Über mich

06:36, 12.06.2006. Von Thowe

Wie gibt man sich ein Profil? Ich glaube die Frage ist deutlich unterschätzt, versucht man doch am Ende sich selbst den anderen näher zu bringen. Doch was ist es nun, was uns ausmacht, was uns dazu bewegt, uns für andere zu interessieren und vor allem, was bewegt uns dazu, das wir sehr gesteuert gerade diese Informationen anstreben oder von uns geben wollen. Ist ist die Neugierde, das Streben danach über den anderen etwas zu erfahren? Tun wir es aus Gewohnheit, glauben wir wirklich, das diese Information uns reicht, das wir uns ein erstes Bild machen können. Das erste Stück eines Puzzles, das wir letztendlich zusammenfügen wollen?

Kommen wir also wieder zu mir und beginnen mit einer Zeitreise und starten in der Vergangenheit mit der Idee, was ich wann geantwortet hätte.

10 Jahre: Ich bin Thomas, ich gehe zur Schule.

20 Jahre: Hallo, mein Name ist Thomas, ich arbeite im EDV-Einzelhandel und meine Hobbys sind Computer, Fotografieren und Musik hören.

Heute: Oh, das ist schwierig, aber ich will es mal versuchen ...

Mit dem Wissen, das man sich in einem gewissen Rahmen verändert? Es ist kaum machbar, anders kann man es wohl nicht sagen, vor allem, weil mich viele übliche Profile an ein auswendig gelerntes Verkaufsgespräch erinnern. So ist man üblicherweise ein liebevoller Mensch, mit viel Sinn für Humor, der für jeden Spaß zu haben ist und gut zuhören kann. Man steht mit beiden Beinen fest im Leben, weiß wo es langgeht und kennt seine Ziele, die man niemals versäumte sich gesteckt zu haben. Jeder mag einen und viele Freunde bestätigen, das man doch eine ganz tolle Persönlichkeit hat und wirklich furchtbar lieb ist.

So gleichen die "Über-Mich-Seiten“ irgendwie die Verpackungen von ganz normalen Brot. Auf allen steht irgendwie das gleiche drauf und sie verkaufen sich über den gleichen Aspekt – Ich werde dir schmecken. Doch auf was achten wir, wenn wir Brot kaufen? In keinen anderen Land der Erde werden derart viele verschiedene Brotsorten angeboten, wie im deutschsprachigen Raum und doch, wir schauen irgendwie fast immer nach der gleichen Sorte und unterscheiden eigentlich nur am Haltbarkeitsdatum und vielleicht noch nach dem Preis.

Kommen wir also zur bitteren Wahrheit! Denn letztendlich ist der Mensch ein Lebewesen, das nichts mehr liebt als seine eigene Individualität oder aber, auch nichts mehr hasst als diese. Negatives wirft uns zurück in unserem Bemühen unserem Ego zu beweisen, dass das erträumte "Über-Ich“ in unserer Vorstellungskraft auch dem Bild entspricht, das wir so mühsam von uns selbst zeichneten. Einen gewissen Zynismus kann ich in den Worten nicht verschweigen und sie sind bewusst überzeichnet, andersherum, wer kennt denn jemand der von sich sagt: "Ich bin ein Schwein und jeder meiner Freunde weiß das auch!“, Dieter Bohlen vielleicht? Vielleicht der Grund, das derart viele Menschen ihn doch irgendwie mögen, obwohl er ein Paradebeispiel dessen ist, was eigentlich mehr auf Ablehnung denn Zuspruch stoßen sollte.

Wir gehen also mit Wünschen durchs Leben, jeden einzelnen Tag und träumen vom perfekten Job, den perfekten Urlaub, den perfekten Partner oder einfach nur den perfekten Sex. Perfekt? Das ist wohl das, was besser ist als das, was wir gerade haben. Wir machen uns Gedanken, schreiben sie nieder, versuchen uns selbst zu bewerten oder andere uns bewerten zu lassen und bei all unserer Ehrlichkeit, wollen wir doch nur "perfektes“ hören. Wir streben mit jedem Tag nach dem ultimativen Ziel, den der Zufriedenheit. Warum versuchen wir es nicht einfach damit, zufrieden zu sein mit dem, was wir haben und gemeinsam im Detail zu verbessern?

Zufriedenheit, sie lebt von Achtung und Anerkennung und die ersehnen wir uns, wir verkaufen uns über unseren Wohlstand, über unsere Ansichten und unser Leben. All das nur für Bestätigung, die unseren Wert definiert und uns erkennen lässt, das wir wer sind oder besser noch, das wir mehr sind als die anderen. Denn wir vergleichen uns, immer, mit jeden und allem.

