Mormonen - Das Evangelium in aller Welt

Die Australier -- ein interssantes Volk

Man braucht nur „Australien” zu sagen, und sofort denken die meisten Menschen an Känguruhs, Koalabären oder andere ungewöhnliche Tiere, beispielsweise das Schnabeltier. Australien, das sechstgrößte Land der Welt, hat auch wirklich einige ungewöhnliche Tiere aufzuweisen, aber das ist noch lange nicht alles. Die meisten Besucher mit althergebrachten Klischeevorstellungen sind freudig überrascht, wenn sie Australien kennenlernen.
Australien sei auf jeden Fall „sehr multikulturell”, meint der vierzehnjährige Michael Owen aus der Gemeinde Blacktown im Pfahl Sydney Hebersham.
„Außerdem hüpfen hier nicht überall Känguruhs herum”, erklärt die fünfzehnjährige Alison Caballero aus der Gemeinde St. Marys in demselben Pfahl geduldig.
Wie also ist Australien wirklich beschaffen – und wie ist es dort für junge Mitglieder der Kirche?
Manche junge Leute wohnen im weiten, einsamen Hinterland und müssen stundenlang mit dem Auto fahren, um zur Kirche zu kommen. Andere wiederum wohnen in einer Großstadt und können an allen Aktivitäten teilnehmen, die die Kirche anbietet. Manche stammen aus einer Familie, die schon seit mehreren Generationen zur Kirche gehört, andere wiederum sind die einzigen Mitglieder in ihrer Familie, ihrem Heimatort oder ihrer Schule.
Aber alle freuen sich immer sehr, wenn sie mit anderen Mitgliedern zusammen sein können. Wir möchten euch jetzt einige junge Australier vorstellen und euch an der Freude teilhaben lassen, die sie empfinden.

Freiheit
Den jungen Mitgliedern in Australien ist die Freiheit sehr wichtig – die Freiheit des Landes, die Freiheit in der Natur und die Freiheit, all das zu verwirklichen, dessen sie fähig sind. Aber wie alle anderen jungen Heiligen der Letzten Tage verstehen auch die jungen Mitglieder in Australien den Begriff Freiheit noch anders, nämlich als Folge dessen, daß man Jesus Christus nachfolgt und „sich voll Eifer einer guten Sache widmet” (siehe LuB 58:27).
Pauline und Claire Moulds aus Narrogin in West-Australien. Die beiden Zwillinge waren in ihrem Zweig schon mit 15 Jahren PV-Leiterin beziehungsweise Erste Ratgeberin in der PV-Leitung. Pauline Moulds erzählt: „Ich habe mich damals manchmal gefragt, ob ich nicht nur deshalb zu diesem Amt berufen worden bin, weil es niemanden sonst gab. Aber später ist mir bewußt geworden, daß der Herr mich berufen hat, weil ich etwas lernen und anderen mit meinen Talenten helfen sollte.”
Die beiden Schwestern haben gelernt, daß die Freiheit, Fortschritt zu machen, aus einem selbst erwächst, nämlich daraus, wie man sich einer Herausforderung stellt.
Marcus Robb aus Perth. Marcus sieht das Seminar und die heiligen Schriften als wichtige Hilfe für das Lernen an. Als man bei ihm eine Leseschwäche feststellte, lag er schon vier Jahre hinter dem Kenntnisstand seiner Altersgenossen zurück. Aber dann begann er am Seminar teilzunehmen, wo der Lehrer mit seinen Schülern in der heiligen Schrift las. Marcus sagt: „Ich habe mir damals vorgenommen, die heilige Schrift zu lesen.” Er fing an, jeden Morgen um 4.50 Uhr aufzustehen und 40 Minuten in der heiligen Schrift zu lesen. Zuerst fiel ihm das sehr schwer, aber jetzt, nur ein Jahr später, kann er genauso gut lesen wie seine Altersgenossen.
Emily Kuhn aus Darwin. „Ich habe mich bereiterklärt, mich bei uns am Ort um die jüngsten Pfadfinder im Alter von fünf bis acht Jahren zu kümmern. Die ersten Wochen waren nicht leicht, aber dann hatte ich mich an diese Aufgabe gewöhnt. Wenn ich heute einem der Kinder begegne, läuft es auf mich zu und umarmt mich.”
City of Sydney Youth Band: „Wir haben nach einer Band gesucht, die sonntags weder übt noch auftritt”, erklärt die siebzehnjährige Karen Mauger aus der Gemeinde Castle Hill. Karen spielt Klarinette. „Die Aleknas (eine Familie aus der Kirche) haben uns von einer Band erzählt, die ihre Übungsabende von Sonntag auf Freitag verlegt hat.”
Seit damals ist die Band von 18 auf 57 Mitglieder angewachsen und hat auch mehrere Preise gewonnen, und das ist nicht zuletzt den sieben jungen Heiligen der Letzten Tage zu verdanken, die sich ihr angeschlossen haben.
Aber noch wichtiger ist folgendes: „Die jungen Mitglieder der Kirche haben die Achtung der übrigen Band-Mitglieder und ihrer Eltern gewonnen”, sagt die siebzehnjährige Marnie Alekna aus der Gemeinde Baulkham Hills. Die Band weigert sich auch heute noch entschieden, sonntags zu üben oder aufzutreten.
Kinga Badylak aus Perth. Kingas Familie hat einen weiten Weg in die Freiheit zurückgelegt; sie ist nämlich aus der damals noch kommunistischen Tschechoslowakei geflohen. In Australien ist ihnen größere Freiheit als erwartet zuteil geworden, denn ein Freund hat ihnen vom Evangelium erzählt. Als die Missionare in Perth zum erstenmal zu den Badylaks kamen, waren sie mit dem Haus schon wohl vertraut. Sie hatten nämlich mehrmals eine Inspiration bezüglich dieses Hauses gehabt, obwohl damals noch niemand darin wohnte. Die Badylaks waren damals noch gar nicht eingezogen.

