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Vor ungefähr einem Jahr habe ich drei Musikvideos bei YouTube eingestellt. Es handelte sich dabei um Filmszenen, die ich passend zur Musik zusammengeschnitten hab (siehe mein YouTube-Channel). In allen drei Videos steckt eine Menge Arbeit und investierte Zeit, weil ich das Bild möglichst perfekt zum Ton abstimmen wollte und mich das erste Mal mit Videoschnitt beschäftigt habe.
Vor wenigen Tagen wurde eins dieser Videos gesperrt. Der Grund ist simpel: Die Warner Music Group (WMG) hat einen Zwist mit Google, der Muttergesellschaft von YouTube. Aufgrund dessen erzwang die WMG die Sperrung oder Stummschaltung von Videos, die Audiotracks enthielten, dessen Lizensierungsrechte die WMG inne hat. In meinem Fall war es das Lied 'One Step Closer' von Linkin Park, was ich mit Ausschnitten aus 'Ducktales - The Movie' verbunden hatte.
Nun hat die Musikindustrie vor langer Zeit schon die elektronische Vermarktung der Musik im Internet um Jahre versäumt, so dass es sich unter Internetusern eingebürgert hat, P2P-Netzwerke zu nutzen und Musik zu tauschen. Dass das für die Industrie schädigend sein kann, steht ausser Frage, dennoch hätte es auch andere Wege gegeben als Exempel zu statuieren und Musiktauscher mit Kinderschändern gleichzusetzen.
Nachdem sich nun die Kultur der 'Fan-Musikvideos' bei YouTube und Co. entfaltet hat, geht die WMG auch dagegen vor, diesmal allerdings 'nur' mit der Sperrung ohne weitere finanzielle oder gesetzliche Strafe für den User. Und wieder verpasst Warner hier eine effektive und kostenlose Werbemöglichkeit, die tausende User dazu animiert, neue Musik zu entdecken und bei Gefallen zu kaufen. Stattdessen reagiert man mit Verboten und dem pochen auf die eigenen Rechte, die teilweise nicht einmal so eindeutig sind (Stichwort: US-Recht 'Fair Use') und bringt seine eigenen Kunden gegen sich auf.

In das jetzt gesperrte Video habe ich drei Tage Arbeit investiert. Es hatte über 4000 Besucher und durchgängig positive Bewertungen. Sinnvoll wäre beispielsweise eine Werbeeinblendung gewesen, mit einem Link zum Online-Shop, bei dem man Album und Single direkt kaufen kann. Universal stellt gleich die Musikvideos ihrer Künstler in den eigenen YouTube-Channel, was mich schon zweimal zum Kauf einer Platte eines mir bis dahin unbekannten Künstlers motiviert hat. Nicht so Warner; die machen lieber meine und die Arbeit vieler anderer User zunichte, selbst die Videos von Band-Auftritten, die WMG-lizensierte Musik coverten, wurden und werden gesperrt.
Und das, obwohl WMG einer der ersten Partner von YouTube war. Videos von R.E.M, Led Zeppelin, Madonna und vielen anderen Künstlern waren 2006 völlig legal bei YouTube zu sehen - hochgeladen von Warner selbst. Allerdings verlangte WMG Ende 2008 von YouTube höhere Lizenzgebühren, die jedesmal bezahlt werden müssen, wenn ein Video mit entsprechendem Material abgespielt wird. Diese ist YouTube (bzw. Google) wiederum nicht bereit zu zahlen, also darf solches Material nicht mehr angeboten werden; oder es werden teure Klagen riskiert.
Die Reaktion der YouTube-Community ist eindeutig - man muss bei YouTube nur mal 'WMG' als Suchbegriff eingeben. Meine Reaktion ist ebenso simpel wie logisch: Ich boykottiere ab sofort sämtliche Produkte der Warner-Gruppe und der angeschlossenen Plattenfirmen, die man hier gut überblicken kann. Denn ein Konzern, dessen Musik-CDs ich in meinem Autoradio dank Copyprotection nicht mehr abspielen kann, der sich vehement gegen die Abschaffung der DRM-Einschränkungen wehrt und die Arbeit seiner Kunden mit Füßen tritt, handelt alles andere als verbraucherfreundlich.
