Mormonen - Das Evangelium in aller Welt

Puerto Rico

Die Besucher genießen die Wärme und Schönheit dieser Insel, aber die Heiligen der Letzten Tage, die hier leben, wissen, daß wahre Freude im Evangelium zu finden ist.

Die Frohen Heiligen von Puerto Rico
Die Worte auf den Nummernschildern der Autos in Puerto ico sagen es: „Puerto Rico — Insel der Verzauberung”. Puerto Rico ist zwar nur 260 Kilometer lang und 90 Kilometer breit, aber es ist voller bezaubernder Szenen. Von den Regenwäldern des über tausend Meter hohen El Yunque in den Luquillo-Bergen im Norden zum etwas trockeneren Klima im Süden kann man entweder die Berge oder die Küste oder aber beides sehen. Jeden Tag kommen Touristen mit dem Flugzeug oder mit Kreuzfahrtschiffen, um die warmen Temperaturen zu genießen, die das Jahr über 15 bis 32 Grad Celsius betragen. Entlang der Sandstrände wiegen sich hohe Palmen in den Passatwinden, und während man ihrem Rauschen lauscht, ist man in den herrlichen Duft der Blumen eingehüllt. Die Tage sind mit Schwimmen, Segeln und Sonnenbaden ausgefüllt, und das Gelächter und die Musik des Nachtlebens locken unablässig. Aber die Heiligen der Letzten Tage, die hier leben, haben gelernt, wie wahr diese Worte in sind: „In dieser Welt ist eure Freude nicht voll, aber - in mir ist eure Freude voll.”
„Ich habe früher viel Zeit mit meinen Freunden verbracht”, sagt Orlando lrizarry, ein Tischler in Cabo Rojo, „aber ich hatte den Eindruck, daß meinem Leben etwas fehlte. Ich fragte mich, was Irma, meine Frau, und ich unseren drei Töchtern geben konnten, das von dauerhaftem Wert war. Ich begann über diese Gefühle zu beten, und als dann die Missionare zu uns kamen, hatte ich das Gefühl, ich hätte schon auf sie und ihre Botschaft gewartet. Jetzt schenkt das Evangelium uns Freude, und meine Töchter haben das, worauf es am meisten ankommt."
Vierzehntausend weitere Menschen in Puerto Rico haben die gleiche Freude gefunden, und die Kirche ist jetzt mit acht Distrikten und 52 Zweigen fest etabliert.

Die Anfänge in Puerto Rico
1493 erreichte Christoph Columbus Westindien, eine Inselkette, die zwischen Nord-und Südamerika liegt, und beanspruchte dieses Gebiet für die spanische Krone. Auf der größten Insel ging er an Land und nannte sie San Juan Bautista (St. Johannes der Täufer), und ab 1508 wurde die Insel von Spaniern besiedelt. Gold und Zuckerrohr zogen die Siedler an, und im Laufe der Zeit erhielt die Insel den Namen Puerto Rico, was „reicher Hafen” bedeutet. Ihre abwechslungsreiche Geschichte berichtet im Laufe der nächsten Jahrhunderte von Piraten und Plantagen und vielem mehr. Weil so viele verschiedene Menschen hierherkamen — Spanier, Engländer, Afrikaner, Iren, Holländer, Franzosen, Amerikaner und andere — nennen die Puertoricaner ein reiches kulturelles Erbe ihr eigen. Als 1898 der spanisch-amerikanische Krieg zu Ende ging, wurde Puerto Rico Territorium der Vereinigten Staaten.
Die Kirche faßte in Puerto Rico Fuß, als die USA dort im Zweiten Weltkrieg militärische Stützpunkte einrichteten. Der erste Zweig wurde 1956 gegründet, und zwar für die Familien von Militärangehörigen. Im Zweig wurde Englisch gesprochen, und zwei Missionare waren für die ganze Insel zuständig.
Maria Christina Sosa Burk gehörte zu den ersten Puertoricanern, die sich taufen ließen. Sie war mit einem Militärangehörigen verheiratet, der Mitglied der Kirche war, und wurde 1956 Mitglied der Kirche. Die Söhne der Burks ließen sich mit acht Jahren taufen. William, der älteste, war einer der ersten Puertoricaner, die eine Mission erfüllten, als er 1969 nach Uruguay ging.