Freundschaft
Es ist ein schönes Gefühl, einen Freund zu haben, auf den man sich verlassen kann und der wirklich nur das Beste für einen will. Das beste Vorbild in dieser Hinsicht ist Jesus Christus, dessen Werk und Herrlichkeit ja darin besteht, „die Unsterblichkeit und das ewige Leben des Menschen zustande zu bringen” (Mose 1:39). Die jungen Mitglieder in Australien eifern seinem Beispiel nach, indem sie sich um ihre Mitmenschen kümmern und die Wahrheit verbreiten.
David D'Arcy, aus Adelaide. David befand sich mit seinen Freunden in einem Einkaufszentrum, als sie von anderen Jugendlichen angegriffen wurden. ,Wir prügelten uns nach Kräften", gibt er verlegen zu. Aber plötzlich kamen sechs junge Männer, die einen Anzug, ein weißes Hemd und eine Krawatte trugen, und machten dem Kampf ein Ende.
Später stellte ihm ein Schulfreund die Missionare der Kirche vor – genau die sechs jungen Männer, die sich als Friedensstifter betätigt hatten. David ließ sich an seinem siebzehnten Geburtstag taufen. „Ich mag die Missionare einfach”, sagt er. Ratet doch mal, was David D'Arcy werden möchte, wenn er 19 Jahre alt geworden ist.
Peter Dowdenaus Cairns. „Mein Vater und ich sind gute Freunde, ebenso mein Zweigpräsident und ich. Man schließt Freundschaft, wenn man gemeinsam etwas unternimmt. Das gleiche gilt auch für den himmlischen Vater. Man lernt ihn kennen, wenn man sich Zeit für ihn nimmt, und zwar indem man in der heiligen Schritt liest, zur Kirche geht, am Seminar teilnimmt und zu ihm betet.”
Lissa Sarafian aus Sydney. ,Vor einiger Zeit haben die jungen Leute unserer Gemeinde mit einer Gruppe geistig Behinderter einen Ausflug ins Australische Wunderland gemacht. Das ist ein Freizeitpark, so ähnlich wie Disneyland. Man konnte deutlich sehen, wie gut es den Behinderten dort gefallen hat. Ich freue mich schon jetzt auf den Tag, wo ich sie im celestialen Reich wiedersehen und richtig verstehen kann."
Lotu Kimiia, aus Mt. Isa in Queensland. „Als wir hierhergezogen sind, waren die anderen Mädchen in der Kirche noch schüchtern und haben sich abgeschottet. Aber inzwischen habe ich mit allen Freundschaft geschlossen. Die anderen haben ihr Schneckenhaus verlassen und sich an uns gewöhnt. Meine Mutter stammt aus Samoa und mein Vater von den Cook-Inseln. Wir haben viele Kinder aus der Kirche zu uns nach Hause eingeladen und ihnen unsere Kultur nähergebracht.”
Alisha Hunt und Emma Butler aus Launceston in Tasmanien. Das Leben im Rollstuhl ist nicht leicht. Und es ist auch nicht leicht, in der Kirche aktiv zu werden, wenn man die anderen Jugendlichen nicht kennt. Deshalb war es ein großer Vorteil für Emma Butler, als sie Alisha Hunt und noch andere Mädchen aus der Gemeinde Launceston-Ost kennenlernte. Alisha und Emma sind gute Freundinnen geworden, besuchen sich gegenseitig, reden über alles, worüber Mädchen in dem Alter so sprechen, und gehen sogar gemeinsam zur Rollschuhbahn. Alisha ist gerne mit Emma zusammen. „Sie ist immer lustig, und deshalb haben wir auch immer viel zu lachen.”
Cindy Shropshal aus Perth. Cindy hat die Kirche durch einen Jungen an ihrer Schule kennengelernt, nämlich Cliff Allen. Eines Abends gingen mehrere junge Leute zusammen aus, unter ihnen auch Cindy, Cliff und ein Junge, der immer gerne Alkohol trank. Cliff aber ließ sich nicht dazu bringen, etwas zu trinken. Cindy weiß noch, wie die anderen ihn fragten, warum er nichts trinke. „Da begann er, mir von der Kirche zu erzählen, und ich konnte den Geist spüren. An dem Abend habe ich viel darüber nachgedacht, denn ich hatte schon länger nach der wahren Kirche gesucht. Nun wußte ich, daß ich mich dieser Kirche anschließen sollte.”
Daniel Sommariva aus Canberra. „Ich erzähle allen, daß ich zur Kirche gehöre. Außerdem erkläre ich meinen Freunden meine Grundsätze, und die meisten respektieren das auch und verhalten sich in meiner Gegenwart anständig.”
Jenna Birks aus Canberra. „Ich liebe meine Eltern sehr. Sie sind die besten Eltern auf der Welt. Wir sind sieben Kinder zu Hause und haben schon viel miteinander durchgestanden. Ich finde, daß die besten Freunde in der eigenen Familie sein sollten.”