Natürlich geht es dabei nur um Geld. Geld, von dem die Künstler selbst wahrscheinlich nie auch nur einen Cent sehen. Geld für 'eingeschränkte Nutzungsrechte' und die Entwicklung von nutzlosen Kopierschutzmechanismen, die das Abspielen auf einigen Geräten sowie das (legale) Zusammenstellen eigener CDs mit den Lieblingsstücken der gekauften Platten unmöglich machen. Mein Geld gibt es dafür nicht mehr.
Deshalb: Macht mit! Boykottiert die Warner Music Group und entdeckt die weitestgehend unbekannten aber teils großartigen Künstler der Independent-Labels. Wir brauchen die WMG nicht - sie uns schon... zumindest unser Geld. |
Geschrieben: 03:39, 19.07.2009 in Mixed Pickles |
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oder: Eine kleine Geschichte über Schuld.
Es war einmal, vor garnicht so langer Zeit, ein junger Mann namens Hryko. Er lebte zusammen mit seiner Frau in einem kleinen Häuschen am Rande von Alt-Tarantia, sie war schwanger und die beiden im Begriff, einen kleinen Hof zu gründen. Hühner wollten sie halten und Schweine und natürlich ein kleines Feld mit Raps bestellen. Sie hatten ein wenig Geld gespart, damit Hryko das reiten lernen konnte und um ein Pferd als Pflugtier führen zu können und so ging er jeden abend zu dem örtlichen Pferdezüchter und nahm Reitunterricht. Er war ein alter Freund der Familie, weshalb er Hryko hin und wieder ein Pferd lieh, wenn er darum bat.
Eines schönen Frühlingstags lieh sich Hryko wiedereinmal ein Pferd, eine schwarz gescheckte Stute, um mit seinem Weib einen kleinen Ausritt zu unternehmen. Es war warm, Vogelgezwischer erfüllte die Luft und das Pferd galloppierte stolz durch den Wald in Richtung der Wilden Lande. Die beiden lachten und machten Späße, genossen die frische Frühlingsluft und die bunten Knospen an den Baumkronen und waren für eine zeitlang sorglos und frei. Doch wie das in diesen Momenten immer so ist, geschah etwas unerwartetes, das das Leben der jungen Familie für immer verändern sollte.
Der Wind zog ihnen erfrischend durch die Haare, sie waren recht schnell unterwegs und sahen sie nicht, als sie um die Wegbiegung ritten. Ein junges Mädchen, vielleicht acht oder weniger Sommer alt, kam ihnen unbeschwert entgegen, in der Hand einen Flachskorb mit ein paar gesammelten Pilzen darin. Ihre braunen Haare glänzten an den wenigen Stellen, an der die Sonne sich ihren Weg zwischen den schattenspendenen Blättern her bahnte. Unglücklich lief sie genau dort entlang, wo das Pferd seine Bahn ziehen wollte und geriet ihm unter die Hufe.
In einem einzigen Moment änderte sich die Welt von unbeschwert frei zu bedrückend und düster. Die Sonne schien weiterhin, hatte aber die Bedeutung für Hryko und seine Frau verloren. Das hübsche Bild der bunten Blüten wurde überdeckt, ja dominiert von dem jungen Mädchen, das nun reglos am Boden lag, die Pilze wie eine Markierung um es herum liegend. Ein dünner Rinnsal roten, strahlend roten Blutes suchte seinen Weg zwischen dem Staub, dem Dreck und den kleinen Ästen, bis er schließlich versiegte. Das Zwitschern der Vögel und das Zirpen der Grillen, das Surren der Bienen und Mücken, all das klang nicht mehr wie ein schöner Frühlingstag, es klang nun wie eine Anklage, eine Anklage auf Hryko und seine Frau, auf das Mädchen, das ausgerechnet dort langlaufen musste.