In den achtziger Jahren wuchs der Anteil der spanischsprechenden Mitglieder gegenüber den englischsprechenden, da immer mehr Puertoricaner sich taufen ließen. In den Städten San Juan (Hauptstadt von Puerto Rico), Carolina, Ponce und Mayagüez wurden Pfähle gegründet. Die Mitgliederzahlen wuchsen so rasch, daß Elder L. Tom Perry vom Kollegium der Zwölf Apostel Puerto Rico im Dezember 1993 besuchte und die vier Pfähle in acht Distrikte aufteilte, die leichter zu verwalten sind. Jetzt haben die Mitglieder mehr Möglichkeiten, Führungsaufgaben zu übernehmen. Außerdem fühlen sie sich in ihren Zweigen wie eine große Familie, weshalb auch mehr Mitglieder aktiv sind.
„Unsere Errettung hängt nicht davon ab, oh wir ein Pfahl oder ein Distrikt sind, sondern von unserer persönlichen Arbeit”, sagt William A. Burk, der Präsident des Distrikts San Juan Puerto Rico.
Überall ist das neuerwachte Engagement zu spüren. In Humacao sagt der Zweigpräsident Angel Rodríquez-Negrón: „Wir möchten, daß der Zweig Humacao dem Himmel so nahe ist wie nur irgend möglich. Die Mitglieder wünschen sich mit ganzem Herzen und Sinn den Erfolg. Wir müssen uns ans Handbuch halten. Da steht alles.”
Die Mitglieder dieses kleinen aber begeisterten Zweigs planten einen Tag der offenen Tür mit neun Ständen zu verschiedenen Aspekten des Evangeliums. Nur ein Besucher kam, aber die Mitglieder ließen sich nicht entmutigen.
„Wir sind dadurch, daß wir die grundlegende Lehre für uns wiederholt haben, sehr gewachsen, und wir hatten soviel Spaß, daß wir einander wirklich nähergekommen sind”, sagt Maritza Reyes. „Wir haben die gute Einstellung beibehalten und unsere Stände später beim Zweigpicknick noch einmal aufgebaut, so daß viele Leute sie gesehen haben.”


„Liebe im Herzen"
„Sie können uns fotografieren”, sagte ein Mitglied des Zweigs Guaynabo, „aber die Liebe, die wir im Herzen haben, können Sie nicht fotografieren.” Es stimmt, daß der Erfolg in der Gutherzigkeit der Menschen begründet ist, die gern zusammen sind und einander gern dienen.
Das Evangelium Jesu Christi paßt nicht nur gut zu diesen Eigenschaften, sondern es macht sie auch noch stärker.
„Wollen Sie einen glücklichen Menschen sehen? Dann sehen Sie mich an”, sagt Alberto Zayas vorn Zweig Caparra. „Sicher habe ich Probleme, aber das Evangelium hilft mir, damit umzugehen.”
Angel L. Garcia vom Zweig Pontezuela sagt: „Ich bin glücklich, weil ich Christus in meinem Leben habe und weil ich weiß, daß mein Beten erhört wird.”
Lucy Casablanca, Mutter zweier Kinder und seit 1977 Mitglied des Zweigs Carolina, sagt. „Wir hatten schon immer ein herzliches Familiengefühl, aber das Evangelium hat Licht in unsere Beziehung gebracht und sie ewig gemacht." Ihr Mann Justo pflichtet ihr bei: „Achten Sie auf die freudigen Augenblicke in Ihrem Leben”, sagt er. „Wir müssen an unseren kirchlichen Berufungen Freude haben, glücklich sein und Spaß daran haben, nach dem Evangelium zu leben."
Bruder Casablanca, ein allseits geachteter Führer, hält sich als erster an seinen Rat. Zur Weihnachtszeit versammelt er die Hohen Priester seines Zweigs zu einer puertoricanischen Tradition, die parranda genannt wird. Die Casablancas scharen mehrere Familien um sich, nehmen ein paar Gitarren und andere Musikinstrumente mit und singen vor dem Haus eines Mitglieds Weihnachtslieder. Dann werden sie hereingebeten und bleiben rund eine Stunde, wobei gegessen, gesungen, gelacht und getanzt wird. Dann schließt sich die besuchte Familie der Gruppe an, und alle gehen gemeinsam zu einem weiteren Haus. Diese Party geht den ganzen Abend weiter, und zum Schluß ist die Gruppe auf 50 bis 100 Mitglieder angewachsen. „Oft besuchen wir auch weniger aktive Mitglieder, damit wir alle gemeinsam Spaß haben”, sagt Bruder Casablanca.
