Sorry, ich habe mich lange nicht mehr gemeldet. Bruchsal hat sich als absoluter Reinfall erwiesen. Auch wenn Performance da ist, und sogar die Vermittlungszahlen stimmen. Das Problem besteht mehr in der Abwesenheit eines betrieblichen Vorschlagwesens, das auch dann greifen kann, wenn das Tagesgeschäft vertraglich gebunden ist. Schließlich könnte die Arbeit von drei Leuten auch ohne großen Kostenzuwachs auf drei Leute verteilt werden, ohne daß die Vertragsbedingungen verletzt werden.
Aber QM ohne Vorschlagwesen ist natürlich... irgendwie... unternehmensfreundlicher. Schließlich sind Unternehmen, die Qualitätsoffensiven starten müssen, nicht mehr lange auf dem Markt.
Ich habe jedenfalls keine Lust, ein käsegrauer Fleischsack zu sein. Da setz ich mich lieber in die U-Bahn:
Es geht wieder mal um die Internetforen, die ich mittlerweile schweren Herzens als Abbild unserer Gesellschaft ansehe. Es geht einfach nicht anders, die Masse erschlägt selbst den leistesten Versuch, Sprache und Kultur verbinden zu wollen.
In einem Internetforum, das zu einer Ninja-Schule aus Wuppertal gehört, werden illustre Theman diskutiert, ohne daß dort auch nur einer der User den Hauch einer Ahnung hätte.
Ich wundere mich doch sehr über das Niveau in diesem Forum. Und zwar sowohl in sprachlicher als auch in fachlicher Hinsicht. Abgesehen davon, daß selbstverständlich auch Nicht-Muttersprachler sich hier beteiligen, und es heute eh nicht mehr zum guten Ton gehört, sich richtig auszudrücken, verzweifle ich über den MIST, der hier in fachlicher Hinsicht verzapft wird. Ein Beispiel in der ohnehin peinlichen Diskussion über Tiere bzw. deren Sinn und Zweck in den Kampfkünsten:
Dort findet sich auch jene Sentenz (die Brüller sind fett markiert):
Jeder der Kampfstellung hat seinen gewissen Zweck und Grund. Ich kenn mich auch nicht aus, aber um die Stellungen besser zu unterscheiden hat man denen Tierennamen gegeben. Ist ja verwirrend wen der Sensei schreit : Kampfstellung 133 einnehmen oder? Außerdem waren die Menschen früher viel mehr Naturverbunden als heute, sie hatten mehr möglichkeiten Tiere zu beobachten und das beste vom Tier in ihrer Stellung einzubauen z.B Tigerstellung offensive Stellung. (Das basiert alles auf reinen Vermutungen)
Außerdem war das mit Hierarchie nicht immer so, manche Tiere wurden verehrt und genau gesehen sind wir genauso tiere wie sie.
Könnte mir bitte jemand verständlich machen, was dieses Kind damit sagen möchte? Es hat keine Ahnung, meint aber etwas sagen zu müssen? Klasse! Das ist echte Demokratie: Wir können endlich, ENDLICH ohne uns Fachwissen anzueignen, unsere fachbezogenen Vermutungen kundtun.
Diese Woche genutzt und Urlaub gemacht, um in Richtung Bremen zu cruisen, ein paar Sachen zu holen und möglichst vorm Wochenende die Bude fertig zu kriegen. Dann noch beim Arbeitsamt und bei den neuen Kollegen in Bruchsal vorbeigeschaut. Läuft alles ganz flockig. Mehr nächste Woche...
Was veranlasst einen Menschen, (wieder) mit dem Bloggen anzufangen? Die Antwort ist:
Zeit!
Zeit, die man beim Pendeln hat, wenn man mit einem Becher Schweißkaffee auf den ICE wartet, der entweder kaputt oder zu spät ist. (Nix ist mal wie ein Lottogewinn.)
Die Pendelei hat zwar bald ein Ende wegen meiner neuen beruflichen Lokalität, aber es verlangt mir umso mehr danach, mich wieder zu artikulieren.
Was ist seit der (original) SUBCULTHUR passiert? Ich lebe wieder in Deutschland, was mich zwar eine berufliche Perspektive hat finden lassen, aber das Mißverhältnis in kognitiver Hinsicht zwischen meinen Mitmenschen und mir in keinster Weise positiv beeinflusst hat. Im Gegenteil: Es ist schlimmer.
Hatten die Japaner ihre Eigenarten, Logik zu umschiffen und "ihren" Weg zu gehen (der nicht originär japanisch ist), haben die Deutschen nichts vorzuweisen außer dem Vakuum, das die Kultur bei ihrem Ableben hinterlassen hat.
Dieses Vakuum ist überwiegend in den Köpfen angesiedelt.
Damit ist nicht die Forenkultur gemeint. Die hat sich kaum verändert. Wozu sollte sie auch? Sie bildet den deutschen Gleichsinn in hervorragender Weise ab. Aber die Foren belasten mich nicht - sehr zum Ärger der dort versammelten merkbefreiten Schwachbegabten...
Mich belastet mehr die Zukunft unseres Landes und unserer Nation. Was kümmert es schlecht gekleidete Superchecker mit ihren Assi-Freundinnen, die man morgens zuhauf in der KVV antreffen muss, wer Kanzler ist, und welche Auswirkungen das haben wird?
Richtig: Nichts!
