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Aping my soul
You stole my overture
Trapped in God's program
Oh I can't escape

Who are we?
Where are we?
When are we?
Why are we?
Who are we?
Where are we?
Why, why, why?

I can't forgive you
And I can't forget

Who are we?
Where are we?
When are we?
Why are we?
Who are we?
Where are we?
When are we?
Why are we in here?

-----

Rise above the crowds
And wade through toxic clouds
Breach the outer sphere
The edge of all our fears
Rest with you
We are counting on you
It's up to you

Spread our codes to the stars
You must rescue us all
Spread our codes to the stars
You must rescue us all

Tell us
Tell us your final wish
Now we know you can never return
Tell us
Tell us your final wish
We will tell it to the world

-----

Let's start over again
Why can't we start it over again?
Just let us start it over again
And we'll be good
This time we'll get it
We'll get it right
It's our last chance to forgive ourselves



Wer auch immer das hier liest, sollte mich nicht auf Inhalte und Äußerungen fest nageln, die ich vor zwei, drei Jahren geschrieben habe. Ich weiß, daß vieles davon Blödsinn ist, aber zum Löschen oder Verbessern ist es auch zu schade. Das meiste davon sollte sich ja in Folgebeiträgen richtig gestellt haben.

I.D.

Musik sollte immer ein schönes Hobby bleiben.


Seit drei Monaten oder so bin ich Ressortleiter für Musik bei unserem Uni-Radio. Das klingt toll. Das klingt nach etwas, was ich schon immer machen wollte. Das klingt nach irgendwas mit Musik. Es ist offensichtlich eines der bedeutendsten Uni-Radios Deutschlands und kann darum als ganz gute Referenz dessen gesehen werden, wie es überall sonst abläuft. Radio ist weit abseits vom Booking- und Veranstaltungsbereich, den ich schon seit Jahren abgeschrieben habe, weil die Arbeitszeiten sich mit der Tatsache beißen, daß ich viel zu gerne auf Konzerte gehe, als daß ich mir diese Dinge durch berufliche Verpflichtungen ruinieren lassen würde.

Irgendwas mit Musik. Ich mache also irgendwas mit Musik. Aber was mache ich denn mit Musik? Ungefähr Folgendes: Ich bekomme jeden Tag zwischen zehn und dreißig Mails mit Musik-Bemusterungen. Das klingt toll und nach Schlaraffenland - solange man es nicht selbst verwalten muss. Denn im Grunde geht es nicht um Musik, sondern um Ware. Es geht darum, Mails zu etikettieren, am Ende der Woche zu ernten und dann die Auslese zu sortieren. Das ist nicht toll, das ist Fließbandarbeit. Das ist nichts anderes als ein Wareneinkauf - nur, daß man in diesem Fall den Leuten erklären muss, warum man ihre Ware nicht annimmt. Das macht mir keinen Spaß, denn es ist nicht kreativ. Und es macht auch keinen Spaß, in den Pool zu greifen und sich an den Perlen zu bedienen, denn es widerspricht allem, was ich seit Jahren praktiziere. Ich könnte Alben zwei Monate vor allen anderen hören, aber seit ein paar Wochen höre ich sowieso kaum noch Musik - und wenn dann die, die ich sowieso schon vorher gehört habe.

Jeden Freitag haben wir unsere Redaktionssitzung. Das heißt, wir hören uns alle neu angekommenen Singles und ausgewählte Album-Tracks an. Naja. Wir zerficken sie. Es wird lediglich die erste Minute gespielt, danach folgt ein unsanfter Schnitt und es wird darüber abgestimmt, ob der Song in das Programm aufgenommen wird oder nicht. Das allein ist schon schlimm genug. Die Vorschläge aus den Alben entstehen, indem sich jede Woche Redakteure Alben mit nach Hause nehmen, um für die Sitzung eine Vorauswahl zu treffen. Ich habe mir die Praxis angeeignet, auch bei diesen Alben pro Song jeweils nur die ersten 60 Sekunden laufen zu lassen. Das ist nicht cool. Wie gesagt: Es ist Fließbandarbeit. Es ist nicht möglich, sich jede Woche drei oder vier Alben in voller Länge anzuhören, wenn man sich nebenbei auch für Musik interessiert, die im persönlichen Bereich wirklich interessiert.