Diese Freude an der Geselligkeit ist hier allgemein bei den Mitgliedern der Kirche zu finden. Die Jugendlichen im Zweig Ponce 1 kommen zum Beispiel zusammen, um die traditionellen puertoricanischen Volkstänze zu lernen, und die Kulissen und Kostüme für ihre Auftritte haben sie alle selbst angefertigt.
Nuel Munoz, der Ältestenkollegiumspräsident des Zweigs Arecibo, unterstreicht diesen Geist der Einigkeit und des Dienens, indem er seine Familie dazu anhält, sich möglichst immer an den Aktivitäten der Kirche zu beteiligen. „Man weiß nicht, wann der Herr zu einem spricht und wann er einen braucht”, sagt er.


„Ich habe mich danach gesehnt, Heilige Schrift zu lernen”
Die Menschen auf dieser Insel haben auch eine tiefgehende geistige Gesinnung. Viele, zum Beispiel Doel Irizarry vom Zweig Guayanilla, haben sich aufgrund eines Traums oder einer geistigen Eingebung zum Evangelium bekehrt. „1979 baten die Missionare unsere Familie, über das Buch Mormon zu beten”, sagt er. „An dem Abend habe ich mich mit Cruz, meiner Frau, und unseren Kindern Maritza und Eric hingekniet und gebetet, um zu erfahren, oh das Buch Mormon wahr sei. Ich hatte einen Traum, der sich dreimal wiederholte. Als ich in der nächsten Woche zur Kirche ging, traf ich zu meiner Überraschung den Mann, den ich in meinem Traum gesehen hatte. Ich wußte, das war die Antwort auf mein Beten.”
Die meisten Mitglieder haben, wie die Familie Torres aus dem Zweig Arecibo, in ihrer Familie ein Schriftstudienprogramm. Roberto und Migdalia Torres haben sich 1984 taufen lassen. „Das Evangelium wirkt sich darauf aus, wie wir denken und uns verhalten, wie wir reden und wie wir unsere Mitmenschen behandeln”, sagt Roberto Torres, Vater von vier Kindern im Alter von sieben bis dreizehn. „Wir finden es sehr wichtig, daß Eltern ihre Kinder Religion lehren. Wir beten jeden Morgen und lesen in den heiligen Schriften. Das gibt unseren Kindern die Grundlage dafür, daß sie im Laufe des Tages gute Entscheidungen treffen. Wir lehren sie auch, das Böse zu fürchten.”
Migdalia schreibt es dem Evangelium zu, daß sie gelernt hat, eine bessere Mutter zu sein. „In der FHV habe ich gelernt, wie ich meine Kinder erziehen soll”, sagt sie. „Der Familienabend spielt in unserer Familie eine wichtige Rolle. Unsere Kinder übernehmen auch Verantwortung und beteiligen sich an der Lektion.”
Eine weitere geistige Bereicherung für diese Menschen, deren geistige Gesinnung schon so stark ist, ist das Seminar, das in jedem Zweig auf der Insel stattfindet. Die meisten Lehrer sind Zweigmitglieder, die berufen sind, die Jugendlichen am frühen Morgen zu unterrichten. Sie unterrichten aber nicht nur, sonder holen ihre fünf bis sechs Schüler auch von zu Hause und fahren sie zur Kirche und nach dem Seminar zur Schule. „Ich habe mich danach gesehnt, heilige Schrift zu lernen,“ sagt Schwester Munoz aus Arecibo, „und das kann ich, weil ich Seminarlehrerin bin.“ Es gibt in Puerto Rico über 50 Seminarlehrer, du so hat das Seminar nicht nur auf die Jugendlichen, sondern auch auf die Familien großen Einfluß
Ernesto Rivera, dem Präsidenten des Distrikts Toa, liegt die geistige Entwicklung sehr am Herzen. „Wir müssen bereit sein, für geistige Segnungen materiellen Besitz aufzugeben“, sagt er. „Sie der rechte junge Man in Lukas 18:818-25 müssen wir uns eines Tages zwischen den Dingen der Welt und den Dingen des himmlischen Vaters entscheiden. Aber wir können das und können unser Ziel erreichen. Die Entwicklung des Evangeliums in Puerto Rico hängt von unserer geistigen Gesinnung ab."