Er hielt das Mädchen in seinen Armen, während er ritt. Schneller, immer schneller, in der Hoffnung dass ihnen nicht noch jemand entgegen kam, erwarteten sie nach jedem Baum eine Hütte, ein Zelt, ein Lager, irgendwas, wo sie Hilfe fänden. Aber es gab nichts. Bäume, ja, und Sträucher, das eine oder andere wilde Tier oder eine Lichtung, bewachsen mit saftiggrünem Gras und weichem Moos, aber keine Hilfe. Hryko hätte nicht sagen können, wie lange sie so geritten waren, als sie endlich an einem Jagdhaus ankamen. Es spielte auch keine Rolle mehr, das Mädchen war bereits in seinen Armen gestorben, es hatte seine letzten Minuten in den Armen eines Fremden, fern ab seiner Familie, verbracht, mit Blut in dem sonst so makellosen Haar und einem kleinen, klebrigen Blatt auf der Stirn. Hryko brach zusammen, als er erfuhr, dass er ein Kind getötet hatte, er wusste nicht, wie er mit dieser Schuld leben sollte, obgleich ihm seine Frau gut zuredete und ihn versuchte zu beruhigen, es wäre ein Unfall gewesen, wenngleich ein tragischer.
Kantal schossen die Tränen in die Augen, als der Wachmann vor ihm stand. Es war anders als sonst, diesmal war nicht die Sonne dafür verantwortlich, weil sie ihn blendete, diesmal waren es nichts als Worte, die Worte, die ihm den Tod seiner Tochter verkündeten. Die Welt verstummte für einen Moment, sie schien völlig stillzustehen, alles geschah in Zeitlupe und es war, als wäre er ganz allein in einer riesigen Stadt, verloren und ohne Zukunft, ohne Hoffnung. Der Wachmann erzählte etwas, Kantal konnte sehen, wie sich sein Mund bewegte, doch gelangten die Worte nicht mehr bis an sein Ohr. Er dachte darüber nach, was wohl passiert war, malte sich einen Mord aus, dann eine Vergewaltigung, einen Überfall, ein Missverständnis, hunderte solcher Bilder erfüllten seinen Kopf bis ihm schwarz vor Augen wurde. Er dachte an die Beerdigung, die Trauerfeier und daran, wie seine Frau auf die Nachricht reagieren würde, dann schließlich verlor er das Bewusstsein.
Als er wieder zu sich kam stand der Wachmann, mittlerweile mit unterstützung seines Kollegen, über Kantal gebeugt und sorgte sich um ihn. Kantal wollte es eigentlich garnicht wissen, aber er wusste, dass es ihn sein Leben lang beschäftigen würde, also bat er die Wache, ihm zu schildern, was geschehen war und ließ die Geschichte vor seinem geistigen Auge mitlaufen. Seine Tochter, sein kleiner Engel, unbeschwert und mit einem Liedchen auf den Lippen tänzelt sie durch den Wald, in der Hand den Korb mit den Pilzen schaut sie den Schmetterlingen nach und freut sich über jedes Bienchen, das ihren Weg kreuzt. So war sie, seine Tochter, ein perfektes kleines, hilfloses und doch mutiges Geschöpf des Himmels. Plötzlich, wie aus dem nichts, schießt mit tösendem Grollen ein Pferd auf sie zu, ein düsterer, rücksichtsloser Reiter auf seinen Schultern, der es mit einer Peitsche antreibt und sie mit lauten Schreien über den Haufen reitet.
Kantal spürte ein Drücken im Magen, ein wiederliches Gefühl, als ob etwas aus ihm herauswollte, als müsse er sich jeden Augenblick übergeben. Hryko hieß der Reiter, Hryko, der Mörder seiner Tochter, obgleich der Wachmann betonte, dass keine böse Absicht dahinter steckte und es ein Unfall gewesen sei. Zitternd griff er nach seinem Bogen und dem Köcher mit den Pfeilen, er würde diesen Hryko schon finden, er würde seine Tochter rächen, die Wachen waren für soetwas sowieso nicht zu gebrauchen, also zog er los, wütend wie traurig und verzweifelt und er fand den, den er suchte.