Sport

Ob Rugby, Cricket, australischer Fußball oder andere Sportwettkämpfe – die jungen Australier treiben für ihr Leben gern Sport. Aber die Sportler, die der Kirche angehören, haben es manchmal nicht leicht, nämlich dann nicht, wenn sie sich zwischen ihrem Sport und der Kirche entscheiden müssen. Wenn sie sich nämlich weigern, sonntags zu spielen, können sie nicht in die höchste Liga aufsteigen. Aber viele Heilige der Letzten Tage haben gelernt, statt in einem sportlichen Wettkampf in Rechtschaffenheit wettzueifern, und sind ihren Trainern und Mannschaftskameraden darin ein Vorbild.
Richard Rancie, aus Melbourne. Richard läuft. Zur Zeit macht er bei Langstreckenwettbewerben mit und hat noch einen Nebenjob (er wäscht die Autos seiner Nachbarn). Später will er einmal Politiker und am liebsten Premierminister von Australien werden.
Aber sonntags trainiert Richard nicht und nimmt auch nicht an Wettkämpfen teil. Er hat sogar auf den Start in wichtigen Rennen verzichtet, die am Sabbat stattfanden, unter anderem auf den Start in seiner besten Disziplin, dem 1500-m-Lauf. Statt dessen nahm er am 800-m-Lauf teil. „Ich hatte gar nicht damit gerechnet, überhaupt unter die ersten zu kommen”, erzählt er, „aber ich habe doch die Bronzemedaille gewonnen.” Am schönsten aber ist, daß er gar nicht enttäuscht ist, weil er auf den 1500-m-Lauf verzichten mußte. Er fühlt sich gesegnet und reich dafür entschädigt.
Des Shore aus Atherton in Queensland. ,Viele Mannschaftskameraden wollten wissen, warum ich sonntags nicht spiele, weil man sich dadurch nämlich alle Chancen auf eine Sportkarriere verdirbt. Ich habe ihnen erklärt, daß ich sonntags zur Kirche gehe. Die meisten finden das etwas eigenartig, aber sie akzeptieren es, denn auf irgendeine Art und Weise sind die meisten Menschen hier religiös gesinnt. Wenn mich doch auch nur meine Trainer verstehen könnten!"
lsaiah Kaberry, aus Perth. „Ich bin nur der Begleiter dieser beiden Jungen”, sagt er und weist auf John und Cliff Mahaurike. Isaiah hat viel dazu beigetragen, daß die beiden sich der Kirche angeschlossen haben, indem er sie zum Seminar eingeladen und mit den Missionaren bekanntgemacht hat.
Rose Hicks aus Melbourne. Vielleicht ist gerade Rose Hicks das beste Beispiel für den Schmelztiegel Australien. Sie ist in Neuseeland geboren, betrachtet sich aber als Samoanerin. Außerdem hat sie Vorfahren aus Deutschland, den Fidschi-Inseln, Rußland, China und Tonga.
Rose strahlt große Entschlossenheit aus. Auf einem Pfahl-Sportwettbewerb hat sie einmal fünf Medaillen gewonnen – viermal hat sie den ersten und einmal den zweiten Platz belegt. „Ich kann es gar nicht leiden, Zweite zu sein”, sagt sie und verzieht dabei das Gesicht. „Ich mag den Wettkampf.”
Diese Entschlossenheit wird Rose sicher helfen, ihr Ziel zu erreichen, Ingenieurin und Architektin zu werden. „lch möchte mithelfen, das Neue Jerusalem aufzubauen”, sagt sie.