Diese Mischung aus Geselligkeit und geistiger Gesinnung bedeutet, daß die Versammlungen und der Unterricht mir Lachen und Weinen verbunden sind, wenn die Mitglieder sprechen und unterrichten und vom Evangelium Zeugnis geben. Auch die Arbeit der Missionare und die Missionsarbeit der Mitglieder provitieren von dieser aktiven geistigen Gesinnung. Die Familie Munoz aus dem Zweig Arecibo ist seit ihrer Taufe im Jahre 1986 vorbildlich in der Missionsarbeit tätig.
„Nach unserer Taufe har jeder in der Familie sich mehr angestrengt”, sagt die einundzwanzigjährige Gissette Munoz. ,Wir waren einig. Wir haben einander nicht mehr geärgert. Wir waren freundlicher zueinander und haben öfter miteinander geredet. Weil das Evangelium uns so sehr geholfen hat, wollten wir alle auch andere daran teilhaben lassen."
Bis März 1995 haben sich zwei Familien in ihrer Nachbarschaft taufen lassen, desgleichen mehrere Verwandte von Schwester Muöoz, drei Freunde von Bruder Munoz und zwei Freundinnen von Gissette.
Wie viele andere Heilige der Letzten Tage hat diese Familie entdeckt, welche Freude die Missionsarbeit mit sich bringt. „Die Mitglieder fangen an, mehr mit ihren Verwandten und Freunden über das Evangelium zu sprechen”, sagt Ronald E. Dyer. der bis vor kurzem Präsident der Puerto-Rico-Mission San Juan war. „Es gibt jetzt mehr Mitglieder, die mit den Vollzeitmissionaren zusammenarbeiten. Das ist der Schlüssel für ein starkes Missionsprogramm.”
Viele junge Männer und junge Frauen haben sich von dieser missionarischen Begeisterung anstecken lassen und eine Vollzeitmission erfüllt. „Ich habe mir sehr gewünscht, eine Mission zu erfüllen", sagt Maritza Irizarrv vom Zweig Guayanilla, die in Mexico City gedient hat. Unsere Familie ist durch meine Mission sehr gesegnet worden. Meine Großeltern haben sich mit dem Evangelium befaßt, während ich mich auf die Mission vorbereitete, und sich eine Woche vor meiner Abreise taufen lassen."
Neben der Missionsarbeit widmen sich die Mitglieder auch der Aufgabe, den weniger aktiven Heiligen der Letzten Tage zu helfen, ihr Zeugnis erneut zu festigen und wieder ganz aktiv zu werden. Im Zweig Ponce 1 haben die Führer eine entschlossene Anstrengung unternommen. Sie riefen alle interessierten Mitglieder dazu auf, bei einer Art „AktivierungsbatailIon” mitzumachen. „Alle kamen an einem bestimmten Abend zum Gemeindehaus”, sagt Miguel Alvarado sen., Präsident des Zweigs Ponce 1. „Die Führer gaben Karten mit den Namen und Adressen der weniger aktiven Mitglieder aus, und die Mitglieder gingen immer zu zweit Ios. Jeder hatte nur ein paar Leute zu besuchen. Nach zwei Stunden trafen sich die Mitglieder wieder im Gemeindehaus, um über ihre Besuche zu berichten. Das erwies sich als sehr wirksame Methode, die weniger aktiven Mitglieder zu ermitteln und den Kontakt wiederherzustellen. Nach dieser ersten Aktivitäten haben wir weitergemacht, und das hat unseren Zweig neubelebt."
Im Zweig Fauco ist die Aktivierung vorrangig. „Wir beten als Besuchslehrerinnen dafür, daß die weniger Aktiven, die wir besuchen, zu Christus zurückkommen”, sagt Schwester Lizzi Pcrez. Beide Ratgeber in der Zweigpräsidentschaft waren noch vor kurzem weniger aktiv, ehe sie in die Präsidentschaft berufen wurden. „Wir haben ihnen geholfen, indem wir ihnen unsere Liebe geschenkt haben und mit ihnen zusammengekommen sind”, sagt der Zweigpräsident, Rodrigo Pérez. ,.Unser Zweig entwickelt sich aufgrund unserer Integrationsbemühungen zu einer großen Familie."