Geknickt saß Hryko am Wegesrand, das Gesicht in den Händen vergraben, schluchzend und mit von Tränen getränkten Ärmeln. Die Vögel sangen immernoch ihr Lied, die Sonne wärmte den Boden und auch sonst war es ein Frühlingstag, der schöner nicht hätte sein können. Seine Frau war bereits zu Hause und bereitete ein kleines Mahl zu, obwohl beide wussten, dass sie heute nicht viel essen würden. Hryko dachte darüber nach, was geschehen war, er war einfach zu schnell geritten, es war seine Schuld, auch wenn er es nicht hätte verhindern können. Ein unglücklicher Zufall, das sagten sie alle, warum nur ließ das miese Gefühl nicht nach, warum ... ein stechender Schmerz unterbrach seine Gedanken und ließ ihn langsam zur Seite sacken. Über seine Finger hinweg erkannte er einen großen Mann, ein paar Schritte vor sich nur, mit einem Bogen in der Hand, der mit einem traurigen Gesicht auf ihn zu kam. Er hatte den Mann nie zuvor gesehen, doch sagte ihm irgendetwas tief in sich drin, wer das war. Er war gekommen, um Hrykos Fehler zu vergelten und Hryko war ihm dankbar dafür.
Kantal setzte sich neben Hryko an den Wegesrand, schweigend, ein dünner Rinnsal lief seine Wange herunter und glänzte in vielen Farben im Schein der Sonne. Hryko legte eine Hand auf das Bein des Mannes, nahe seines Knies, sah ihn an und beteuerte, wie leid es ihm tat, den Pfeil in seiner Brust ignorierend, selbst wenn er ein gurgelndes Geräusch beim Sprechen verursachte. Kantal begann stockend und von kurzem Schluchzen unterbrochen zu erzählen, er erzählte von Erlebnissen mit seiner Tochter, wie sehr er sie liebte und wie wunderbar sie war. Nichts in der Welt könnte das Lächeln ersetzen, kein Metall konnte glänzen wie ihre Augen, wenn sie sich über die geringste Kleinigkeit freute, und sie freute sich selbst über einen hübschen Stein, wenn sie einen fand. Nie wieder würde er ihr Lachen hören, das Lachen, das jeden griesgrämigen Alten zu neuer Lebenskraft verhalf, nie wieder das Schluchzen, wenn sie seinen Trost suchte.
Als er fertig erzählt hatte, sah er Hryko das erste Mal an, seit er auf ihn geschossen hatte. Ein kleiner Blutfleck hatte sich unterhalb des Mundwinkels auf der Kleidung angesammelt, etwas weißer Schaum schimmerte aus der Nase und Tränen benetzten immernoch das Gesicht. Er sah friedlich aus, als würde er schlafen und wäre von einem feinen Spinnennetz überzogen. Kantal begann zu weinen, diesmal nicht wegen dem Tod seiner Tochter sondern wegen seiner eigenen Taten, er hatte einen werdenden Vater auf dem Gewissen, er war Schuld, dass sein Kind ohne Vater aufwachsen würde. Er zerbarst seinen Bogen, warf ihn weg, soweit er nur konnte, beobachtete, wie die Grashalme unter der Waffe zerknickten und machte sich auf den Heimweg. Es war warm, Vogelgezwitscher erfüllte die Luft und ein kleiner blauer Schmetterling tänzelte fröhlich zwischen den Sonnenstrahlen umher.
Fin.
----- Inspiriert durch das Online-Rollenspiel "Age of Conan" von FunCom, geschrieben am 24.02.09 ganz früh morgens... |
Geschrieben: 06:58, 24.02.2009 in Storyteller |
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Die Welt der Medien strotzt nur so vor Kopierschutztechniken. Sei es die Musik-CD, die dem RedBook-Standart nicht mehr entspricht, sei es der Film mit seiner ARccOS-Technik oder die Software mit dem SecuROM-Schutz. Mittlerweile werden sogar Fernsehsendungen mit einem Kopierschutz ausgestrahlt. Natürlich hat es aus Sicht der Hersteller einen Sinn, die Medien mit einem Kopierschutz auszustatten, nämlich, dass damit ja Geld verdient und Kopien vermieden sollen, die eventuell die Einnahmen schmälern würden. Soweit also schon verständlich.