Der Geist
Wie zahlreich oder weniger zahlreich die Glaubenstreuen auch immer sein mögen – ihre Macht ist erstaunlich. Wenn die jungen Mitglieder in Australien anderen Menschen von Joseph Smith und vom Buch Mormon erzählen, wenn sie darüber sprechen, daß sie allein für sich und gemeinsam in der Gruppe die heilige Schrift studieren und inbrünstig zum Vater im Himmel beten, dann sind sie sich immer dessen bewußt, daß sie beobachtet werden und daß ihr Beispiel das beste Zeugnis ist.
Sam Hansford aus Hobart in Tasmanien. „Es ist schon überwältigend.” So beschreibt Sam das Gefühl, das er empfand, als ihm ein Zeugnis zuteil wurde. Irgend etwas im Seminarunterricht hatte ihn zum Nachdenken bewegt. Nach dem Unterricht ging er nach Hause und forschte in der heiligen Schrift. „Später habe ich auch darüber gebetet”, erzählt er, „und dann habe ich den Heiligen Geist gespürt.”
Lech Cox aus Canberra. „Mein Vater ist in der Luftwaffe, und deshalb ziehen wir viel um, so etwa alle zwei Jahre. Das einzig Beständige außer meiner Familie ist das Evangelium. Ich habe immer ein Zeugnis gehabt, schon als ich noch klein war. Ich kann den Geist spüren, und deshalb weiß ich, daß das Evangelium wahr ist.
Tropical Colours, Cairns. Wenn ihr jede Insel im Pazifik besuchen und die Sitten, Gebräuche und Tänze der Eingeborenen kennenlernen wollt, dann seht euch doch einfach eine Vorstellung der „Tropical Colours of the Pacific”, einer jungen Tanzgruppe aus Cairns in Queensland, an.
Die meisten Mitglieder der Gruppe sind Heilige der Letzten Tage, und dank ihrer Grundsätze ist die Gruppe nicht einfach nur eine Tanzgruppe wie jede andere, sondern in vielem auch ein Vorbild für andere Jugendliche.
„Wir haben unsere Gruppenrichtlinien nach der Broschure Für eine starke Jugend ausgerichtet”, erklärt die stehzehnjährige Rosie Mitchell. „Deshalb können wir sicher sein, daß wir auf einer rechtschaffenen Grundlage aufbauen.”
Rosies Beispiel hat bewirkt, daß sich zwei Mitglieder der Tanzgruppe, nämlich Anne Browne und Alicia Elliot, die beide siebzehn Jahre alt sind, für die Kirche interessiert und sich ihr angeschlossen haben.
,Wenn man mit Heiligen der Letzten Tage zusammen ist, kann man den Geist spüren”, meint Alicia. „So bin auch ich zur Kirche gekommen. Der Geist ist immer da, und man hat den Wunsch, noch mehr zu erfahren.”
Michael Gibson aus Brisbane. „Ehe ich Zweiter Ratgeber im Diakonskollegium wurde, hatte ich mit der Kirche nicht viel im Sinn. Mir war gar nicht richtig klar, was es bedeutet, zur Kirche zu gehören. Aber dann hat mir der Kollegiumspräsident ein kleines Heft zum Lesen gegeben, und mir ist bewußt geworden, wieviel Spaß man im Kollegium haben und wieviel man dort lernen kann. Mir wurde klar, daß man mehr tun kann, als einfach nur zur Kirche zu gehen und seine Zeit dort abzusitzen. Man kann dort nämlich viel lernen.”
Naomi Betts aus Sydney. „Durch das Gebet tritt man in Verbindung mit dem himmlischen Vater. Auch wenn man sonst niemanden hat, mit dem man sprechen kann – der himmlische Vater hört einem immer zu.“
Helen Parker aus Darwin. „Meine Eltern wecken uns am Morgen, und dann beten wir gemeinsam und lesen in der heiligen Schrift. Unsere Familie besteht aus acht Personen, deshalb braucht jeder nur zwei Verse zu lesen. Auch mein kleiner Bruder und meine kleine Schwester, die drei und vier Jahre alt sind, lesen mit. Inzwischen hat sich jeder daran gewöhnt, und wir lesen jeden Morgen und jeden Abend in der heiligen Schrift.”
Sarah Crosbie aus Sydney. „Manchmal ist man müde und hat keine Lust zum Beten. Am liebsten würde man gleich ins Bett gehen. Aber wenn man dann trotzdem betet, fühlt man sich hinterher gleich viel wohler. Wenn man darüber nachdenkt, was man sagen will, und nicht nur etwas vor sich hinplappert, sondern wirklich mit dem himmlischen Vater spricht, bewirkt das Gebet viel mehr in einem selbst.”
Jetzt wißt ihr, daß es in Australien nicht nur Känguruhs gibt, sondern auch bewundernswerte junge Leute, die sich voll Eifer einer guten Sache widmen.
Mai 1995

