abba und ima kommen zum ende der waffenruhe

Geschrieben von Teresa am 28.12.2008 um 23:01 . 0 Kommentare. Link.

Shalom, naja eher weniger shalom, erst recht spät haben wir aus den deutschen Nachrichten erfahren, dass Israel die Luftangriffe auf Gaza begonnen hat, mich hat Eva angerufen, als ich gerade meine Eltern in Tel Aviv am Flughafen abgeholt habe.

In der Nähe von Kfar Tikva ist eine ziemlich große israelische Airbase, normalerweise hört man die Flieger einmal die Woche bei Übungen, heute waren sie fast den ganzen Morgen und Nachmittag unterwegs, diesmal nicht aus Übungsgrund.

Angst in dem Sinne haben wir hier oben eigentlich keine, beim Nachrichten schauen bekommt man irgendwie ein blödes Gefühl, auf israelischer Seite zu arbeiten, wenn man die Zerstörung im Gazastreifen sieht, das unbeschwerte Herumreisen gibt es jetzt aber erstmal auch nicht mehr; wir bekommen von Jerusalem aus Sicherheitswarnungen, die allerdings nur raten, sich von Checkpoints fernzuhalten. Mit meinen Eltern werde ich am Mittwoch vom Gefühl her das Linienbusfahren versuchen zu vermeiden.

Ein Member hat uns gefragt, ob wir denn schon Rückflüge gebucht hätten, davon kann aber noch keine Rede sein, hier oben geht das Leben im Kfar relativ ruhig weiter, morgen haben wir eine Besprechung mit Günter (der übrigens in der gleichen tuifly Maschine wie meine Eltern saß und aus seinem Deutschlandurlaub zurück kam), man muss halt mal abwarten.

Uns gehts hier also gut, meine Mama hat schon einen Verehrer unter den Members und wir haben heute eine sehr schöne Chanukkaendfeier miterlebt!

 

Lajla tov Teresa 

doch weihnachtsstress

Geschrieben von Teresa am 23.12.2008 um 17:27 . 0 Kommentare. Link.

Salut,

ich wünsche euch allen frohe Weihnachten und ein gesegnetes Jahr 2009!

Vielen Dank für eure vieleeen Weihnachtsbriefe und dass ihr mich so mit Nikoläusen und Weihnachtsbrötle bedacht habt!!

Ich könnte ganz viel erzählen, ich werde es in meinem zweiten Rundbrief tun, der kommt Mitte Januar mit hübschen Fotos. Zur Zeit passiert ganz viel im Kfar, am Sonntagabend, für uns der 4. Advent, hat Chanukka angefangen, das dauert eine Woche, ich mag die Lieder die beim Kerze anzünden gesungen werden, tu mir aber mit dem Liedtext lesen auf Hebräisch noch schwer, ich bin nicht schnell genug: Jeschli jom jom chag, jeschli chag jom jom,jeschli jom jom chag, hallelujah...

Diese Woche gibt es deshalb ziemlich viele Angebote für die Members, von Musik bis Clowns und Basteln und wir Volontäre sind da auch immer dabei.

In der Keramika habe ich letzte Woche aus Spaß mit Elat ein Kamel getöpfert, in das man Räucherstäbchen (aus dem Sinai;)) stecken kann und bemalt. Das hat Jakob, dem Keramikaleiter, jetzt so gut gefallen, das sie in Produktion gehen und an Besucher verkauft werden, das hat mich sehr gefreut!

Mit dem Sinai ist das auch so eine Sache, letzte Woche schon war der Busunfall einer russischen Tourigruppe auf der Straße Richtung Eilat, heute steht auf tagesschau.de, dass in der Nähe von Dahab (wo wir auch rumgekurvt sind und schnorcheln waren) ein Bus mit sieben deutschen Touristen verunglückt ist...wir waren auf den gleichen Straßen unterwegs, das macht einen schon irgendwie nachdenklich, wir hatten einen Schutzengel...

Heute Abend ist unsere Volontärsweihnachtsfeier, morgen früh brechen wir nach Jerusalem auf, in der Erlöserkirche gibt es ein Essen für Volontäre, danach ist Christmette und dann wandern wir auf die Hirtenfelder nach Bethlehem...

Vorher müssen wir jetzt aber noch überlegen, wie wir 25 Menschen in unserer WG unterbringen...