So "kauft“ sich Frau ihre Sehnsüchte, den Po von ihrer Freundin Manuela hätte sie gerne, den Busen von der Rothaarigen die in der Badeanstalt als Eisverkäuferin arbeitet. Mann träumt vom neuen Auto, davon das seine Mannschaft gewinnt und Tabellen-Erster wird. Beide träumen vom nächsten Urlaub der noch besser als der letzte werden soll und mit jeden Tag schreiten wir voran, füllen uns mit Sehnsüchten und mit Zweifel.

So schauen wir in das Profil der anderen, wollen gleiche Hobbies und Ansichten sehen, hören das wer die Musik mag die wir mögen, auch die Farben trägt die wir tragen. Halt eben das mag, was wir eben selbst auch mögen, wir sehnen uns nach einen Seelenverwandten, der uns bestätigt, der uns gleicht. Doch wenn wir unseren Individualismus so lieben, warum gehen wir dann in diese Richtung?

Am Ende erhoffen wir alle Verständnis, weswegen wir selbst ja verständnisvoll sind, obwohl wir eigentlich gar nichts verstehen. Suchen uns in den Ansichten anderer und können diese nur in wenigen Bereichen teilen. Wollen mit jemanden über das lachen, was wir selbst witzig finden und merken am Ende zu oft, zu spät, wir sind tatsächlich individuell.

Was wir wirklich suchen ist jemand, der ähnlich fühlt wie wir selbst, ein fühlendes Verständnis für die Dinge aufbringt, die man auf gleicher Ebene und Art wahrnimmt. Denn zuletzt sind es einzig unsere Gefühle die uns ausmachen, die uns antreiben und den langen Weg durchs Leben tragen.

Wirklich beschreiben kann ich mich und meine Eigenschaften deshalb nicht und daher ist die Antwort auf die Frage über mich und mein Vermögen? Ein knappes nichts! Denn ich habe weder Geld noch besondere Talente. Habe weder Mut, noch habe ich glorreiche Ziele. Kann nicht lauschen, kann nur hören. Kann nicht im dunkeln sehen, noch im hellen stehen. Kann nicht reden, kann nicht schweigen. Weder bejahen, noch verneinen – aber eines ist gewiss, im hohen Alter trage auch ich ein Gebiss und wenn ich dann zurückblicken kann und weiß, das ich jeden Menschen der mir begegnet ist noch weiterhin in die Augen schauen kann und es nie verlernt habe mich selbst in mir zu finden, dann habe ich alles erreicht. Denn ich glaube nicht, das man Menschen in ein paar Worten "beschreiben“ kann und vor allem, die Natur hat den Menschen eine besondere Fähigkeit mitgegeben, die der Anpassung. Jeder kann diese nutzen und hat die Freiheit den Weg zu gehen, den er möchte. Welcher das ist, das liegt in unserer Hand und das wie und wie gut wird durch unserer Fähigkeiten diktiert. Bloß sich selbst brechen und verlieren, das sollte man wirklich nicht.

80 Jahre: Ich bin jemand der das Leben ergründet hat und den Sinn in diesem immer dann verstand, wenn ich in die Augen eines wunderbaren Menschen schaute. Doch gefühlt und genossen habe ich es nur, wenn ich in den Armen des Menschen lag, der mein Leben erfüllte. Denn aller Reichtum der Welt findet sich nur im eigenen Herzen und wer dort tief genug schaut, der wird es finden und verstehen, das im Leben nur das zählt, was wir anderen an Gefühlen gegeben und als geschenkte Gefühle von ihm bekommen haben. Das ist es, was mich ausmacht, das ist mein Ziel und das ist mein Profil.

Ramasuri

06:33, 11.06.2006. Von Thowe

oder auch, von kleinen und großen Zufällen. Denn der Titel war wenig geplant, so mal ich den Begriff bis vor wenigen Stunden noch gar nicht kannte. Allerdings, ich wollte einen Titel mit Rama haben, der siebten Inkarnation des hinduistischen Gottes Vishnu, Bewahrer und Kämpfer für das Gute. Vishnu steht für die Erhaltung, anders als Shiva, der für die Kraft der Zerstörung steht und Brahma letztendlich steht für die Schöpfung und somit dem Neuanfang. Eine stetige Trennung gibt es unter ihnen aber nicht, so kann jeder von ihnen auch anders wirken. Kurioses am Rande, eine seiner Insignien, das Chakra (ein drehendes Rad für die Schlacht gegen Feinde der göttlichen Ordnung) steht auch für die Verbindungen zwischen Körper und Astralleib, die im Hinduismus und Buddhismus eine wichtige Rolle spielen, genau wie bei der chinesischen Medizin, der Akkupunktur. Wichtiger als das Chakra, ist wohl das Padma, die Lotusblüte die für Reinheit und Kreation steht. Deren "Lotuseffekt“ eben effektiv die Adhäsion verhindert, womit sie selbst im dreckigsten Tümpel noch sauber und rein erstrahlt.