Der Gesetzgeber sieht das ähnlich und so verbietet das Urheberschutzgesetz es, "wirksame Schutzmechanismen zu umgehen" sowie den "Erwerb, Verkauf und die Herstellung von Techniken zur Umgehung von Kopierschutzmaßnahmen". Man könnte sich jetzt die Frage stellen, warum das Umgehen wirksamer Kopierschutzmechanismen überhaupt verboten werden muss oder ob sie überhaupt wirksam sind, wenn man sie umgehen kann, fest steht jedenfalls, dass dieses Gesetz sowie die mittlerweile auf fast allen Medien vorhandenen Kopierschutzmechanismen eine Privatkopie generell illegal macht.
Das wiederum führt zu einer ganzen Masse an Problemen. Das erste, was wohl die meisten Menschen angeht, ist, dass so eine Scheibe, egal ob DVD oder CD, ja nicht ewig hält. Selbst wenn man ordentlich damit umgeht und sie nicht mal auf die Fußmatte im Auto oder unter den Fernsehschrank rutscht, sind viele CDs und DVDs nach ein paar Jahren einfach nicht mehr lesbar. Das ist besonders bei Scheiben, die man öfters mitnimmt und/oder nutzt der Fall. Der Hersteller tauscht sie normalerweise nicht mehr um, der Händler sowieso nicht, also steht man da, eine nicht lesbare Disc in der Hand und muss sich der Situation ergeben. Hätte man sie vorher mal gerippt oder kopiert - aber halt! Dann wäre man "Raubkopierer"!

Ein weiteres Problem, das eher die Filmschauer und Musikhörer betrifft, ist, dass kopiergeschützte Medien längst nicht auf allen Geräten laufen. Da wurde zum Beispiel das "Content Scrambling System" (CSS) entwickelt, das an sich kein Kopierschutz ist, sondern verhindern soll, dass die Film-DVD auf "nicht-lizensierten" Geräten abgespielt werden kann, beispielsweise DVD-Laufwerken im PC. Aber auch bei Musik-CDs ist die Wiedergabe auf verschiedenen Geräten nicht möglich, wenn das Gerät die eingebauten Fehler (der Kopierschutz) nicht verarbeiten kann. Es kam schon oft vor, dass ich eine neue CD im Auto ausgepackt habe um sie auf dem Heimweg zu hören und mein Autoradio sich weigerte, sie abzuspielen. Umtauschen im Laden? Nicht, wenn die Hülle offen ist, man könnte sie ja kopiert haben.
Weiterhin kam es schon vor, dass eine Musik-CD auf meinem Windows-Rechner ein Rootkit installiert hat, das mein Nutzerverhalten überwacht und so leicht nicht zu entfernen ist. Naja, und die Musik auf meinem MP3-Player abspielen, wenn ich sie nichtmal zu MP3s rippen kann, wollte auf legale Weise auch nicht so ganz klappen. Mal ganz abgesehen davon, dass die Klangqualität durch die von den Firmen bewusst eingebauten Fehler verschlechtert wurde und Kratzer schneller zu Abspielschwierigkeiten führen.
Nebenbei ein kleines Paradoxon: Man zahlt für jede Musik-CD GEMA-Gebühren. Die GEMA ist eine Gesellschaft, die die Musik von den Künstlern rechtlich schützt und jedesmal, wenn diese Musik gespielt, aufgeführt oder gecovert wird, Gebühren erhebt. Auch für öffentliche Radios und Fernseher, z.B. im eigenen Salon, werden Gebühren erhoben. Und, zu guter Letzt, auch auf leere CDs, präventiv, da man dort ja GEMA-geschützte Musik drauf brennen könnte. Da die CD-Industrie dies jedoch mithilfe von allgegenwärtigen Kopierschutzmechanismen umgeht, untergraben sie damit den Sinn dieser Gebühr.
Auch wird, da man die Musik und Filme auch nicht teilweise kopieren darf, jegliche kreative weiterverwertung und Veränderung unterdrückt. Seit jeher ist der Mensch ein kreatives, schaffendes Wesen, er konsumiert Kunst, lernt daraus und verändert sie, schafft neues aus Vorhandenem. Heute muss man dabei wirklich aufpassen, nicht versehentlich geschütztes Material zu nutzen und zum Raubkopierer zu werden.