Am Shabbat fahre ich nach Tel Aviv und hole meine Eltern vom Flughafen ab...so schnell ging das Jahr 2008 zu Ende...Im Moment komme ich abends fast nie zum skypen oder mailen, im neuen Jahr lass ich wieder von mir hören!

Fürchtet euch nicht!

Teresa nah an Bethlehem

Adventskranz vs. Wüste

Geschrieben von Teresa am 14.12.2008 um 18:23 . 0 Kommentare. Link.

Wir sind zurück aus Ägypten und jetzt frierts mich in Israel…die letzten zwei Wochen kommen mir schon wieder so lang vor:

Mein Geburtstag war sehr joffi, als wir am Donnerstagabend ziemlich spät im St. Charles ankamen, sind wir gleich in die Weihnachtsbäckerei der Schwestern gestolpert und haben beim Lebkuchen verzieren zugeschaut bzw. mitgegessen, es war wie nach-Hause-Kommen, alle haben sich gefreut uns wiederzusehen, wir auch!

Am Freitag bin ich dann mit Stephanie, Eva und Lotti spontan nach Bethlehem gefahren, das ist etwa 15 Sherutminuten von Jerusalem weg, für mich war es auch der erste Westbankbesuch. Mit dem Sammeltaxi fährt man bis an die Mauer, dort steigt man aus und läuft über den Checkpoint, wo man seinen Pass zeigt, danach steigt man ins Taxi und fährt noch 5 Minuten bis zur Geburtskirche. Mit deutschem/europäischen Pass ist das ganze unkompliziert, es sieht alles eher nach Schwimmbad-Drehtüren aus, ein seltsames Gefühl ist es aber schon, vor allem weil für die Palästinenser andersrum natürlich ein Freitagsausflug nach Jerusalem schwerer/unmöglich wäre.

In Bethlehem an sich kam wenig Weihnachtsgefühl auf (das Ende der Woche dank Adventskranz und Spekulatius  in der Komuna schon ein bisschen da war), die Kirche war voll mit russisch-orthodoxen Pilgergruppen; da wir spät losgefahren sind haben wir aber auch sonst ziemlich wenig gesehen, Ich musste immer an „Stern über Bethlehem“ denken, das Lied hat aber irgendwie nicht so zur Stadt gepasst.

Nach abendlichem Reinfeiern (waren aber alle müde) war am 29.11. dann Weihnachtsmarkt im Kreuzgang der Erlöserkirche, wir haben zusammen mit Günter und seiner Frau Produkte aus Kfar Tikva verkauft, nebenher hat man auch ganz viele Volontäre wiedergetroffen, Glühwein und Waffeln gab es auch und es war sogar kalt, Weihnachtsstimmung also wieder da.,

Nach zwei fröhlichen Arbeitstagen sind wir dann nach Eilat gefahren, morgens um 5.45h haben wir am Dienstag dann schon den Sonnenaufgang am Strand genossen, mit Blick auf die jordanischen Berge, kurz nach acht war unser Volontärsvisum gecanceled und wir standen mit Sinaistempel in Ägypten und um kurz vor zehn waren wir dann in Nuveiba , in einem Camp direkt am Roten Meer zu viert in einer Strandhütte…

Neben ganz viel Shai trinken, lesen, ausruhen, haben wir Kamelreiten ausprobiert, ich hab ein Problemkamel erwischt, dass die anderen immer gebissen hat, einen Tag sind wir nach Dahab gefahren, waren am Blue Hole schnorcheln, da gibt es ganz viele bunte Findet-Nemo-Fische, es sah aus wie in so einem Unterwasserfilm. Das erwartet man gar nicht, der Strand sah so richtig heruntergekommen aus, ein paar kleine Häuser mit Cafés drin, direkt hinterm Meer beginnt an der ganzen Küste gleich die Felswüste, und dann hüpft man beim „Easy Enter“ ins Wasser, die Küste fällt da direkt 30m ab und das Riff ist sooooo bunt!

