Mormonen - Das Evangelium in aller Welt

Japan - Das Land des aufgehenden Lichts

Mikio Nakamura hat sich gut vorbereitet, das Evangelium zu lehren. Als zurückgekehrter Missionar, der in der Kirche aufgewachsen war, spricht er fließend und verständlich drei Sprachen – Japanisch, Russisch (hat er als Missionar in Wladiwostok gelernt) und Englisch (hat er mit seinen amerikanischen Mitarbeitern aufgebessert). Man schätzt ihn wegen seiner Intelligenz und seines Auftretens.
Dennoch fällt es ihm schwer, mit seinen Freunden, die nicht der Kirche angehören, über das Evangelium zu sprechen. Ihre Fragen nach seinem Glauben rühren meist vom Verstand her. Sie hören sich höflich an, was er über seinen Glauben sagt, aber sobald sie erkennen, wie viel Engagement sein Glaube verlangt, verlieren sie das Interesse.
Mikios Vater Nobuyuki ist Inhaber einer Textilfabrik. Er ist Bischof der Gemeinde Kichijoji im Pfahl Tokio in Japan. Bischof Nakamura sagt, man müsse sehr vorsichtig sein, wenn man mit Nachbarn oder Mitarbeitern über das Evangelium sprechen will, sonst schließen sich Türen und bleiben weiterhin versperrt. Religion ist in Japan ein heikles und persönliches Thema, obwohl viele Menschen keiner Religionsgemeinschaft eng verbunden sind.
Zwar lässt man sich in Japan üblicherweise von einem Schinto-Priester trauen, ist ein Anhänger des Konfuzius und wird nach buddhistischem Ritual beerdigt oder verbrannt, doch spielt die Religion für viele Menschen keine große Rolle. Und obwohl man überall religiöse Symbole und Wahrzeichen sieht, ist Japan seit vielen Jahren ein weitgehend weltlich orientiertes Land.
Diese weltliche Gesinnung stellt für die Kirche in Japan eine große Herausforderung dar. In einem Land, in dem nur ein Prozent der Bevölkerung Christen sind und die Heiligen der Letzten Tage etwa zehn Prozent davon ausmachen, ist es nicht einfach, die Kirche bekannt zu machen.
So sind die Probleme typisch, mit denen Akiko Ohta, der Pfahlbeauftragte für Öffentlichkeitsarbeit im Pfahl Fukuoka in Japan, zu tun hat. Es war schwierig, in den Medien Berichte über den Tempelbau in Fukuoka und über die Eröffnungsvorbereitungen unterzubringen, weil Presse und Sendeanstalten sich für gewöhnlich weigern, etwas zu verbreiten, was man als Werbung für eine Religionsgemeinschaft auffassen könnte. (1997 berichteten japanische Medien beispielsweise über den neuerlichen Pioniertreck der Heiligen der Letzten Tage durch den Mittelwesten der Vereinigten Staaten, ohne den Namen der Kirche auch nur einmal zu erwähnen.) Der Fanatismus einiger Religionsgemeinschaften findet jedoch durchaus Beachtung in den Medien und führt dazu, dass ausländische Religionsgemeinschaften, einschließlich christlicher Gruppierungen, in Japan oft einen schlechten Ruf haben.
Trotz dieser Schwierigkeiten scheint die Kirche in Japan eine strahlende Zukunft zu haben. In Japan zeichnen sich gesellschaftliche Veränderungen ab, die neue Möglichkeiten eröffnen könnten, und der Glaube der Mitglieder selbst verbreitet ein Licht, dass immer heller leuchtet.

Die Anfänge
1901 sandte Präsident Lorenzo Snow die ersten Missionare der Kirche unter der Führung von Elder Heber J. Grant vom Kollegium der Zwölf Apostel nach Japan. Über zwanzig Jahre lang gab es Missionare in Japan, aber als die Mission 1924 geschlossen wurde, betrug die Mitgliederzahl immer noch weniger als 200. In den nächsten beiden Jahrzehnten beschränkte sich die Missionsarbeit unter den Japanern auf die Amerikaner japanischer Herkunft auf Hawaii. Als die Kirche dann nach dem Zweiten Weltkrieg wieder nach Japan kam, beriefen die Führer einige derjenigen, die das Evangelium auf Hawaii verkündet hatten, als Missionare und Missionspräsidenten nach Japan.