Die "Disc-funktioniert-nicht-mehr"-Probleme kennt man bei jeder Art von Medien. Bei Software gibt es allerdings noch zwei ganz andere Probleme: Zunächst würde man manche Spiele oder Programme auch im Netzwerk gemeinschaftlich nutzen oder mit-/gegeneinander spielen. Meistens ist das verboten, sowohl über die Nutzungsbedingungen der Software selbst als auch durch den Kopierschutz und die damit verbundene Software-Prüfung, ob denn auch die Original-CD eingelegt ist.
Ein viel größeres Problem ist allerdings die sogenannte "proprietary Software", die geschützte Software, zu der zum Beispiel Windows Vista oder World of Warcraft gehören. Diese Art der Software gehört dem User nicht, wenn er sie gekauft hat. Sie gehört weiterhin dem Software-Unternehmen - der User hat lediglich eine Lizenz zur Nutzung der Software gekauft, selbst wenn er die Original-Discs mit Verpackung aus dem Laden mitgenommen hat. Das Problem ist nun, dass diese Software sich oft über das Internet registriert. Welche Informationen dabei wirklich gesendet werden, bleibt dem User verborgen. In den Nutzungsbedingungen, die kaum jemand liest, wird dann die ganze Breite der Dreistigkeit deutlich: Es kann unter Umständen das gesamte System gescannt und unerwünschte Software automatisch gelöscht werden; bei Vista sind das z.B. Programme, die von Vista als "Spyware" deklariert werden, selbst wenn der User dieses Programm selbst kontrolliert nutzen möchte, bei WoW sind das Programme, die möglicherweise beim cheaten helfen oder unerwünschte Funktionen bieten, die das Spiel beeinflussen können. Eine Folge davon kann sein, dass der User gebannt wird und die Software nicht mehr nutzen kann.
Auch kann so lizensierte Software nicht verändert werden. Die meisten werden nun denken "Na und, ich will sie nutzen und nicht ändern!", aber was, wenn die Software auf dem eigenen System nicht richtig funktionieren will? Was, wenn man sie für sein Geschäft, seine Praxis, etc. nutzen möchte und bereits bezahlt hat? Was, wenn man weiß, warum etwas nicht funktioniert und man es leicht ändern könnte oder man eine Behinderung hat und mit einer Änderung das Programm (leichter) nutzbar machen könnte? Was, wenn man sich eine spezielle Funktion einbauen oder irgendwas an dem Layout ändern möchte, damit es die für den eigenen Zweck perfekte Software wird? Bei freier Software ist das kein Problem, dazu bekommt man meist sogar den Quellcode, bei 'normaler' Software bewegt man sich möglicherweise auf halblegalem Boden, bei "proprietary Software" hingegen ist das oft garnicht möglich. Bei einigen Online-Spielen wird die Software beispielsweise bei jedem Start auf Fehler überprüft und gegebenenfalls repariert oder gleich Dateiweise neu heruntergeladen.

Fazit: Wirklich sichere Schutzmaßnahmen gibt es sowieso nicht, jeder Schutz konnte bisher mehr oder weniger leicht umgangen werden. Selbst wenn das illegal ist, manchmal ist es nicht anders möglich, die Inhalte des gekauften Mediums nutzen zu können. Das Anliegen des Herstellers, illegale Kopien zu vermeiden, wird dadurch in die Kritik gedrängt, als dass der Schutz nicht nur Kopien sondern oftmals auch die ganz normale, legale Nutzung unmöglich macht. Hinzu kommt die aggressive Werbetechnik der Industrie, die "Raubkopierer" als kriminell titulieren und mit 5 Jahren Gefängnis drohen, dazu verschärfte Maßnahmen z.B. in Kinos - wie schafft man es, sich unbeliebter zu machen, als seine Kunden zu beschimpfen, einheitlich als Kriminelle anzusehen und "Exempel" zu statuieren, die ganze Familienexistenzen bedrohen, wegen ein paar illegal kopierter Musikstücke? Diesen Schritt hat nicht einmal Microsoft so offensichtlich gewagt.