„Es gehört dem Herrn”
Der Lebensstandard der Bevölkerung ist auf Puerto Rico allgemein höher als auf den anderen westindischen Inseln. Die meisten Menschen wohnen in einstöckigen Häusern aus Zementstein mit Anstrich, die ein flaches Dach haben und so gebaut sind, daß sie den gewaltigen Wirbelstürmen, die die Karibik heimsuchen, standhalten können. Die Häuser haben Deckenventilatoren, Fenster mit Kühlschlitzen anstelle der Verglasung und geflieste Fußböden gegen die Hitze. Die Fenster, Türen und Veranden der meisten Häuser sind mit verzierten gußeisernen Gittern versehen — zum Teil als Dekoration und zum Teil als Schutz, da die Fenster die meiste Zeit offen stehen.
Bei den Heiligen der Letzten Tage ist es üblich, eine Wand im Wohnzimmer mit Bildern zu schmücken – darunter einem Bild von Christus, von einem Tempel und mit Bildern der Kinder und Enkelkinder sowie einem Bild von der Familie am Tempel von dem sie gesiegelt worden sind. Abends sitzen die Familien gern auf der Veranda, um sich zu unterhalten und gekühlten Fruchtsaft zu trinken, zum Beispiel von Guaven, Papaya oder Mango. In der schwülen Luft ist ein stetes „Koke, koke” zu hören. Das ist der Ruf des Coqui, einer kleinen Froschart, die nur in Puerto Rico beheimatet ist und abends ihren Ruf hören läßt
Die Heiligen der Letzten Tage hier sind dankbar für das, was sie haben, und so singen sie in. ihren Versammlungen häufig das Lied „Weil viel mir gegeben” (Hymns Nr. 219). Allerdings haben viele Menschen finanzielle Schwierigkeiten, da die Arbeitsmöglichkeiten nicht gleichbleibend sind.
„Der Zehnte ist die schwerste Prüfung”, sagt Victor Gonzälez vorn Zweig Ponce 1, „aber wir haben alles, was brauchen, und noch mehr, wenn Lucy, meine Frau, und ich den Zehnten zahlen.” Hector und Daisy Landrón, die auch dem Zweig Ponte 1 angehören, haben die Erfahrung gemacht, daß der Gehorsam gegenüber dem Grundsatz des Zehnten auch für sie ein Segen ist
Vor zwölf Jahren fiel Bruder Landrón von einer Leiter und brach sich an zwei Stellen das Bein. Weil er Diabetiker ist, ist sein Bein nicht recht geheilt. „Ich habe immer noch Schwierigkeiten mit meinem Bein”, sagt er, „und das bedeutet, daß unsere finanzielle Lage nicht so einfach ist. Aber wir zahlen unseren Zehnten und haben immer, was wir brauchen, so wie in dem Gleichnis von den Broten und den Fischen.”
Trotz solcher Schwierigkeiten sind die Großzügigkeit und die Bereitschaft, füreinander zu sorgen, in den puertoricanischen Zweigen offensichtlich. Hector und Amarilis Álvarez vom Zweig Caparra sind nicht reich, aber das, was sie haben, teilen sie mit anderen. Sie haben sich ihr Geld immer sorgsam eingeteilt, und so konnten sie sich in den Bergen von Bayamón ein Haus mit Blick auf San Juan kaufen. Das Partyleben stellt für die puertoricanischen Jugendlichen eine Verlockung dar, deshalb sorgen die Führer, wie Bruder Álvarez, für Altemativen. Auf seiner Terrasse stehen ein Grill, ein Spülbecken, Tische, Stühle und ein Pingpong-Tisch. Außerdem ist da viel Platz zum Tanzen. Es ist nichts Besonderes, aber die Jugendlichen haben bei der Familie Álvarez immer viel Spaß.
„Mi casa es su casa” (mein Haus ist euer Haus), sagt er. „Was ich tue, haben andere auch für mich getan, als ich jung war. Ich weiß, daß die Leute, denen ich helfe, wieder anderen helfen werden.”
