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7.01.2007 - 06:19 PM - Rezi: Die Insel der Zuversicht

abgelegt unter rezensiert: Unterhaltung

 
 
Jessica Stirling
Die Insel der Zuversicht
3. Band der Schottland-Saga
Bastei Lübbe
TB, 556 Seiten
ISBN: 3404147626

Klappentext:

Wieder einmal wird das Leben der zwei Schwestern Innis und Biddy durch die Männerwelt auf den Kopf gestellt. Als Biddy sich mit Patrick einlässt, möchte sie sich an ihrem Ehemann rächen. Doch ist Patrick nicht eher an dem Stück Land interessiert, das Biddy ihm verkaufen will? Innis, die von ihrem Mann getrennt lebt und heimlich den Lehrer Gillies liebt, findet Trost und Zuversicht in ihrer Schwiegertochter Fay, die frischen Wind nach Mull bringt.

D
as Ende einer Inselchronik in der dritten Generation

 

Meine Meinung:

In diesem dritten Band haben wir es mit der nächsten Generation zu tun. Biddy und Innis haben bereits fast erwachsene Kinder und wieder einmal ist alles im Wandel begriffen. Wir begegnen bekannten Personen wie Willy Naismith, Quig, Aileen und Gillies und lernen neue kennen wie Patrick Ruttenbury.

Wir haben Teil an dem Leben der Insulaner, das sehr geschäftig ist und bekommen Einblick in die Denkweise, die Veränderungen in Sitte und Anstand, in Moral und Glauben, sehen zu, wie sich das Leben langsam verändert und erleben die Höhen und Tiefen mit. Die Saga, die man fast schon eine Chronik der Bewohner von Mull nennen kann, findet hier ihren Abschluss.

Jessica Stirling hat vielerlei Themen in ihren Büchern aufgegriffen und verarbeitet. Sie schreckt sogar vor Mord und Sexualität in ihren verschiedensten Formen nicht zurück. Und indem sie ihre Figuren diverse Leiden durchleben lässt und sie mit einigen Situationen konfrontiert, sehen wir, wie die Insulaner vor 100 Jahren mit solchen Problemen fertig geworden sind.

Die Umwelt und die Erfahrungen formen einen Menschen. Wie anders hätte alles verlaufen können, wenn... Und letzten Endes findet man eben in Geld und Macht kein Glück. Und treue, echte Liebe zu finden und zu erkennen ist leider auch nicht jedem vergönnt.

Der Schreibstil ist wie auch in den beiden ersten Büchern wirklich sehr gut, man kann sich in jede Situation sehr gut hinein denken und es gibt eigentlich nichts, was unglaubhaft wirkt. Die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet und auch in ihrer reiferen, gewachsenen Form völlig vertraut.

Was mir hier ein wenig gefehlt hat, war die Spannung. Da es sich eben um eine Art Chronik handelt, zog es mich nicht so sehr wie andere Bücher.

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9.12.2006 - 04:40 AM - Im Schatten der Stuerme (2. Bd.)

abgelegt unter rezensiert: Unterhaltung

 
 

Jessica Stirling
Im Schatten der Stürme
Schottland-Saga (Teil 2)
Bastei Lübbe
TB, 637 Seiten
ISBN: 3404146565


Meine Meinung

Wie der Klappentext schon sagt, ist dies ein Roman über Liebe, Gier und Eifersucht auf einer malerischen Insel in Schottland kurz vor dem zwanzigsten Jahrhundert. Eine Familiensaga mit all ihren Schrecken, Höhen und Tiefen, wie sie vielleicht sogar hätte geschehen können, zumindest hat Jessica Stirling alle Verwicklungen und Fäden so gut mit einander verwoben, dass es scheint, als gäbe sie nur eine Chronik wieder.

 

Jahre sind seit dem Ende des ersten Teils vergangen, die Menschen auf der Insel haben sich weiter entwickelt, ihre Charaktere sich aufgrund der inzwischen erlebten Erfahrungen verändert, viele sind reifer geworden, andere brutaler, zynischer und härter. Biddy, die einst eine Spur von Berechnung hatte, wird fast zu einer bedauernswerten Frau und Innis hat mit Michael Tarrant 3 Kinder und führt eine unglückliche Ehe, Donald wächst zu einem Klassenprimus heran, während sich eine Katastrophe anbahnt, die das Leben aller verändert...

 

Was mich an diesen Büchern fasziniert ist zum einen der Hintergrund der Insel Mull, das Leben vor über 100 Jahren von Viehzüchtern und Kleinbauern auf einer schottischen Insel, dieses gesponnene Netz von Familienbanden und –wirrnissen, welche die Autorin so gekonnt (und mir ist bislang kein einziger Fehler aufgefallen) beschreibt, dass sämtliche Details lebendig werden und man einen sehr guten Einblick bekommt in das harte Leben der Inselbewohner. Es macht Spaß, zu entdecken, was aus den einzelnen Personen in Laufe der Zeit wird, wie sich der eine in den Griff bekommt oder der andere entscheiden wird.

 

Trotz allem fehlt mir an diesen Büchern etwas. Ich will nicht sagen, dass es an Spannung mangelt, denn wenn man das Buch erst einmal zur Hand genommen hat, dann möchte man schon wissen, wie es weiter geht. Und es ist auch nicht so, als würde nichts passieren – ganz im Gegenteil sogar! Wenn man sich diese Familie so ansieht, so geschehen eine ganze Menge Dinge, die oft grausam und brutal sind, wie das wirkliche Leben eben. Vielleicht ist es einfach die Tatsache, dass sich alles auf dieser Insel abspielt zwischen einer Handvoll Menschen und irgendwann doch jeder einem so vertraut wird, dass seine Handlungsweise absehbar geworden ist.