Der Kopierschutz bringt also Herstellern sowie Verbrauchen ausschließlich Nachteile, bis auf die gesetzliche Absicherung der Hersteller. Doch wird das Ziel damit verfehlt, denn der durchschnittliche "Raubkopierer" kopiert lediglich zum Eigengebrauch und stellt keinerlei Risiko für den umsatz der Firmen dar. Wer zum Beispiel einen Film runterläd, schaut ihn sich an und löscht ihn danach meist wieder. Selbst wenn er den Film nicht hätte laden können, wäre er deswegen weder ins Kino noch in die Videothek gegangen. Und er war sich sicher, dass der Film wirklich läuft. Leute, die illegale Kopien kommerziell weiterverwenden, gehören hingegen bestraft. Ein Kopierschutz ist für diese Leute allerdings irrelevant.
Übrigens ist der Begriff "Raubkopie" ein in dem Zusammenhang eigentlich völlig falscher Begriff. Die illegale Kopie eines Mediums hat nichts mit einem Raub zu tun, auch kann man einen Raub nicht kopieren. Ein Raub hat immer etwas mit dem "gewaltsamen Entreißen" zu tun, dessen sich die sog. "Raubkopierer" nun wirklich nicht schuldig machen. Im Gesetz kommt dieses Wort auch in keinster Weise vor, dort wird von "rechtswidrig hergestellten, verbreiteten oder zur rechtswidrigen Verbreitung bestimmten Vervielfältigungsstücken" gesprochen.

ky. |
Geschrieben: 16:57, 16.01.2009 in Mixed Pickles |
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von Otfried Preußler

Ich lese gerne mal ein Buch. Nicht professionell, nicht besonders viel, aber gerne. Umso wichtiger ist es, dass ein Buch, für das ich mich entscheide, gut ist. Nun ist die Definition von "gut" für jeden anders, für mich bedeutet das, dass das Buch es schafft, mich schnell in seinen Bann zu ziehen und mich zu fesseln. "Krabat" hat das geschafft.
Otfried Preußler's "Krabat" erschien erstmals 1980 und handelt von einem Jungen, der an der schwarzen Mühle seinen Lehrmeister findet und von da an in eine unfassbare Geschichte voller zwielichtiger Zwischenfälle und Magie gerät. Das erste, was beim lesen auffällt, ist der ungewohnte Schreibstil. Kapitel 1 fängt folgendermaßen an:
Die Mühle im Koselbruch
Es war in der Zeit zwischen Neujahr und dem Dreikönigstag. Krabat, ein Junge von vierzehn Jahren damals, hatte sich mit zwei anderen Betteljungen zusammengetan und obgleich Seine allerdurchlauchtigste Gnaden, der Kurfürst von Sachsen, das Betteln und Vagabundieren in Höchstderoselben Landen bei Strafe verboten hatte (aber die Richter und sonstigen Amtspersonen nahmen es glücklicherweise nicht übermäßig genau damit), zogen sie als Dreikönige in der Gegend von Hoyerswerda von Dorf zu Dorf: Strohkränze um die Mützen waren die Königskronen; und einer von ihnen, der lustige kleine Lobosch aus Maukendorf, machte den Mohrenkönig und schmierte sich jeden Morgen mit Ofenruß voll. Stolz trug er ihnen den Betlehemstern voran, den Krabat an einen Stecken genagelt hatte. Wenn sie auf einen Hof kamen, nahmen sie Lobosch in die Mitte und sangen: "Hosianna Davidssohn!" - das heißt: Krabat bewegte nur stumm die Lippen, weil er gerade im Stimmbruch war. Dafür sangen die anderen Hoheiten umso lauter, da glich sich das wieder aus.