Es ist nicht bekannt, was das für Auswirkungen haben wird, denn Geschichte ist nicht wichtig. Politik ist nicht wichtig, Gesundheit ist nicht wichtig. Aber Handys, Klingeltöne und Co. sind natürlich wichtig. Und solange wir Handys kaufen, bleibt das auch so.
Ich stieß vor kurzem auf folgendes Zitat:
Mitten in der weltweiten Wirtschaftskrise ("Häh? Was geht mich das an?") wählen die meisten Deutschen zwei marktradikale Parteien, deren Credo lautet, daß sich der Staat aus ALLEM raushalten und nur noch das Eigentumsrecht garantieren sollte. Vordenker: Hayek. Lest doch mal, was der schrieb! Ein "gesunder" Staat KÖNNE die eingenommenen Steuermittel NICHT für Sozialleistungen ausgeben. Wer arm sei, wäre selbst schuld und hätte Pech gehabt. Und die deutschen Habenichtse sehen das ein, nicken eifrig und wählen zwei Parteien, die ihre Politik GENAU nach Hayeks Wirtschafts-Thesen ausgerichtet haben. Dazu fällt mir nichts mehr ein.
Vor kurzem stieß ich in einem Forum auf einen jungen Menschen (16 J.), der folgendes Problem schilderte:
Hallo KK's, ich betreibe mittlerweile seit 8 Jahren Karate und hätte zu meinem Körper ein Frage. Ich kann trainieren bis zum Umfallen, es macht Spaß, es wird gedehnt und ich habe keinerlei Beschwerden. Dann wache ich nächsten Morgen auf, alles in Ordnung und aufeinmal beim Laufen auf der Straße kriege ich schmerzen beim Laufen. Also die Sehnen tun weh und es fühlt sich an als wäre ich im Körper eines 80 jährigen. Manchmal (nicht nach dem Training) tun einfach die Knie weh oder wieder die Sehnen. Beim Training achten wir besonders auf die Knie und es fühlt sich alles normal an. Habt ihr ähnliche Erfahrungen?
Was mir auffiel, war sein Vergleich zu einem 80jährigen Mann. Ein typisches Bild, da wir davon ausgehen, mit zunehmendem Alter unsere Beweglichkeit zu verlieren. Dies ist jedoch falsch. Bereits in jungen Jahren das Bewegungsbild eines Greisen aufzuweisen, deutet auf sensomotorische Amnesie hin. D.h. unser Körper hat funktionale Bewegungsmuster vergessen. Anders ausgedrückt: Wir verlernen natürliche Bewegungen, richtiges Gehen, richtiges Sitzen, richtiges Aufstehen usw. Die neuen Bewegungsmuster sind unphysiologisch und verursachen Schmerzen, der Bewegungsradius ist eingeschränkt usw. Die Folgen (nicht die Ursache) neben den Schmerzen und der Unbeweglichkeit sowie dem subjektiven Gefühl des Alters sind später Arthrosen oder rheumatische Erkrankungen.
Der Grund, warum z.T. über 80jährige Meister noch täglich trainieren können, liegt in der Funktionalität ihrer Bewegungen. Diese Funktionalität ist heute im Karate nicht mehr gegeben. Deswegen gehören kaputte Knie und Rückenleiden zu der doch angeblich so gesunden "Sportart Karate".
Die Ursachen waren schnell gefunden:
Was macht Ihr zum Aufwärmen?
10 Minuten Laufen(vorwärts, rückwärts), seitlich Hopsen(Beine zusammen und auseinander oder über Kreuz vorne und hinten, arme Kreisen, manchmal(seltener)aus dem Rennen in Liegestütz->Rolle -> Hochstrecksprünge.
Wird bei Euch darauf geachtet besonders tief zu stehen?
Bei Kata ja, da es eine Formsache ist und bei Kumite eher Kampfstellung, da man in Kämpfen eher seltener so tief steht.
Ist bei Euch Anspannen am Ende der Technik wichtig?
Ein gewisse Körperspannung ist durch Hüftarbeit und Kniearbeit vorhanden(Knie nach außen und Fuß leicht nach innen in Zenkutsu-Dachi oder Kokutsu-Dachi-tiefer und Knie nach außen)
Noch Fragen?
Vielleicht fragt man Läufer, wie die sich aufwärmen, bevor sie laufen gehen. Und 10 Minuten laufen? Was soll das bringen?
Auch wenn der Protest groß ist: Armkreisen und Hüftarbeit sind weder funktionale Bewegungen, noch gehören diese zum Karate. Arme kreisen bewegt das Schultergelenk nicht in allen Ebenen. Hüftarbeit ist ein Resultat richtiger Fußarbeit. Die Hüfte isoliert zu bewegen - wie es im JKA-Karate gerne gelehrt wird - belastet Knie und Rücken, da die Füße nicht mit einbezogen sind.
Natürlich lies sich im Verlauf der Diskussion "nichts entdecken von dem grundsätzlich abzuraten wäre". Einseitige Belastungen seien halt zu vermeiden.
Schon mal in den eigenen Rücken hineingehorcht bei Hock-Streck-Sprüngen? Er dankt es uns nicht!
Zuguterletzt:
Tatsächlich reagiert aber auch jeder Körper anders, hat andere Fehlstellungen und Schwachstellen.
Und? Muss man das jetzt als gegeben hinnehmen? Wäre es nicht angebracht mittels gezielter Körperarbeit genau diese abzubauen? Doch, das geht. Auch wenn man in gewissen Karate-Kreisen scheinbar über die Kenntnis von Physiologie erhaben ist. Schade!