Nach dem Krieg trugen auch die in Japan stationierten Militärbediensteten, die der Kirche angehörten, dazu bei, dass das Evangelium in Japan ein zweites Mal Fuß fasste. (Darunter ein junger Pilot aus Utah namens Boyd K. Packer, mittlerweile Amtierender Präsident des Kollegiums der Zwölf Apostel.) Diese Militärbediensteten und die ihnen nachfolgenden ersten Missionare fanden eine kleine Gruppe Mitglieder vor, die seit den zwanziger Jahren treu ausgeharrt hatten. Außerdem fanden sie einige wenige Menschen, die bereit waren, vom Evangelium zu hören.
Eines Tages begegnete Toshiro Yoshizawa, der während des Krieges in der Armee gedient hatte, zwei jungen Amerikanern, die auf der Straße eine Versammlung abhielten; sie gehörten zu den ersten Missionaren, die die Kirche nach dem Krieg nach Japan berufen hatte. Einer von ihnen, Elder Ray Price, sprach respektvoll darüber, wie die japanischen Soldaten treu dem Vaterland gedient hatten, und dass alle Menschen Brüder und Schwestern sind und einander liebevoll behandeln sollen. Dies brachte Toshiro dazu, im Evangelium zu forschen und sich schließlich zu bekehren. Er und seine Frau Midori, die sich 1953 hatte taufen lassen, gehören zu den Pionieren in Japan. Ihr Dienen ließ die Kirche nach dem Krieg fortbestehen. Bruder Yoshizawa wurde Zweigpräsident, Distriktspräsident, Ratgeber von vier Missionspräsidenten, Pfahlpräsident und Missionspräsident. 1986 wurde er zum Patriarchen des Pfahles Fukuoka berufen. Schwester Yoshizawa hat als Sonntagsschullehrerin sowie in zahlreichen Berufungen als Lehrerin oder Führerin in der FHV gedient, wobei sie in den Anfangsjahren oft mehrere Berufungen gleichzeitig innehatte.

„Es gibt große Reserven“
Obwohl die Kirche in Japan einst so klein war, ist sie heute auf eine Mitgliederzahl von über 114 000 angewachsen. Fast drei Viertel der Mitglieder sind alleinstehende Erwachsene, aber in den Versammlungen der Kirche ergibt sich ein anderes Bild: Etwa zwei Drittel derer, die zur Kirche gehen, sind Ehepaare und Kinder — und nur ein Drittel alleinstehende Erwachsene.
Obwohl es mit Japan seit ein paar Jahren wirtschaftlich besorgniserregend bergab geht, erfreuen sich die meisten Menschen eines gesegneten Wohlstands. Autos meist jüngeren Baujahrs und große Lastwagen verstopfen die Straßen in den großen Städten, legen manchmal den Verkehr regelrecht lahm. Vom Geschäftsmann bis zum Schulkind scheint jeder ein Handy zu besitzen, viele Familien haben zu Hause hochwertige Fernsehapparate und Unterhaltungselektronik, Telefone und Faxgeräte. In den größeren Städten wohnen die meisten Menschen in Wohnblocks. Ein Einfamilienhaus in einer Stadt wie Tokio ist nur für die Reichen erschwinglich.
Der Wohlstand hat allerdings einen hohen Preis. Die Geschäftsgebäude in Tokio sind bis spät in die Nacht hell erleuchtet, weil viele Leute noch arbeiten müssen. (Infolgedessen, so merkt Bischof Nakamura aus der Gemeinde Kichijoji an, ist der einzige Zeitpunkt, wann die Führer der Gemeinde unter der Woche zum Priestertumsführungskomitee zusammenkommen können, 22.00 Uhr – denn erst dann sind alle zu Hause.) Die hohen Lebenshaltungskosten tragen zweifellos zu diesem landesweiten Arbeitseifer bei. Um die Wohnung und die Schulausbildung der Kinder bezahlen zu können, arbeitet eine große Zahl japanischer Frauen, auch solche, die der Kirche angehören, zumindest in Teilzeit außer Haus.
Trotz dieser Schwierigkeiten ist die Präsidentschaft des Gebiets Asien Nord zuversichtlich, dass die Kirche wachsen und stärker werden wird. „Wenn wir uns vor Augen halten, wo wir vor ein, zwei Jahren gestanden haben, ist die Tendenz sehr erfreulich”, sagt der ehemalige Gebietspräsident, Elder L. Lionel Kendrick von den Siebzigern. Die Bemühungen der Priestertumsführer haben dazu geführt, dass jetzt etwa 75 Prozent der Neubekehrten in der Kirche aktiv bleiben. Auf Pfahlebene gibt es sowohl im Priestertum als auch in den Hilfsorganisationen eine starke Führerschaft; es gilt, dies auf Gemeinde- und Zweigebene zu vertiefen. Die Missionsarbeit läuft außerhalb der Großstädte besser, „aber auch in den Städten geht es voran”, so Elder Kendrick.