Nicht nur der Schreibstil, sondern auch die Erzählgeschwindigkeit zieht sich durch das gesamte Buch, das immerhin drei Jahre in seiner Erzählung umfasst. Es erinnert ein wenig an ein Märchen oder eine Sage (was nicht wirklich verwundert, da es auf einer Sage basiert), Preußler beschränkt sich dabei immer auf das Wichtigste ohne groß auszuschweifen und lässt dem Leser so die Möglichkeit, gefühlsmäßig mit dem Buch zu interagieren. Ist man Anfangs noch etwas unsicher, was auf der Mühle denn alles so passiert (Die gesamte Geschichte spielt in der Mühle und nur wenig in der Umgebung eben jener) und ob es wirklich eine gute Idee war, sich dort als Lehrjunge zu melden, so drückt sich immer mehr das Gefühl der Machtlosigkeit auf, dem man nicht zu entkommen vermag. Doch genau das ist es, was die Geschichte ausmacht.
Manchmal hatte ich das Gefühl, dass einige Dinge etwas unerklärt bleiben, was aber nicht weiter stört. So erzählt Preußler zwar von den Magiestunden, in denen Krabat und seine Mitgesellen Zaubersprüche lernen, aber was sie alles lernen bleibt größtenteils unerwähnt, was dem Autor viel Spielraum lässt. Was mich persönlich hingegen etwas stört ist das sehr abrupte Ende. Zwar wurde man gut darauf vorbereitet, Spannung wurde erzeugt, etc., doch als die beklemmende Situation letztendlich 'gelöst' wurde (ich möchte das Ende des Buchs hier nicht vorweg nehmen), war auch Schluß. Keine wie in den meisten anderen Büchern übliche 'Nachgeschichte', kein Buchabschluß, keine Andeutung, was weiterhin passiert, nichts. Einfach Schluß und Ende.
Dennoch: Ein sehr empfehlenswertes Buch für Jugendliche wie Erwachsene, das unter anderem das Erwachsenwerden, die damit steigende Verantwortung und Freundschaft sowie die Freiheit thematisiert, dabei ständig nachvollziehbar bleibt und nur wenig ins phantastische (Magie) abgleitet. Ein Buch für jeden, der Märchen und Sagen mag und mochte. Den deutschen Jugendliteraturpreis hat es meiner Meinung nach jedenfalls zu Recht verliehen bekommen.
Krabat von Otfried Preußler Erschienen: 1981; Thienemann Verlag ISBN: 978-3-522-13350-0 (gebundene Ausgabe) Links: Verlag; Autor
Europäischer Jugendbuchpreis Deutscher Jugendbuchpreis Holländischer Jugendbuchpreis "Silberner Griffel" Polnischer Buchpreis Ehrenliste der amerikanischen Büchereien
Weitere Links: - Das Buch bei buecher.de bestellen - Das Hörbuch (für Kinder) bei buecher.de bestellen - Wikipedia-Artikel zum Buch Achtung: hier wird das Ende vorweg genommen! - Wikipedia-Artikel zur Sage, auf der das Buch basiert
ky. |
Geschrieben: 12:25, 16.01.2009 in Leseratte |
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In Kürze erscheint hier mein erster "Artikel" unter dem Serientitel "be independent". In dieser Serie möchte ich den Usern von Personal Computern ein paar Programme vorstellen, die schnell und kostenlos sind und nach Möglichkeit unter der GPL oder der Creative Commons Lizenz veröffentlicht wurden.
Der Vorteil der GPL (GNU General Public License) und der CCL (Creative Commons License) ist, dass der Quellcode der Programme meist offen einsehbar ist und so das Risiko, dass das Programm Dinge tut, die es nicht tun sollte, sehr gering ist. Im Gegensatz zu kommerziellen Programmen kann man mit entsprechenden Programmierkenntnissen nämlich genau sehen, was es tut und ob irgendwo was nicht stimmt.
Ein weiterer Vorteil kann sein, dass das Programm wenig Fehler macht und oft geupdated wird, weil jeder Nutzer selbst bei der Entwicklung helfen kann. Der wichtigste Vorteil ist allerdings, dass die vorgestellten Programme alle kostenlos, legal und frei von unerwünschter Software erhältlich sind, meistens sogar für mehrere Betriebssysteme.
Und nun viel Spaß beim lesen und ausprobieren.
ky.
PS: Konstruktive Kommentare und Ideen sind immer wieder gern gesehen. |
Geschrieben: 12:20, 16.01.2009 in be independent |
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