Alice Springs
Alice Springs ist mehr als das Tor zum australischen Hinterland. Es ist auch das Zuhause junger Mitglieder der Kirche, die sich gemeinsam darum bemühen, die Anforderungen des Lebens zu bewältigen.

Die Touristen, die nach Alice Springs in Australien kommen, sind meistens unterwegs ins Hinterland – ins rauhe Hinterland mit den roten Felsen, wo sich der Geist des Kontinents kundtut.
Aber für die jungen Mitglieder der Kirche, die hier wohnen, ist Alice Springs mehr als das Tor zum Hinterland.. Es ist ihr Zuhause eine kleine, beschauliche Stadt, wo jeder jeden kennt und wo die jungen Mitglieder wegen ihrer guten Taten bekannt sind. Ein Beispiel.

WDR
Viele Kinder aus der Kirche besuchen die Schule St. Philip's, eine Privatschule, die von einer anderen Kirche betrieben wird. In St. Philip's gibt es strenge Kleidungsvorschriften, außerdem auch Vorschriften zum Tragen von Schmuck – nur ein Paar Ohrringe ist erlaubt, aber keine Armbänder und keine Ringe.
Für die Mormonenkinder war das ein Problem, denn wie viele andere Kinder in der Kirche wollten auch sie ihren WdR-Ring tragen. Aber sie mußten ihn ablegen, obwohl die Schule schon früher einmal eine Ausnahme mit Schmuck „religiöser Bedeutung” gemacht hatte.
Lavinia Archibald, 16 fahre alt, erzählt: „Ich habe zwar erklärt, warum dieser Ring so wichtig für mich ist, aber eine meiner Lehrerinnen sagte immer wieder, ich müsse den Ring ablegen, weil sie ihn mir sonst wegnehmen würde."
Die Kinder und ihre Eltern sprachen mit dem Leiter der Schule, dem bewußt war, daß die Mormonenkinder zu seinen besten Schülern gehören. Er erklärte den Lehrern dann, wofür der Ring steht – Wähle das Rechte – und erlaubte, daß die Kinder diesen Ring weiter tragen durften.

Eine Klasse in der Klasse

Aber die jungen Mormonen erregen nicht nur dadurch solche Aufmerksamkeit. Im Religionsunterricht (der an australischen Schulen Pflichtfach ist) melden sie sich immer freiwillig zum Beten und wissen auch immer, worum es geht.
„Der Schulleiter und mein Vater sind Freunde”, sagt Yasmin Webster, 12 Jahre alt. „Er hat meinen Vater gefragt: ,Was soll ich nur mit dem Religionsunterricht machen? Eure Kinder wissen genausoviel wie die Lehrer!'”
Steven Yeckley, 15 Jahre alt, erklärt: „Wir haben im Seminarunterricht am frühen Morgen das Neue Testament durchgenommen, und danach hatten wir es in der Schule. Wir kennen alle Geschichten im Neuen Testament und wissen die Antwort auf alle Fragen. Einmal sollte ich sogar die Geschichte von Saulus erzählen.”