Das Reisehighlight war unsere letzte Nacht: Nach abenteuerlicher Fahrt zum Katharinenkloster (so oft hab ich mir noch nie vorgestellt, wie in den Nachrichten kommt, dass vier deutsche Touristinnen verunglückt sind) sind wir um etwa 1h losgewandert und haben den 2200m hohen Mount Sinai erklommen, so gegen 3.30h waren wir oben, es war zwar furchtbar anstrengend da nachts hochzulaufen, der Sternenhimmel hat aber für alles entschädigt und vor allem der Sonnenaufgang um sechs nach zwei sehr kalten Stunden im Schlafsack auf dem Gipfel. Es ist auch gruselig, im Dunkeln plötzlich auf einem rieseigen Kamelparkplatz zu stehen.  Leider waren wir nicht allein da oben und haben uns dann im Gänsemarsch wieder den Berg runterbewegt, und aua, ich habe jetzt noch Muskelkater von den Steinstufen. Samstagabend sind wir wieder gefahren, spannend wars noch zum Schluss weil wir nicht mehr genug Geld hatten für die Camprechnung und noch zum Bankautomat mussten, dahin haben uns dann neben unserem Fahrer noch zwei Campmitarbeiter (Achmed ist Koch/Pfannkuchenbäcker sowie der sehr bekifft wirkende Chamed, kleiner Bruder des Campbesitzers) begleitet, sehr stolz darauf mit Europäerinnen im Stadtzentrum rumzucruisen…

 

…Fortsetzung folgt! Habe gerade wenig Schreibzeit, damit es schon mal was zu lesen gibt stell ich diesen Teil meines Dezembers schon mal ins Internet.

 

Freuet Euch/Gaudete! Dritte-Advent-Grüße (in T-Shirt und Flipflops), Teresa

 

Von Laternen und Großstädten und Plätzchen

Geschrieben von Teresa am 22.11.2008 um 15:11 . 0 Kommentare. Link.

Am 11.11. gabs einen schönen Volontärslaternenumzug durchs Kfar, aber Wind und Kälte haben doch ein bisschen gefehlt…immerhin wars schon dunkel und in der Kaznelson, der Volontärs WG im Dorf, dem Ziel unseres Umzugs gab es gemütlich Glühwein und Dambedeis. Lustig war auch die Reaktion der Members, die meisten haben schon geschlafen, als wir losgezogen sind, Daddi ist begeistert aus seinem Haus gerannt gekommen, durfte eine Laterne tragen und hat das „bum bum“ von rabimmel rabammal rabumm mitgesungen, unser zweiter Mitläufer war Dani, der uns erstmal verwundert angeschaut und gefragt hat „ma ze?“- „was ist das denn?“.

Diese Woche waren zwei Konzerte von Ensembles aus Deutschland, gestern Abend war das „Quartett Charlotte“ da, eine Sopranistin und drei Musiker, sehr amüsant, wenn beim Refrain von „Over the Rainbow“ unsere Members selig mitgrummeln, Lennys (immer am Telefonieren) Handy mitten in einer Arie klingelt, in den letzten Reihen plötzlich jemand „koewli ha regel“-„mein fuß tut weh“ jammert und Bracha, die Frau die neben mir sitzt, einen Hustanfall bekommt und sich alle anderen total laut über sie aufregen…so ist Kfar Tikva, man könnte die ganze Zeit echt nur Lachen!

Eine traurige Nachricht diese Woche war, dass Gunter, unser deutscher Projektleiter, ab Februar für die Dormitio/Tabgha arbeiten wird, ohne ihn kann man sich das Kfar überhaupt nicht vorstellen…ihn kann zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen (das gleiche tut er allerdings auch, unsere Handys sollen IMMER angeschaltet seinJ), er kümmert sich einfach um alles, ich glaube kaum, dass man ihn „ersetzen“ kann. Aber sehr Kfar Tikva typisch war wieder, dass bei der Verkündigung der Nachricht gleich auch noch David dabei war, unsere Kfarpsychologe, der auch die Supervision für die Volontäre macht. Seine Worte:  „I see shock on your faces. If somebody wants to say anything…“ Da haben wir gleich jemanden zum RedenJ

Jedenfalls müssen wir die letzten Tage mit Gunter jetzt erst recht genießen, 2 Monate sind wir noch gut aufgehoben und von unserem Papa Gunter beschützt…wer weiß, was dann kommt…

Am Abend der Hiobsbotschaft bin ich mit Eva noch in Tivon gewesen, wir wohnen in Qiryat Amal, das ist ca. 45 Min. zu Fuß vom richtigen Tivoner Stadtkern entfernt. Dort hat uns in einem Schreibwarengeschäft ein Mann auf Deutsch angesprochen, woher wir denn kämen…im Gespräch stellte sich dann heraus, dass er drei Jahre in Öschelbronn gewohnt und in der Johannes Klinik gearbeitet hat!! Die Welt ist klein und da denkt man, man wäre weit weg von daheim. Jedenfalls sind wir jetzt in die Tivoner Waldorfschule eingeladen, dort arbeitet er inzwischen als Kunstlehrer.