Die Großzügigkeit der Familie Álvarez ist allgemein bekannt. Im Keller steht eine kleine Wohnung bereit – für den Fall, daß jemand vorübergehend ein Obdach braucht; auch eine Mitfahrgelegenheit und ein offenes Ohr sind dort immer zu finden. „Es ist kein Problem, anderen zu helfen”, sagt Bruder Àlvarez. „Ich habe das Gefühl, daß es nicht meine Zeit und mein Haus ist – es gehört dem Herrn.”
Am 30. Juni 1995 wurde Jesus Nieves der erste puertoricanische Missionspräsident. „Die Zukunft sieht gut aus", meint Präsident Nieves, der sich 1977 mit seiner Frau und den vier Kindern in Carolina hat raufen lassen. „Ich liebe die Puertoricaner, und sie lieben das Evangelium. Ich glaube, wir werden erfolgreich sein, weil wir einander lieben und einander unterstützen.”
Freude ist für die puertoricanischen Heiligen mehr als das Vergnügen an Sonnenschein und Meeresbrisen. Das Evangelium läßt die guten Eigenschaften dieser Menschen noch stärker her vortreten, und das Ergebnis ist eine fröhliche „Familie” von Heiligen.


Die puertoricanischen Jugendlichen ziehen an einem Strang
Fast hundert Jugendliche aus dem Distrikt Tee Baja Puerto Rico sangen miteinander und zogen dabei im morgendlichen Sonnenschein eines Märztages ihre Handkarren über die steilen Hügel des Monagas Park. Sie vollzogen den Treck der Handkarrenpioniere der Kirche nach und sangen zuerst auf Spanisch Como os he amado, amad a Otros und dann auf Englisch As I have loved you love one another („Liebet einander, wie ich euch geliebt habe").
Die Jugendlichen hielten in kleinen Gruppen an bestimmten Stellen an und lasen von den Erlebnissen der Pioniere.
Mehrere weinten, als sie fertig waren. Die Gruppe zog weiter und sang dabei: i Grande eres tu! — „Wie groß bist du”.
„Wir möchten, daß unseren Seminarschülern bewußt wird, daß unsere Opfer, wie groß oder klein sie auch sein mögen, denen der Pioniere vergleichbar sind”, sagt Alberto Zayas, stellvertretender CES-Direktor für die Karibik. „Das Seminar hilft unseren Jugendlichen, ein Zeugnis zu entwickeln, deshalb hat jeder Zweig auf dieser Insel eine Klasse, und an zwei Universitäten gibt es die Studentenvereinigung der Heiligen der Letzten Tage.”
Es ist in diesem tropischen Paradies wichtig, daß den puertoricanischen Jugendlichen viele Aktivitäten angeboten werden. „Es ist eine Party-Insel, und es gibt für die Jugendlichen viele Versuchungen”, sagt Bruni Moreno, JD-Leiterin im Distrik Toa Baja. Wir bemühen uns, unsere Jugendlichen mit Tanzveranstaltungen und Partys zu beschäftigen. Aber wir wissen, daß das nicht ausreicht. Wir geben ihnen auch Gelegenheit, den Geist zu spüren, wie zum Beispiel vor kurzem auf unserer Fahrt zum Orlando-Florida-Tempel. Das ist das Wichtigste, was wir ihnen geben können. Es ist etwas, was die Welt ihnen nicht geben kann"

Ein junger Heiliger der Letzten Tage in Mayagüez sagt: „Als ich 15 war, fing ich an zu rauchen, weil meine Freunde mich bedrängt haben. Nach zwei Wochen wußte ich, daß ich das eigentlich gar nicht wollte." Dieser junge Mann kniete an seinem Bett nieder und schüttete dem himmlischen Vater sein Herz aus. Er bat ihn, ihm zu helfen, damit er mit dem Rauchen aufhören und sich dem Druck seiner Altersgenossen widersetzen konnte. Er hörte sofort auf zu rauchen, aber manche seiner Freunde quälten ihn weiter. „Ich glaube, meine Freunde in der Schule werden immer Druck auf mich ausüben”, meint er, „aber jetzt weiß ich, daß der Herr mir hilft, damit fertig zu werden.”