Rāma , dessen Geschichte im Rāmāyana festgehalten ist, war der Prinz von Ayodhya und galt als geistreicher Streiter mit übermenschlicher Kraft, der seine Frau Sita, ein Findelkind, dadurch gewann, das er den Bogen des Shiva spannen konnte. Durch Intrigen wurde jedoch verhindert, das er Kronprinz von Videha wird und stattdessen für 14 Jahre verband wurde, zusammen mit seiner Frau Sita und seinem Bruder Lakshmana. Sie kämpfen in den Jahren gegen Dämonen und zuletzt gegen den Dämonenkönig von (Sri) Lanka – Ravana, der als durch Menschenhand unsterblich galt und am Ende nur durch die göttliche Kraft der Inkarnation von Vishnu und dem sanftmütigen und überlegen(d) klugen Affengott Hanuman besiegt wurde.

Über Sita gibt es verschiedene (angefügte) Überlieferungen, ihr Name steht für Ackerfurche, in der eben der König von Videha sie fand. Rama, hat nach dem Sieg über Ravana Zweifel an der Treue seiner Frau, da Ravana sie bat sich ihn hinzugeben und um ihre Unschuld zu beweisen, unterzieht sie sich der Feuerprobe und wird von Agni, dem Feuergott, nicht verbrannt und somit wieder mit Rama verbunden. Durch dieser Probe seht sie auch heute noch als Inbegriff für Reinheit und Treue, denn Dämonen hatten die Eigenschaft der Gestalltwandlung und konnten somit große Macht über Menschen ausüben. Beide, Rama und Sita, kehren heim nach Videha, wo der anstatt Rama eingesetzte Regent Bharata ihn die Krone überlässt.

Der bekannteste Avatar des Gottes Vishnu dürfte jedoch Buddha gewesen sein, der neunte und somit die vorletzte Inkarnation des großen Erhalters. Hier muss man allerdings immer sehr vorsichtig sein, der Hinduismus ist keine missionierende Religion, so wird auch die 10. und letzte Form des Vishnu, Kalki, sehr oft mit Jesus gleichgesetzt, der am Ende der Menschheit über diese richten wird, in dem Sinne, dass das Dharma wieder hergestellt wird, eines der 4 Aspekte des menschlichen Lebens. Die anderen sind Kama, Artha und Moksha. Das Kama bezeichnet dabei die Lust, Sexualität und den Genuss, Artha steht für Wohlstand und Erfolg und Moksha für die Erlösung. Dem Dharma, sprich dem Leben nach den kosmischen (natürlichen) und sozialen Gesetzen wird aber der höchste Stellenwert zugeschrieben.

Suri, klingt wie japanisch, ist es u. a. auch und bedeutet soviel wie Taschendieb, aber das ist in diesem Fall nicht die eigentliche Idee dahinter gewesen. Gibt dem Ganzen, da ich die japanische Kultur durchaus schätze, noch einen kleinen Touch in diese Richtung, während das Wort als solches für vieles steht. Soll aber in diesem Fall eben für die Sonne stehen und zielt am Ende auf Erleuchtung und auf den vorläufigen Abschluss von Vishnu und den Weg zum Buddhismus. Somit steht es für Religionen und Philosophien, ein Aspekt der durchaus einen gewissen Charme auf mich ausübt, während ich mich selbst aber nicht unbedingt als religiöser Mensch einstufen würde, im Prinzip passt Agnostiker in einem gewissen Rahmen sehr gut zu mir.

Ramasuri als ganzes Wort entstammt dem rumänischen, passte deshalb aus vielen Gründen unglaublich gut und steht am Ende für Wirbel und somit ein großes Durcheinander. Zumindestens, wenn man dem Duden glauben darf, was uns zu "Viel Lärm um Nichts bringt“ und einer meiner größten Leidenschaften. Aber dazu ein anderes mal mehr.

Das Bild von der Tastatur im Hintergrund, ist aus einer Aufnahme der entstammen, auf der ich auch gerade diese Zeilen tippe. Da ich den Gebrauch von reinen Sepia und ähnlichen Filtern für zu simpel halte, hatte ich es mit einem Farbverlauf in Sepia-Tönen und geringer Deckung überlagert. Die Umlaute bewusst im Bild, was eben auf das Herkunftsland meiner Person verweisen soll. Der tiefere Sinn ist wohl im bloggen selbst gegeben, da das Schreiben ja den treibende Stellenwert hat. Im Zusammenhang mit dem Titel, ergibt sich dann ein wertendes Gesamtbild.

Thomas