Anfang  November habe ich mit Stephanie und Lotti ein Wochenende in Tel Aviv verbracht, angekommen, haben wir uns erstmal schön verirrt, es wurde dann aber zu einem richtigen „Luxustrip“, endlich mal wieder Pizzaessen und abends spontan ins Kino, wir haben uns ein Quantum Trost bzw. James Bond gegönnt!!!! Das erste Mal seit mehr als einem Vierteljahr, in Pforzheim hab ich das oft einmal in der Woche gemacht…ich vermisse das Kommunale Kino… Der Popcorngeruch und die roten Kinosessel waren eine Freude und auch sonst war das Wochenende ein bisschen wie ein Ausflug in eine andere Welt!

Heute haben Eva und ich die israelische Weihnachtsbäckerei eröffnet, sehr anders als in Deutschland, wenn man in kurzen Hosen die Zutaten einkaufen geht und die Zitronen für den Teig direkt von draußen im Kfar frisch geerntet kommen! Die Rezepte waren aber wie daheim, klassisch nach Mamas Art Rosinenhöckerli und Butterbackes, hier vielen Dank für die gesendeten Ausstecherle!! Nebenher lief dann noch eine Taizé CD, so ein bisschen verfrühte Adventsstimmung kam dann sogar auf…jetzt beschäftigt uns noch die Frage, wo wir die Brötle verstecken bevor sich alle Zivis drauf stürzen.

Nächsten Donnerstagabend geht es wieder raus aus dem Kfar, das 1. Adventswochenende und meinen 20. Geburtstag verbringen wir in Jerusalem, wohnen werden wir in St. Charles, am Freitag versuchen wir noch nach Jericho zu kommen, am Samstag gibt es einen Weihnachtsmarkt, organisiert von der Erlöserkirche, mal schauen wie das so wird, bei derzeit 26*C!

Und kaum wieder daheim habe ich ab dem 2.12. meinen ersten richtigen „Urlaub“, bis jetzt waren das ja alles nur Landerkundungs-WochenendtripsJ, mit Nachtbus und Lea, Miri, Lotti und Stephanie geht es über die Grenze nach Ägypten in den Sinai, zum Kamel reiten und eventuellen Rotes-Meer-Schnorchelversuchen…

Euch allen eine schöne  Adventszeit, ich bemühe mich vor Weihnachten nochmal was zu schreiben, bin aber in letzter Zeit nicht immer so blogfreudig gewesen, weils mir hier eigentlich auch ohne Internet ganz gut gingJ…und danke, danke, danke für die viele Post, die immer noch angeflattert kommt! Die Zeit, in der ich die Briefe beantworte ist oft die einzig „ruhige“, wo ich mal allein und ungestört bin…also schreibt ruhig weiter, dann hab ich Entspannungspausen im trubeligen WG-Leben! Und genau in das stürze ich mich jetzt wieder, heute Abend gibt es eine Einweihungsparty in einer neuen Freiwilligenwohnung in Amal und gleichzeitig Geburtstag von Julia, mit der ich zwei Wochen in Jerusalem war…

Galia erzählt mir im Moment übrigens auch sehr gute Weisheiten, wenn sie in der Keramika mal wieder über ihren Perlen einschläft, die sie eigentlich bemalen soll, z.B. „Life is hard sometimes, darling!“ und außerdem machen wir vor unsere Kaffeepause jetzt noch so eine Art Yoga zur Entspannung, am besten finde ich die Kniebeugen und gleichzeitig sagen wir alle im Chor „ani ohewet od chem“-„ich liebe euch alle“, den Members macht es Spaß und mir auch!

 

Liebste Grüße ins Schneechaos, gehabt euch wohl, Teresa (ani ohewet od chem!)

 

PS: Wegen Fotos, die hier absolut fehlen: Sobald wir in unsere Wohnung wieder Internet haben (kann sich in Israel aber hinziehen) werde ich endlich mal zu blogspot wechseln…kann dauern! Deshalb Geduld, meine Lieben!

résumée oktober...

Geschrieben von Teresa am 31.10.2008 um 17:44 . 0 Kommentare. Link.

