| Subculthur 2.1 |
Das Problem mit dem gesunden Karate...Vor kurzem stieß ich in einem Forum auf einen jungen Menschen (16 J.), der folgendes Problem schilderte: Hallo KK's, ich betreibe mittlerweile seit 8 Jahren Karate und hätte zu meinem Körper ein Frage. Ich kann trainieren bis zum Umfallen, es macht Spaß, es wird gedehnt und ich habe keinerlei Beschwerden. Dann wache ich nächsten Morgen auf, alles in Ordnung und aufeinmal beim Laufen auf der Straße kriege ich schmerzen beim Laufen. Also die Sehnen tun weh und es fühlt sich an als wäre ich im Körper eines 80 jährigen. Manchmal (nicht nach dem Training) tun einfach die Knie weh oder wieder die Sehnen. Beim Training achten wir besonders auf die Knie und es fühlt sich alles normal an. Habt ihr ähnliche Erfahrungen? Was mir auffiel, war sein Vergleich zu einem 80jährigen Mann. Ein typisches Bild, da wir davon ausgehen, mit zunehmendem Alter unsere Beweglichkeit zu verlieren. Dies ist jedoch falsch. Bereits in jungen Jahren das Bewegungsbild eines Greisen aufzuweisen, deutet auf sensomotorische Amnesie hin. D.h. unser Körper hat funktionale Bewegungsmuster vergessen. Anders ausgedrückt: Wir verlernen natürliche Bewegungen, richtiges Gehen, richtiges Sitzen, richtiges Aufstehen usw. Die neuen Bewegungsmuster sind unphysiologisch und verursachen Schmerzen, der Bewegungsradius ist eingeschränkt usw. Die Folgen (nicht die Ursache) neben den Schmerzen und der Unbeweglichkeit sowie dem subjektiven Gefühl des Alters sind später Arthrosen oder rheumatische Erkrankungen. Der Grund, warum z.T. über 80jährige Meister noch täglich trainieren können, liegt in der Funktionalität ihrer Bewegungen. Diese Funktionalität ist heute im Karate nicht mehr gegeben. Deswegen gehören kaputte Knie und Rückenleiden zu der doch angeblich so gesunden "Sportart Karate". Die Ursachen waren schnell gefunden: Was macht Ihr zum Aufwärmen? Noch Fragen? Vielleicht fragt man Läufer, wie die sich aufwärmen, bevor sie laufen gehen. Und 10 Minuten laufen? Was soll das bringen? Auch wenn der Protest groß ist: Armkreisen und Hüftarbeit sind weder funktionale Bewegungen, noch gehören diese zum Karate. Arme kreisen bewegt das Schultergelenk nicht in allen Ebenen. Hüftarbeit ist ein Resultat richtiger Fußarbeit. Die Hüfte isoliert zu bewegen - wie es im JKA-Karate gerne gelehrt wird - belastet Knie und Rücken, da die Füße nicht mit einbezogen sind. Natürlich lies sich im Verlauf der Diskussion "nichts entdecken von dem grundsätzlich abzuraten wäre". Einseitige Belastungen seien halt zu vermeiden. Schon mal in den eigenen Rücken hineingehorcht bei Hock-Streck-Sprüngen? Er dankt es uns nicht! Zuguterletzt: Tatsächlich reagiert aber auch jeder Körper anders, hat andere Fehlstellungen und Schwachstellen. Und? Muss man das jetzt als gegeben hinnehmen? Wäre es nicht angebracht mittels gezielter Körperarbeit genau diese abzubauen? Doch, das geht. Auch wenn man in gewissen Karate-Kreisen scheinbar über die Kenntnis von Physiologie erhaben ist. Schade! Der ganze Schodder hier. 10:11 | 3.09.2009 | in Budo | von yamamoto
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