Elder L. Edward Brown, der derzeitige Gebietspräsident, hat festgestellt, dass die Mitglieder – auch die weniger aktiven – den Missionaren mehr Empfehlungen geben. Elder E. Ray Bateman, Erster Ratgeber, sagt, die Mitglieder seien so eifrig bemüht, ihre Pflicht zu erfüllen, dass „jede Aufgabe, auf die sie sich konzentrieren, so vollkommen wie möglich ausgeführt wird”.
„Wir sind sehr gefordert, bekommen aber auch viel Hilfe”, meint Elder Kendrick. Mit den Mitgliedern in Japan „kann man wunderbar arbeiten”.
Nach Ansicht der Gebietspräsidentschaft lässt sich die Kirche in Japan dadurch ins rechte Licht rücken, dass die Grundsätze weiter verbreitet werden, die in „Die Familie – Eine Proklamation an die Welt” dargelegt sind. Die Führer und die Mitglieder der Kirche sind sich darin einig, dass der Einzelne und die Familien in Japan etwas brauchen, was sie gegen die abträglichen Einflüsse der modernen Gesellschaft schützt. Das ganze Land braucht die Lösung, die der Herr vorgeschlagen hat – das Evangelium!
Die Führer und Mitglieder der Kirche sind sich auch einig, dass sich das Evangelium am besten dadurch verbreiten lässt und sich negative Klischees überwinden lassen, dass man einfach nach den Geboten lebt und andere sehen lässt, wie sich das auf ihr Leben und ihre Familie auswirkt. Die meisten Mitglieder sagen, das Beispiel anderer Heiliger der Letzten Tage habe sie zum Evangelium geführt. Wenn man danach fragt, wie man dem Evangelium in Japan mehr Türen öffnen kann, bleibt die Antwort stets dieselbe: durch das Beispiel der Mitglieder.

„Der Nagel, der herausragt”
Man muss nach Ansicht der Führungskräfte des Priestertums und der Hilfsorganisationen der Jugend vor allem beibringen, wie stark man wird, wenn man nach dem Evangelium Jesu Christi lebt. Nicht Drogen, Alkohol und Unsittlichkeit stellen anscheinend das Kernproblem jugendlicher Kirchenmitglieder in Japan dar, sondern die jungen Leute werden bei ihrer Ausbildung einem Druck ausgesetzt, der dem Aktivsein in der Kirche zuwiderläuft.
Außerschulische Pflicht- und Lernprogramme verlängern den Schultag weit über die Unterrichtsstunden hinaus. (Erst kürzlich ist die Regierung gegen Kurse eingeschritten, die den halben Samstag beanspruchen.) Die geforderten Vereins- oder Sportaktivitäten finden oft sonntags statt, und manchmal wird auch sonntags gelernt, weil die Teenager unter großem Druck stehen, im Gymnasium und bei der Aufnahmeprüfung für die Universität gut abzuschneiden. Jugendlichen, die wegen der Kirche Schulveranstaltungen oder Unterrichtsstunden versäumen, entstehen daraus Nachteile in der Schule und in der Gesellschaft. Es schmerzt, wenn man auffällt, weil man nicht dabei war. Ein alter Spruch wird oft zitiert: „Den Nagel, der herausragt, schlägt man ein.”
Das Seminar am frühen Morgen ist manchmal der einzige Kontakt eines Jugendlichen mit der Kirche, wenn schulische Aktivitäten den Sonntag beanspruchen. Viele Mitglieder, die zur Schule gehen, haben einen Wochenplan wie Yuka Kouchi aus der Gemeinde Osaka im Pfahl Osaka: Seminar um 6.15 Uhr, Schule um 8.00 Uhr, Vereinsaktivitäten um 15.30, und an manchen Tagen Teilzeitarbeit – in einem Laden Essen zubereiten und verkaufen von 18.00 bis 22.00 Uhr. Yuka gehört zu den wenigen Schülern, die Arbeit haben; andere verbringen den Abend mit Lernen oder schulischen Aktivitäten. Die meisten kommen nicht vor 21.00 Uhr nach Hause.
Yuka hätte, wenn sie etwas ändern könnte, gern mehr Zeit, ihrer Mutter im Haushalt zu helfen und vielleicht ihre Lieblingsmusik anzuhören – oder zu schlafen.