Und das war mein restlicher Oktober:

Die Wohnung riecht gerade gut nach selbstgebackenem Apfelkuchen, draußen wird es langsam dunkel…wie daheim, langsam hat auch hier der Herbst Einzug gehalten, Anfang der Woche hat es dauergeregnet, das Kfar ist ziemlich schlammig und es hat Überwindung gekostet, seine Morning Jobs im strömenden Regen zu machen…

Statt ein Wochenende im Negev wandern zu gehen, hat mich Günter an einem schönen Donnerstagmorgen zum Arzt gefahren und ich habe drei Tage mit Mittelohrentzündung und Antibiotika die Wohnung gehütet! Statt 180 NIS für die Tour auszugeben hab ich für 187 NIS in der Apotheke eingekauft…

Für die Arbeit im Kfar brauche ich gerade viel Geduld, mit Martin ärgere ich mich mit den Dienstplänen herum, weil ständig Volontäre wegen des  Nachtdienstes für Maya wegfallen…diese Dame habe ich auch vor kurzem einen Vormittag lang im Krankenhaus besucht und das hat sie da so gemacht: Sich ihren Verband weggerissen, sich ihre Injektionsnadeln herausgezogen, beim Mittagessen stand sie dann plötzlich ohne Hose da, das war ein Spaß…danach war ich ziemlich geschafft! Mit den Socialworkern haben wir Volontäre deshalb auch so unsere Probleme im Moment.

Am 28. Oktober waren wir Kfar Tikva Volontäre zum Empfang bei der Deutschen Botschaft in Tel Aviv eingeladen, der Tag der deutschen Einheit wurde nachträglich gefeiert, ganz schick im Garten mit Nationalhymne und Lachshäppchen bei Nieselregen mit ganz vielen wichtig aussehenden Menschen…unter anderem stand da auch Lothar Matthäus auf der Wiese, im Moment ja Trainer bei Tel Aviv und es gab Brezeln!! Zwar schon etwas alte, aber in der Tasche mitgeschmuggelt und am nächsten Morgen getoastet waren sie eine schöne Abwechslung zum israelischen Weißbrot.

Jedenfalls war es ein lustiges Erlebnis, wir haben den Altersdurchschnitt erheblich gesenkt und wir waren mit die letzten, die gegangen sind…und ein paar sind am Schluss noch auf die Idee gekommen, sich ihr Bier selbst zu zapfen…

Gestern Abend haben wir zum ersten Mal am Abend eine Art Taizé Gebetskreis gemacht,  die Ruhe hat mal ganz gut getan nach der Arbeitswoche! Und jetzt ist Freitagabend, verbringe das Wochenende eher gemütlich daheim mit Putzen und Schlafen und Laternen basteln, wir planen einen Laternenumzug durch Kfar Tikva an St. Martin…die Gemeinschaft mit den anderen Volontären hier, vor allem den Mädchen in meiner Wohnung ist echt schön!

Mit Alain bin ich von Ball spielen jetzt auf Mau Mau umgestiegen, gestern Morgen hat er von weitem zum ersten Mal „Thérèse!“ gerufen und freut sich immer, wenn er mich sieht und ich freu mich auch auf unsere nachmittäglichen  Kaffeekränzchen!

Und morgen ist November und jetzt ist das erste Vieteljahr schon vorbei!!

 

Regen!

Geschrieben von Teresa am 28.09.2008 um 21:36 . 0 Kommentare. Link.

Von den Schwestern in St. Charles werde ich umsorgt... Heute hatten wir frei und sind zum Gottesdienst in die Erlöserkirche, dann über den Souk: Vor allem der jüdische ist einfach nur zum Staunen, so viel Gemüse, Obst und Brot, und so viele Menschen die sich durch die engen Gassen schieben!

Freitagnacht, der islamischen "Schicksalsnacht" im Ramadan übrigens, hat es zum ersten Mal geregnet, auch in Israel wird es langsam Herbst.

Aber wie geht es wohl meinen Members im Dorf? Freu mich schon wieder aufs Kfar!

Nächste Woche kommt mein erster Rundbrief, den gibt es auf www.kja-freiburg.de zu lesen und da sind dann auch endlich mal ein paar Fotos!

Shalom, Teresa in Jerusalem

42 Tage in der Wüste

Geschrieben von Teresa am 19.09.2008 um 20:51 . 0 Kommentare. Link.

...und die Zeit vergeht so schnell und während ihr daheim die Heizung braucht, schlummere ich immer noch mit Ventilator ein...