Seit fast zwei Wochen liegt das neue Album von Maxïmo Park auf meinem Schreibtisch. Ich habe es mir noch nicht angehört. Sobald die Kaufversion ankommt, werde ich es rippen und ausgiebig hören - sofern ich es nicht rezensieren werde. Rezensionen verkürzen die Halbwertszeit eines Albums enorm. Mit einem Vorlauf von wenigen Tagen wirken sie wie eine Zwangsmästung. Viel zu viel wird in viel zu kurzer Zeit reingestopft, die Drüsen verstopfen und es kann nichts mehr rein - aber auch nichts raus. Es fiel mir schon immer schwer, fachgerecht über gerade erst gehörte Alben zu urteilen, aber im Moment erreicht das eine neue Stufe. Ein rezensiertes Album landet in der Regel für lange Zeit in einer der hintersten Ecken des Bewusstseins. Aber das ist nicht das einzige. Mir stünden zahlreiche Optionen offen.

Ich könnte Interviews führen.
Ich könnte Beiträge machen.
Ich könnte mehr Sendungen moderieren.
Ich könnte noch mehr Rezensionen schreiben.

Ein paar Dinge, die dagegen sprechen:
Ich habe keine Lust, den ganzen Abend ein klobiges Aufnahmegerät mitzuschleppen. Ich habe keine Lust, mich mit Bands zu beschäftigen, die ich nicht kenne oder mag. Ich habe keine Lust, es mir mit Bands zu verscherzen und/oder Fragen zu stellen, deren Antworten ich schon lange kenne. Ich habe keine Lust, mich nach hinten stellen zu müssen, weil ich es unangenehm fände, in meiner Rolle als Fan direkt vor der Bühne zu stehen, nachdem ich kurz vorher als Journalist aufgetreten bin. Ich habe keine Lust, auf einem Konzert nachzudenken. Ich habe keine Lust, nach einem Konzert nachzudenken.

Das Zerstückeln von Songs für die Zusammenstellung mehrminütiger Beiträge widerspricht meinem ästhetischen Verständnis von Musik. Eigentlich widerspricht das gesamte Konzept des Radios dem, aber das ist im Großen und Ganzen in Ordnung, weil ich dem relativ einfach entgehen kann, indem ich es mir einfach nicht anhöre - außer wenn ich moderiere. Dann bin ich darauf angewiesen, die Songs zu hören. Und sie im Studio mittendrin zu unterbrechen, um zu hören, wie sie enden, um einen guten Übergang zum nächsten Sendungselement zu schaffen. Auch das ist nicht cool. Mit Musik nach meinem Verständnis hat das nichts zu tun. Ich mache irgendwas mit Musik, aber dieses Irgendwas entspricht in keinster Weise dem, was ich jemals mit Musik machen wollte. Musik interessiert mich viel zu sehr, als daß es mir egal sein könnte, was da gerade passiert. Aber es ist mir viel zu egal, was mit der Musik für diesen Sender passiert, als daß ich mich dafür interessieren könnte. Neulich habe ich in Vorbereitung auf ein (nicht stattfindendes) Festival mit dem Betreiber eines Clubs gesprochen, der sein Programm nicht selbst bucht, weil er sich für zu emotional hält. That's quite it. Irgendwas mit Musik können wohl nur die Schmerzlosen, Schamlosen und Uninteressierten machen.

Plus: I'm a writer, not a talker.


Geschrieben am 23.01.2014 um 04:00 Uhr.
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