist.
Tavita trainiert sechs Tage in der Woche. „Ich setze viel daran, den Körper, den der himmlische Vater mir gegeben hat, aufzubauen – ihn rein und physisch und geistig fit zu halten.”

Ein Vorbild

Bruder Sagapolu bemüht sich auch, all seinen Freunden inner- und außerhalb der Kirche Vorbild zu sein. Er möchte auf die Menschen in seiner Umgebung einen positiven Einfluß ausüben.
An erster Stelle aber steht seine Beziehung zum Herrn. „Meine Beziehung zum himmlischen Vater gleicht der, die ich zu meinen Eltern habe. Ich bemühe mich nach besten Kräften, ihm zu dienen und zu tun, was er will.”
Sein Vater ist vor einiger Zeit gestorben, und seine Mutter lebt in Kalifornien, aber bei jeder Gelegenheit kommt die Familie zusammen, um gemeinsam Spaß zu haben. Tavita bereitet es besonderes Vergnügen, mit seinen Brüdern und Vettern an Autos zu basteln.
„Ich repariere gern Autos. Ich mag überhaupt alles, was man mit den Händen und Werkzeug tun kann. Ich habe viel Talent dafür, Sachen zu richten und zu reparieren. Mein Vater war Mechaniker, und meine Brüder sind es auch.”
Tavita hat einen begeisternden Rat für die jungen Leute in der Kirche. „Geht auf Mission. Besonders die jungen Männer, die neunzehn werden. Geht jetzt. Es werden vielleicht nicht die einfachsten, dafür aber die besten zwei Jahre eures Lebens.”
Er rät den Jugendlichen auch zu lernen, welche Bedeutung das Evangelium für sie hat.
„Bleibt der Kirche nahe”, setzt er hinzu. „Bewahrt eine enge Beziehung zum himmlischen Vater. Mir hat es geholfen.”
Und diese Einstellung macht aus Tavita Sagapolu, mag er stehen oder knien, einen wahren geistigen Riesen.
Terry O’Rand, Juni 1991

16:06 - 30.03.2008


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