Zusammenhalt
Die jungen Mormonen hier halten zusammen. Melanie Webster, 16 Jahre alt, erzählt: „In der Schule heißt es manchmal: Wenn du dich mit der und der abgibst, will ich nichts mit dir zu tun haben.` Oder jemand meint:
,Du kannst doch nicht mit dem und dem reden, der ist doch nicht „cool".' Aber wir Mormonenkinder halten fest zusammen. Niemand darf sich für seine Freunde aus der Kirche schämen.”
Sherri Webster, 13 Jahre alt, die dritte im Bunde der Webster-Schwestern, meint: „Viele Mitglieder, die nach Alice Springs kommen, sagen, daß sie noch nirgendwo erlebt haben, daß die Jugendlichen so fest zusammenhalten.
,Vati sagt immer, wir dürften niemals vergessen, daß wir Mormonen sind, und müßten uns immer entsprechend verhalten und kleiden und anderen ein Beispiel geben”, sagt Yasmin. Mit den Marriott-Jungen ist es so ähnlich wie mit den Webster-Schwestern. Der vierzehnjährige Jason und sein fünfzehnjähriger Bruder Simon sind fast unzertrennlich. Sie sehen sich auch so ähnlich, daß sie Zwillinge sein könnten. Die Jungen sind schon die dritte Generation in der Kirche. Ihre Großmutter gehörte damals zu den ersten Mitgliedern, die sich in Alice Springs taufen ließen, und ihr Vater war viele Jahre Zweigpräsident.
,Wir entschuldigen uns nicht für unseren Glauben”, sagt- Jason.
„Selbst wenn wir allein sind, leben wir nach dem Evangelium”, sagt Simon, „denn wir wissen, daß es wahr ist.”

„Das Licht ging wieder an”
Aber das Evangelium hilft den jungen Leuten in Alice Springs nicht nur in der Öffentlichkeit. Der achtzehnjährige Ivan Munn beispielsweise hat im Evangelium die Gewißheit gefunden, daß er den Herrn immer um Hilfe bitten kann.
„Ich habe viel aus meinen Fehlern gelernt”, erzählt er. „Ich war nämlich von der Kirche abgefallen, aber jetzt bin ich zurückgekommen. Ich habe aufgehört, Schlechtes zu tun, und gebe mir alle Mühe zu zeigen, daß ich den Herrn liebe. Es ist nicht leicht umzukehren, aber es lohnt sich.”
Ivan sagt, seine Freude in der Kirche hätten großen Anteil an der Veränderung, die sich in ihm vollzogen hat. „Die jungen Leute hier, die Missionare und die Führer - sie alle haben mir geholfen, mein Leben wieder in Ordnung zu bringen. Der Glaube an Jesus Christus und an den himmlischen Vater schenkt mir Kraft. Im Buch Mormon wird vom Knecht und vom Herrn des Weingartens erzählt (siehe Jakob 5) und davon, wie die schlechten Äste abgeschnitten werden, damit junge, gute Äste nachwachsen können. Ich finde, das ist symbolisch für mein Leben. Mit der Hilfe des Herrn habe ich die schlechten Aste abgeschnitten. Und ich glaube, daß die guten Äste schon zu wachsen begonnen haben.”
Ivan erzählt voller Überzeugung von einem Erlebnis, das er mit elf Jahren hatte: „Ich war gerade erst getauft worden. Wir saßen alle in der Kapelle, als auf einmal das Licht ausging. Jemand flüsterte mir zu: ,Bete doch, Iwan.` Ich kniete nieder und sagte: ,Himmlischer Vater, bitte laß das Licht wieder angehen, damit wir mit der Versammlung weitermachen können.` Und schon ging das Licht wieder an.
Kinder haben einen schier unfaßbaren Glauben. Und ich bemühe mich jetzt, mir diesen Kinderglauben zu bewahren. In meinem Leben war es dunkel geworden, aber dann habe ich gebetet und Glauben geübt, und danach ist es wieder hell geworden.”

Das Evangelium - ein Wunderland
Alice Springs mag zwar das Tor zum Hinterland sein, aber für die jungen Mitglieder der Kirche, die hier wohnen, ist es das Tor zum Evangelium. Und das Evangelium ist ein viel aufregenderes Wunderland als jede Landschaft der Erde!
Richard Romney, März 1996
Adelaide Australien Tempel
Brisbane Australien Tempel
Melbourne Australien Tempel
Perth Australien Tempel
Sydney Australien Tempel

02:49 - 19.04.2008


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