Die letzten Tage habe ich morgens in der Keramika verbracht, mit Elat töpfere ich Fische und Kamele, kombiniert mit Perlen, die Galia bemalt gibt das tolle Dekosachen. Inzwischen kenne ich mich auch schon ganz gut in der Werkstatt aus, sodass uns die Socialworkerin auch schon ein paar Tage allein dort mit den Members arbeiten hat lassen.

Morgens statte ich im Moment Doron einen Besuch ab, um ihn zu rasieren, das ist gar nicht so einfach wenn man das zum ersten Mal macht und man Angst hat ihn zu schneiden!

Am Anfang hatte ich mir mal vorgenommen einmal die Woche zu schreiben, langsam bin ich hier aber so heimisch geworden, dass ich selten Zeit zum Schreiben finde, die Abende sind voll:

Sonntags und Dienstags haben wir Ulpan, Sprachkurs, bei Alisa, der Unterricht läuft auf Englisch ab; danach ist dann ab acht noch Sport, was als Ausgleich zur Arbeit ganz gut tut.

Am Donnerstag hatten wir zum ersten mal „Probe“ unseres Volontärchors, den hat Stephanie gegründet, sie studiert ab März Musikerziehung in Saarbrücken. Die Männerstimmen sind zwar etwas schwach vertreten aber es hat ziemlich Spaß gemacht und wenn wir durchhalten, können wir an Feiertagen dann auch mal hier im Kfar auftreten…

Ab 24. September gehen Julia, auch Volontärin hier, und ich für zwei Wochen nach Jerusalem und werden im Gästehaus eines Klosters aushelfen , und wenn ich dann wieder heimkomme sind tatsächlich schon 2 Monate in Israel vorbei!

Bedanken möchte ich mich auch für die vielen lieben Briefe, die schon bei mir angekommen sind, freue mich immer sehr, wenn was im Postfach liegt!

Gruß aus Israel & passt auf euch auf, wo ihr jetzt alle so hinzieht zum Studieren/beim ersten Glatteis in Deutschland/in der Schule/...

Teresa

Idu - Alain - Amnun - Ronni - David - 2x Jossi - Monni - Rubi

Geschrieben von Teresa am 5.09.2008 um 16:59 . 0 Kommentare. Link.

Heute Morgen sind wir aus Tabgha zurückgekommen, die Woche war  toll und hat an Landschulheim und Schulausflüge erinnert:

Jeden Morgen um sieben haben Johannes und ich mit Galina, unserer Socialworkerin, Frühstück gerichtet, Montag und Dienstag haben wir den Tag am Pool und mit einem Spaziergang am See Genesareth verbracht.

Das Gästehaus in Tabgha liegt direkt neben der Brotvermehrungskirche, nachts hat man einen herrlichen Blick Richtung Tiberias und sieht die ganzen Lichter der Städte am See.

Die Herren der Freizeit, namentlich in der Überschrift genannt, haben sich alle gut vertragen und sind alle ganz selbstständig, also hab ich selbst auch mal Zeit zum Lesen  gehabt…

Am Mittwoch ist dann die deutsche Gruppe aus Neuwied (doch nicht Köln) angekommen, inklusive Betreuer nochmal 8 Männer, morgens waren wir im Schokoladenmuseum in Tiberias, wo jeder seine eigenen Schokoriegel machen durfte und sind am Donnerstag nach Zefat (Safed) gefahren und haben uns die Altstadt angeschaut, gar nicht so einfach mit Rollstuhl in den kleinen Gassen rumzukurven…

Mittwoch Abend waren wir in einem Restaurant am See essen, auch sonst war das Essen im Unterschied zum KfarJ lecker, Galina hat zum Frühstück Grießbrei und Pfannkuchen gemacht.

Schön wars 9 Members durch die gemeinsame Woche intensiver kennen zu lernen, lustig war es mit Alain; er kommt aus Straßburg, entweder spricht man Französisch mit ihm oder er spricht Deutsch mit französischem Akzent, mit ihm geht man immer Coke sans sucre kaufen oder Ball spielen…

Und jetzt habe ich zwei Tage frei, wir haben 2 Zivis aus Tabgha gleich mit in den Bus geladen, die werden das Wochenende auch hier in Kfar Tikva im Zelt verbringen.

 

…und damit ist auch mein erster Monat hier schon vorbei!!

haifa haifa

Geschrieben von Teresa am 31.08.2008 um 14:17 . 0 Kommentare. Link.