Atsuko Yamashita, die JD-Leiterin der Gemeinde Maebaru im Pfahl Fukuoka, zeigt sich beeindruckt, wie stark die Jugend ist. 1999 suchten die Jugendlichen ihrer Gemeinde nach einer Gelegenheit, den Tokio-Tempel zu besuchen, um Taufen für die Verstorbenen zu vollziehen. Der dreitägige Besuch in Tokio schloss auch Besichtigungen und Unterhaltungsmöglichkeiten ein, aber die jungen Leute fanden es am wichtigsten, allabendlich Tempelverordnungen zu vollziehen und ein bisschen von der Ausbildung in der Missionarsschule mitzubekommen.
Schwester Yamashita hat das Evangelium auf dem Gymnasium kennengelernt und liebt inzwischen das Buch Mormon. „Es kommt nicht darauf an, wo wir leben; durch Joseph Smith und das Buch Mormon haben wir das wiederhergestellte Evangelium. Die Segnungen des Evangeliums sind dieselben, wo immer wir sind.” Sie ist ihrem Mann dankbar, dass er ihren Dienst in der Kirche unterstützt, obwohl er ihr nicht angehört.

Allein im Evangelium
Nicht alle, die außerhalb der Kirche heiraten, haben so viel Glück. Eine Schwester erinnert sich, dass es mit ihren Schwiegereltern, die einem anderen Glauben fest verbunden sind, ernsthafte Probleme gab, als sie erfuhren, dass sie in der Kirche aktiv ist. Sie drohten, jeglichen Kontakt zu ihr abzubrechen. Ihr Mann stellte sich auf die Seite der Eltern, und so besuchte sie einige Jahre lang keine Versammlungen der Kirche. Als sie und ihr Mann dann aber nicht mehr bei seiner Familie wohnten, sorgten eine engagierte FHV-Leiterin und liebevolle Schwestern in der Gemeinde dafür, dass sie zurückkehrte. Mittlerweile hat sie eine Führungsposition inne und kümmert sich um andere Schwestern.
Dennoch gibt es familiäre Probleme. Ihr Mann arbeitet hart, um die Familie zu ernähren, und meint, er erfülle damit alle Pflichten als Ehemann und Vater. Sein Einfluss wird aber dort vermisst, wo man ihn sehr brauchte, sagt seine Frau. Der Sohn wird zunehmend aufmüpfig, und der Vater sieht langsam ein, dass er sich ändern muss, wenn er dem Sohn helfen will. Ein Missionar hatte besonderen Einfluss auf den Mann, so dass er Fortschritt machte, und er und seine Frau besprechen nun religiöse Themen im Familienkreis. Die Schwester äußert sich dankbar über die Lehren des Evangeliums, die sie erkennen ließen, „dass man Probleme bewältigen kann”.
Immer mehr Japaner erkennen, dass der Vater sich in der Familie mehr engagieren muss. Noch vor vier, fünf Jahren wäre dergleichen auf erbitterten Widerstand gestoßen, sagt Kouichi Hayase, Bischof der Gemeinde Hachioji 1 im Pfahl Tokio Japan West. Bischof Hayase veranstaltet beruflich Seminare über Unternehmensführung, in denen es auch darum geht, wie man persönliche Schwerpunkte setzt. „Ich bringe ihnen bei, tief im Herzen darüber nachzudenken, was ihnen wichtig ist”, erklärt er. Er sagt den Teilnehmern nicht, dass das Licht Christi ihnen antworten wird – aber doch ist es so. „Nach zwei Tagen wissen sie, wovon ich spreche, auch wenn sie es nicht ausdrücken können.” Viele der männlichen Teilnehmer sagen ihm nach dem Seminar unter vier Augen, dass sie entschlossen sind, sich neu auszurichten und auf die familiären Beziehungen mehr Wert zu legen. Immer mehr Frauen in Japan bekleiden Führungspositionen, sagt Bischof Hayase, und dieser Trend hat den Wunsch verstärkt, ein Gleichgewicht zwischen Familie und Beruf herzustellen.
Die treuen Heiligen der Letzten Tage sind gut vorbereitet, familiäre Werte in der japanischen Gesellschaft hochzuhalten, sagt Bischof Hayase. „Ich glaube, wir müssen mutiger werden. Wir sprechen noch nicht unerschrocken genug über das Evangelium.”