 

Ich werde den dritten Band auch lesen, weil mich am Ende des zweiten Buches eben doch eine Frage beschäftigt, nur möchte ich diese jetzt nicht wiedergeben, ich könnte ja etwas von der Spannung nehmen   

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4.11.2006 - 12:32 AM - Die Frauen von der Insel

abgelegt unter rezensiert: Unterhaltung
 

Jessica Stirling
Die Frauen von der Insel
Schottland-Familiensaga (Bd. 1)
Bastei Lübbe
TB, 572 Seiten
ISBN:
340414600X

 

Schottland im 19. Jahrhundert, und hier die Insel Mull. Wie wohl das Leben damals auf dieser Insel ausgesehen hat? Womit hatten die Menschen zu kämpfen, was war deren Lebensinhalt, was ihre Werte und Normen? Der DAILY TELEGRAPH schrieb: „Eine unwiderstehliche Geschichte um starke und schwache Familienbande, um Ehrgeiz, Gier, Loyalität und Liebe.“

 

Eine Familie steht im Vordergrund: die Campbells, der Vater Ronan, die Mutter Vassie, die Söhne Donnie und Neil und die Töchter Innis, Biddy und Aileen. Der Vater ist ein widerlicher Charakter, ein versoffenes Schwein, arbeitsscheu und macht den seinen das Leben schwer, während Vassie versucht, ihren Grund und Boden mit Hilfe der Kinder zu erhalten. Doch alles soll sich ändern, als auf dem riesigen Nachbaranwesen neue Besitzer einziehen...

 

Die Autorin hat sich für diese Saga ein riesiges Konzept zurecht gelegt und alle Charaktere und Familienbande bereits vor dem Beginn genauestens ausgearbeitet. Und so benötigt sie etwa das erste Drittel des Buches, um auch den Leser über diese ganzen Bande und Verwandtschaftsverhältnisse sowie das Leben der einzelnen Personen zu informieren. Zwar beginnt auch ihre Saga mit dem ersten Kapitel, aber durch die Erklärungen ist die wörtliche Rede knapp bemessen und der Leser mag sich fragen, wann es denn nun endlich los geht... Doch dann überstürzen sich die Ereignisse und die Intrigen und Geheimnisse nehmen ihren Lauf.

 

Was mir an diesem Buch sehr gut gefallen hat sind die einzelnen Charaktere. Diese sind wie im richtigen Leben nicht schwarz/weiß gehalten. Jessica Stirling bringt uns Handlungen und Gedankengänge so vielschichtiger Persönlichkeiten nahe, dass man meint, sie tatsächlich zu kennen, und kein Mensch ist hier wie der andere. Jeder einzelne hat völlig individuelle Beweggründe, die dann auch zu unterschiedlichen Handlungsweisen führen, manche durchdacht, andere unüberlegt. Und am Ende des Buches hat man eine Ahnung davon, wohin das ganze wohl noch führen könnte...

 

Etwas ganz Besonderes, Herausstechendes ist hier immer der Beginn eines neuen „Aktes“. Der Leser wird ganz bewusst im Ungewissen gelassen, um welche Person es sich gerade handelt, bis er durch die Gedankengänge und Handlungen dieser Person selbst herausfindet, wer gemeint ist. Und seltsamerweise folgt auch kurz danach die Auflösung, indem die Autorin endlich den Namen des Akteurs oder der Akteurin nennt.

 

Fazit:

Mir hat das Buch wirklich gut gefallen und ich freue mich schon auf die folgenden Bände, die ich nun wieder bewusst nicht sofort folgen lasse. Ein wenig schwer habe ich mich damit getan, eine Lieblings-Person zu finden, da das Identifizieren nicht so ganz einfach ist. Und das zeigt eigentlich, wie gut die Charaktere ausgearbeitet sind, denn wer ist schon wie ich? *lach*

 

Bewertung:

Die Bewertung fällt mir unheimlich schwer. Und eigentlich würde ich gern 2 „Zensuren“ erteilen. Eine für das schriftstellerische Können und eine für meine subjektive Meinung, wie mir persönlich das Buch gefallen hat.

 

Die schriftstellerische Leistung bekäme von mir eine klare 1 (also 10 von 10 möglichen Sternchen). Wobei es natürlich teilweise auch an der hervorragenden Übersetzung liegen mag, aber die Sprache ist eine außerordentlich gute, gehobene, ohne jedoch abzuheben und ohne sich in Widersprüchen zu verwickeln. Gar nicht so einfach bei einer solchen Vielzahl von Personen, die in diesem Buch mitspielen!

 

Und meine subjektive Meinung ist dann eine 2. Da es sich um eine Familiensaga handelt, fehlt mir ein bisschen die Spannung, der Nervenkitzel und der Temporeichtum, den ich bei Krimis, Thrillern und auch historischen Romanen in konzentrierterer Form finde.

 

Aber alles in allem ein wirklich empfehlenswertes Buch. Und wer das Gälische mag – hier wird manchmal noch Gälisch gesprochen, wobei natürlich die Übersetzung gleich mit enthalten ist. Auf jeden Fall ein lesenwertes Buch für Schottland-Fans 


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