Die vierte Woche hat begonnen...gestern bin ich aus Jerusalem zurück gekommen, wo ich übers Wochenende mit Emanuel war, unser Hostel war mitten in der Altstadt auf dem Souk und nach einer Nacht im 14-Personen-Stockbett-Schlafsaal genieß ich nun wieder den Luxus meines Doppelzimmers hier im Kfar...

Letzte Woche hatte ich neben meiner Arbeit hier noch zwei Krankenhausfahrten, am Montag gings mit Boas zum Verbandswechsel, er kennt sich ziemlich gut mit den Buslinien in Haifa aus und hat eher mich mitgenommen als dass ich ihn begleitet hätte, ohne ihn hätte ich mich vermutlich im Krankenhaus verirrt:).

Am Dienstag bin ich dann wieder nach Haifa in ein anderes Krankenhaus, um Pnina zu besuchen, sie hat viel erzählt, allerdings auf Hebräisch...zumindest konnte ich ihr zwei Stunden Gesellschaft leisten:)!

Heute Abend pack ich dann schon wieder meinen Rucksack und fahre morgen Mittag für 5 Tage nach Tabgha auf die Freizeit, 9 Members fahren mit, außerdem treffen wir eine deutsche Behindertengruppe, die bei uns mit im Haus wohnen wird. Ich freue mich auf den See Genesareth und eine entspannte Woche!

meschugge werden im kfar

Geschrieben von Teresa am 21.08.2008 um 21:41 . 1 Kommentare. Link.

Meine zweite Arbeitswoche ist zu Ende und bin jetzt nur noch müde...

Gestern Nacht wurde Maya um 3 Uhr ins Krankenhaus gebracht, weil sie gestürzt ist, schon am Mittwochmorgen habe ich sie vor ihrer Tür auf der Treppe gefunden und es kam erstmal ein Socialworker aus der Krankenstation zum Blutdruck-/Zuckermessen etc.

Heute Mittag kam sie aus dem Krankenhaus zurück und war völlig ausgewechselt, fröhlich, plappernd...

Nach meiner ersten Woche in der Keramika fühle ich mich dort schon wohl, allerdings zog sich der Vormittag von 8h bis 11.45h doch manchmal in die Länge, inzwischen hab ich aber genug zu tun und´fühle mich bei der Socialworkerin dort gut aufgehoben; morgens bleibt auch Zeit, oft zusammen mit Gideon, einem Member, noch Post wegzubringen oder zu frühstücken, Yoram kocht mir immer leicht übersüßten Kaffee...

Die Kommunikation mit den Socialworkern ist manchmal schwierig, weil manche überhaupt kein Englisch sprechen und es um mein Hebräisch auch nicht besser steht, stressig fand ich deshalb auch oft den Essensdienst im Altenheim; dadurch weiß ich jetzt aber auch was "Tee mit Milch" und weiteres Essensvokabular auf Iwrit heißt.

Michael, Member aus der Holzwerkstatt, hat neulich gemeint, das Kfar macht ihn manchmal meschugge (=verrückt) , und recht hat er, deshalb war es erholsam letzen Shabbat nach Nazareth zu fahren;        nach Verkündigungskirche, Falafel und steilen Straßen in der Sonne konnte ich das Arbeitsleben hier wieder besser in Angriff nehmen!

Am Dienstag bin ich mit Stefanie, auch Volontärin, zum Bowling mitgefahren, die Members sind richtig gut darin, manche haben aber sehr interessante lustige Wurfstile...

Dieses Wochenende muss ich arbeiten, dafür gehts dann nächstes Wochenende nach Jerusalem und Anfang September für eine Woche nach Tabgha am See Genesareth auf eine Behindertenfreizeit...das motiviert also für die dritte Woche hier!

Lajla tov!

schwi! boj! lo!

Geschrieben von Teresa am 14.08.2008 um 20:32 . 0 Kommentare. Link.

...zu deutsch setz dich hin! - komm! -nein! Das sind meine am meisten benutzten neuen Vokabeln, gelernt in dieser Woche vor allem mit Maja, die ich jeden morgen um sieben wecke, ihr beim Anziehen helfe und sie dann erst zum Tabletten nehmen in die Krankenstation & dann zum Frühstück begleite, bis wir um acht zusammen in die Holzwerkstatt gehen... sie braucht rund um die Uhr Betreuung, Sonntag und Montag war ich den ganzen Vormittag mit ihr unterwegs, sie rennt durchs Kfar (und das bei etwa 35°C) kaum dass man sie irgendwo mit ein paar Buntstiften hingesetzt hat...

heute morgen hat mich um 6.45h ihre Socialworkerin angerufen, weil sie schon im Dorf herumgeirrt ist, bekleidet in Unterhose, T-Shirt und nur einem Schuh...das Majale ist also ganz schön anstregend!