Im Zweig Naranjito sagt der achtzehnjährige Jonathan Negrón: „Ich weiß, es ist schwer, weil auf uns viel Druck ausgeübt wird, aber die Broschüre Für eine starke Jugend hilft mir, nach dem Evangelium zu leben. Und wenn ich das Gefühl habe, ich könnte fallen, bete ich um Kraft.”
Bryan Rios aus dem Zweig Humacao hat sich als Jugendlicher der Kirche angeschlossen. „Ich weiß nicht, wo ich ohne das Evangelium wäre", sagt er. „Ich fühle mich, als sei ich aufgerufen, in einer ,königlichen Heerschar' zu marschieren, und ich würde das Evangelium und das Buch Mormon mit meinem Leben verteidigen.” Dank den engagierten örtlichen Jugendführern und dem starken Seminar- und Institutsprogramm sind die puertoricanischen Jugendlichen wirklich eine „königliche Heerschar“, die an einem Strang zieht und einander hilf, zu Christus zu kommen.

 Der Stein und der Tempel
Sylvia Sierra erlebte im Oktober 1981 eine schwierige Scheidung. „Ich fing an, mir selbst viele Fragen zu stellen: ,Warum hin ich hier?' Was gibt es sonst noch?' Ich wünschte mir mehr, deshalb begann ich in der Bibel zu lesen. Ich schöpfte große Hoffnung, als ich las: Dann ,wird aber der Gott des Himmels ein Reich errichten, das in Ewigkeit nicht untergeht. ... ohne Zutun von Menschenhand [löste] sich ein Stein von einem Berg und erfüllte die ganze Erde` (Daniel 2:44,34,35).
Ich weinte, als ich diese Schriftstelle las. Ich dachte, wenn ich diesen ,Stein` bloß finden konnte, würde ich die Antworten auf meine Fragen finden. Aber nach beinahe zwei Jahren hörte ich auf, danach zu suchen, auch wenn ich die Hoffnung nie aufgab.”
Kurz danach ging Sylvia mit einer Freundin, die Mitglied war, zur Kirche. „Als ich das Gemeindehaus betrat, wurde mir augenblicklich klar, daß ich noch nie ein so großartiges Gefühl gehabt hatte. In der FHV sahen wir das Video Für immer vereint an. Ich hörte, wie eine Stimme in mir sagte: ,Danach hast du gesucht..”`
Sylvia ließ sich bald darauf taufen und empfing ein Jahr darauf im Washington-Tempel die Begabung „Zum ersten Mal wurde mir klar, daß der Herr für mich große Segnungen bereithält”, sagt sie. „Der Tempel ist alles. Ich sehne mich unablässig nach diesen Segnungen und danach, zum Tempel zurückkehren zu können.”
Der Besuch des Tempels ist für Schwester Sierra, die jetzt ein Mitglied des Zweigs Guaynaho ist, der Wesenskern ihres Lebens. Sie hat drei Putzstellen und verkauft an einem Straßenstand Lebensmittel, uni das Geld für den Tempelbesuch zu verdienen. „Ich arbeite schwer, aber es ist keine Belastung”, sagt sie. „Es entspannt mich, wenn ich daran denke, daß ich dafür arbeite, daß ich in den Tempel gehen kann. Es gibt keinen Lohn, der den Segnungen des Tempels gleich wäre.”
Als Schwester Sierra von ihrer ersten Reise zum Tempel zurückkehrte, las sie während ihres regelmäßigen Schriftstudiums LuB 65:2: „Die Schlüssel des Reiches Gottes sind dem Menschen auf Erden übertragen, und von da an wird das Evangelium bis an die Enden der Erde hinrollen gleich dem Stein, der sich ohne Zutun von Menschenhand vom Berg losgerissen hat und dahinrollt, bis er die ganze Erde erfüllt.”
Ich hatte auf einmal einen Kloß im Hals und weinte, denn mir war klar, daß das Evangelium der Stein ist, von dem ich in der Bibel gelesen hatte", sagt sie. „Ich hatte den Stein gefunden, als ich mich taufen ließ, dabei war mir das damals gar nicht bewußt. Ich bin meinem Erlöser so dankbar. Ich weiß, daß er lebt, und eines Tages werde ich ihn von Angesicht zu Angesicht sehen”
LaRene Porter Gaunt, November 1996

18:39 - 15.04.2008


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