 In diesem Zusammenhang sprechen viele japanische Priestertumsführer darüber, wie viel Freude sie daran gefunden haben, Vater zu sein, seit sie ihre Familie über materiellen Besitz und ihre Karriere stellen. Masahido Sumiyoshi ist ein Beispiel dafür. Als er seine drei Kinder großzog, erkannte er zweierlei: Er war dafür verantwortlich, dass diese Kinder zum himmlischen Vater zurückkehrten, und er hatte die Möglichkeit, diesen Weg mit ihnen zu gehen. Als Gemeinde-Missionsleiter in Kitakiuschu im Pfahl Fukuoka erkennt er, wie wertvoll dieses Wissen ist, denn er beobachtet oft seine Altersgenossen, die zu sehr in ihrer Arbeit aufgehen, als dass sie sich ausreichend ihrer Familie widmen könnten.
Seine Frau Katsuko ist froh darüber, dass ihre Kinder einen Vater hatten, der verstanden hat, wie wertvoll das Evangelium ist. Sie weiß, wie machtvoll das Beispiel der Eltern ist. Ihre Eltern gehören zu den Pionieren der Kirche in Hiroschima; sie haben sich 1957 der Kirche angeschlossen. Heute leben die Eltern bei Katsukos jüngerem Bruder, Satoshi Nishihara, und seiner Familie.
Auch Satoshi folgte dem Beispiel seiner Eltern, was das Dienen anbelangt. Er ist derzeit Hohepriestergruppenleiter der Gemeinde Ushiku im Pfahl Abiko und arbeitet im Bildungswesen der Kirche als Koordinator für das Seminar. Mit 29 Jahren wurde er in Hiroschima als Pfahlpräsident berufen und diente später als Missionspräsident in Osaka. Seine Eltern, Yoshio und Kikuno, haben gemeinsam zwei Vollzeitmissionen erfüllt — die erste, kurz nachdem Satoshi mit 22 Jahren von seiner Vollzeitmission zurückgekehrt war — und vier Tempelmissionen.
Yoshio und Kikuno Nishihara lebten gemäß dem, was sie ihren Kindern predigten. Satoshi erinnert sich noch gut an einen Streit mit seiner Mutter, als er noch klein war. Er wurde beigelegt, indem sie ihn aufforderte, niederzuknien und mit ihr zu beten. Das war eine schöne Lektion. Heute findet Satoshi es selbstverständlich, mit seiner Frau Noriko und den Kindern die Familienangelegenheiten zu besprechen und darüber zu beten. Erst kürzlich wurde auf diesem Weg eine Entscheidung gefunden. Nachdem die Familie gefastet hatte, betete sie zusammen. Als er hörte, wie seine Frau und die Kinder ihre Gefühle ausdrückten, wurde ihm klar, was die Familie tun solle.
Satoshi und Noriko haben fünf Kinder; das ist ungewöhnlich in einem Land, wo der Durchschnitt pro Ehepaar bei einem Kind liegt. Schwester Nishihara sagt, sie könne sich kaum vorstellen, wie man überhaupt Kinder großzieht, ohne von den Evangeliumslehren zu profitieren, aber mit fünf Kindern, die sie brauchten und forderten, als sie älter wurden, sei sie für das Licht des Evangeliums besonders dankbar gewesen.
Bruder Nishihara sagt, das Leben komme einem einfacher vor, wenn man es aus dem Blickwinkel des Evangeliums betrachte. Er glaubt, zu viele ließen sich unnötigerweise von den Zwängen der Welt bedrücken. Wenn man sich selbst vergesse und nach vorn schaue, entdecke man erst, wie viel Nützliches und Lohnendes man im Leber anfangen könne. „Wenn wir anderen helfen, vergessen wir unsere eigenen Probleme”, sagt er.
Angesichts dieser Erkenntnis haben er und seine Frau die Kinder bewusst einbezogen, wenn sie anderen gedient haben, damit sie lernen, dass sich die Segnungen des Herrn auf alles erstrecken, wenn sie nach dem Evangelium leben und andere daran teilhaben lassen. „Es macht immer Freude, anderen helfen zu können.”
Die Mitglieder in Japan sind der Meinung, viele ihrer Nachbarn suchten einen Anker im Leben, könnten aber nicht in Worten ausdrücken, was ihnen fehlt. Die Heiligen der Letzten Tage haben das Gefühl, gefunden zu haben, was so viele andere suchen — die Freude am Evangelium, von der Satoshi Nishihara spricht. Durch ihr Leben und ihr Beispiel haben die Heiligen in Japan es vielleicht in der Hand, diese Freude anderen mitzuteilen

03:03 - 2.06.2008


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