Neben meiner Arbeit in der Holzwerkstatt war ich diese Woche zum ersten Mal mit Rafi einkaufen, er ist taubstumm und darf nur einen bestimmten Betrag Geld ausgeben, man muss also aufpassen, dass er nicht zu viel in seinen Einkaufswagen packt...hat aber gut geklappt, im Supermarkt kennt man ihn schon ganz gut!

Gestern war ich vormittags für Eduardos Betreuung zuständig, er ist querschnittsgelähmt; er ist mit mir in der Werkstatt gewesen, beim Mittagessen muss man ihm das Essen geben...es war ein schöner Vormittag, man kann mit ihm auf Englisch plaudern, Eduardo ist aus Dublin (Guinessgespräche:>);

Fitnesstraining anderer Art war es, seinen Rollstuhl in der Mittagshitze wieder den Berg hochzuschieben...aber immer noch leichter, als mit Maja spazieren zu gehen, die immer irgendwíe umkippgefährdet ist:)

Bei der ganzen Arbeit fühle ich mich schon recht weit weg von Deutschland und dem alten Schulleben, ich teile mir mein Zimmer (mit BAD:>) mit Veronika, es kommen ständig neue Volontäre an, erst im September sind wir dann 18 und komplett... am Shabbat fahre ich mit Charlotte und Vincent wahrscheinlich nach Akko, wenn denn Busse fahren...

 

morgen schlafe ich aber erst mal aus und erhol mich von meiner ersten Woche hier!

Volontärsfotos gibt es demnächst auf der Kfar Tikva Homepage, im Fotoalbum ist auch mein Zimmer zu bewundern...

Grüße ins für mich gerade sehr weit entfernte Deutschland!

3 Stunden an Terminal 3

Geschrieben von Teresa am 9.08.2008 um 15:47 . 4 Kommentare. Link.
...so einfach wars dann doch nicht! Ab acht standen wir am Check-In Schalter und wurden bis etwa halb elf von Security Menschen ausgefragt, sodass es noch zittrig wurde, ob wir ueberhaupt fliegen koennen; befragt wurden auch die mitangereisten Suetterlins, Kloeckners und Metzingers...gerettet hat uns dann Studivz, das bestaetigt hat, dass Emanuel, Thomas und ich uns kennen...

Im Flugzeug kam dann eine Vorfreudephase, vor allem nach starkem Kaffee mit viel Zucker, einem betagten nur Hebraeisch sprechenden Nebensitzer und Shantel im Ohr.

Um halb fuenf (Deutschland halb vier) sind wir gelandet, Christian und Pater Basilius haben uns abgeholt und uns mit 2l Flaschen Wasser versorgt, so haben wir auch den Rest der Fahrt bis Qiryat TIvon ueberstanden, es ist recht warm hier...

Im Moment wohne ich allein in einem Doppelzimmer, morgen kommt die grosse Frage nachdem Dorina ausgezogen ist:
Wer bekommt das Zimmer mit eigenem Bad? Wuerfeln?

Morgen frueh um sieben gehts los mit dem Wecken von Maya, den Rest des Vormittages verbringe ich in der Holzwerkstatt, mittags und abends hab ich diese Woche Essensdienst und danach wieder Maya, sonntags und  dienstags ist Fitness fuer die Volontaere, wenn ich noch Energie hab schau ich mir das morgen mal an...

Am Donnerstag freue ich mich aufs Falafel essen mit zwei Members und Freitag-Samstag habe ich dann erst mal frei...

Jetzt bin ich muede, mal sehen was diese Woche so bringt...

Gute Nacht aus Israel!



...noch eine Nacht daheim!

Geschrieben von Teresa am 8.08.2008 um 15:50 . 0 Kommentare. Link.
...morgen gehts um 10.50h von Stuttgart aus nach Tel Aviv!

Shalom!

Geschrieben von Teresa am 15.07.2008 um 14:24 . 4 Kommentare. Link.
liebe freunde groß und klein, in diesem blog gibt es bald spannende live nachrichten aus Israel zum Schmökern, zum sich daran Erfreuen und zum fröhlichen Kommentieren...


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